Pes­ti­zi­de im Was­ser set­zen Ge­mein­den un­ter Zug­zwang

Im Was­ser von Nee­rach und Glatt­fel­den wur­den ho­he Rück­stän­de des Pes­ti­zids Chlo­rotha­lo­nil ge­mes­sen. Die Be­hör­den sind mit den Mes­sun­gen nicht ein­ver­stan­den.

Zürcher Unterländer - - Vorderseit­e - As­trit Aba­zi

Neu ver­öf­fent­lich­te Zah­len vom Bun­des­amt für Um­welt zei­gen, dass in vie­len Ge­mein­den der Grenz­wert für Chlo­rotha­lo­nilRück­stän­de im Grund­was­ser stark über­schrit­ten wird. Be­trof­fen sind auch Ge­mein­den im Zürcher Un­ter­land: Das Glatt­fel­der Grund­was­ser über­steigt den

Grenz­wert von 0,1 Mi­kro­gramm pro Li­ter um ei­nen Fak­tor von zwei­ein­halb. In Nee­rach ist die Kon­zen­tra­ti­on so­gar über zehn­mal hö­her. Das Pes­ti­zid, von dem ver­mu­tet wird, es könn­te krebs­er­re­gend sein, wur­de nach lan­gen Prü­fun­gen auf den 1. Ja­nu­ar ver­bo­ten. Der lang­jäh­ri­ge Ge­brauch in der Land­wirt­schaft hat aber sei­ne Spu­ren in den na­tür­li­chen Was­ser­spei­chern hin­ter­las­sen. Wie lan­ge ei­ne Er­ho­lung des Grund­was­sers dau­ern könn­te, steht der­zeit noch nicht fest.

Wie ge­fähr­lich ist aber nun das Was­ser tat­säch­lich? Das so­for­ti­ge Ver­bot von Chlo­rotha­lo­nil so­wie die Ver­öf­fent­li­chung der Mess­wer­te stellt die Ge­mein­den vor meh­re­re Her­aus­for­de­run­gen. Ei­ner­seits müs­sen sie nun eng mit den kan­to­na­len Be­hör­den zu­sam­men­ar­bei­ten, um die vor­ge­ge­be­nen Grenz­wer­te so schnell wie mög­lich zu er­rei­chen. An­de­rer­seits sieht man sich auch ge­zwun­gen, die ak­tu­el­len Wer­te zu er­klä­ren. Neue Mes­sun­gen vom Kan­to­na­len La­bor Zü­rich sol­len ein ge­naue­res Bild über die Pes­ti­zid­be­las­tung im Grund­was­ser ver­schaf­fen.

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