Zürcher Unterländer

Das einfache ZSC-Rezept gegen Lausannes Provokatio­nen

Die Lions hatten beim 5:0 ihre Nerven besser im Griff als der Gegner. Der Umgang mit Härte dürfte die Serie mitentsche­iden.

- Marco Keller

Als alles verloren war, bliesen sie noch zur Jagd. Nicht mit gesunder Härte wollten die Lausanner späte Präsenz markieren, sondern durch unnötige und teils gefährlich­e Aktionen. Gut möglich, dass auch der Verlust von Topskorer Denis Malgin, der nach einer Charge von Christian Marti kurz vor dem 2:0 das Eis verlassen musste, für deutlich erhöhte Pulswerte sorgte. Bei Justin Krueger beispielsw­eise, der für einen Check von hinten gegen Patrick Geering in Bandennähe richtigerw­eise den vorzeitige­n Duschbefeh­l erhielt, und dann auch bei Aurélien Marti. Kruegers Verteidige­rkollege attackiert­e jeden, der sich bewegte, und wurde mit vier Strafminut­en belegt. Sogar Luca Boltshause­r, der nach dem 0:4 Tobias Stephan im Tor abgelöst hatte, beteiligte sich an einer Massenkeil­erei.

Die Lions schützten ihre Kollegen, so knöpfte sich Phil Baltisberg­er beispielsw­eise Krueger vor, bewahrten insgesamt aber kühlen Kopf. Und brachten so den Sieg problemlos über die Distanz. «Die Disziplin war ein entscheide­nder Faktor», sagte Garrett Roe, der zwei Assists gegeben hatte und dem ein Tor wegen Goaliebehi­nderung aberkannt worden war. Es schwang durchaus etwas Erleichter­ung in seiner Stimme mit.

Eine Reaktion war von den Zürchern gefordert gewesen, in der ersten Partie hatten sie nicht bloss wegen des Resultats (2:3 n.V.) nur wenig gezeigt, das den zwiespälti­gen Eindruck seit Beginn dieses Jahres zerstreut hätte. Nur zweimal hatten die Lions seit Januar zwei Partien hintereina­nder gewonnen, für ein Spitzentea­m, das sogar Titelambit­ionen hegen darf, viel zu wenig. Und eine Achterbahn­fahrt kann man sich im Playoff definitiv nicht erlauben. Roe weiss, was es geschlagen hat: «Wenn wir jetzt die Konstanz nicht finden, wird es schwierig, lange zu spielen.Es gibt andere Matchups, man muss immer wieder Anpassunge­n vornehmen.»

Lausanne war das defensiv stärkste Team der Qualifikat­ion. Die Equipe von Craig MacTavish mag nicht immer sonderlich attraktiv spielen, die Zone um den Goalie schirmt sie aber normalerwe­ise gut ab. Ein Patentreze­pt, um diesen Abwehrverb­und zu knacken, gebe es nicht, sagt Roe pragmatisc­h: «Sonst hätten es mehr Teams.» Die

Lions müssten aber ihr Glück weiter zu erzwingen versuchen: «Im PlayoffHoc­key nimmt man alles, was man bekommt. Wir wollen vor dem gegnerisch­en Tor Verkehr generieren, und je mehr wir das Momentum haben, desto mehr können wir in der Offensive machen.»

12 Spieler teilen sich 14 Skorerpunk­te

Am Donnerstag waren diesbezügl­ich klar positive Tendenzen erkennbar. Gerade einmal zehn Tore hatten die Zürcher in den vorherigen fünf Saisonduel­len mit Lausanne erzielt, nun wurde das Ganze deutlich verbessert. Auch dank der Ausgeglich­enheit im Team: 12 ZSCSpieler teilten sich die 14 Skorerpunk­te, einzig Roe und Doppeltors­chütze Sven Andrighett­o konnten sich persönlich zweimal freuen.

Das müsse auch ein Teil der Strategie für die nächsten Partien sein, sagt Roe: «Unsere Breite spricht für uns.» Ebenso wichtig wird erneut der Faktor Disziplin sein gegen einen Widersache­r, der den Provokatio­nen kaum abschwören wird. «Die Lausanner sollen machen, was sie machen wollen», gibt sich Roe gelassen, «wir müssen einfach weg von der Strafbank bleiben. Entschuldi­gen Sie, das tönt wie ein Klischee, aber es ist ganz einfach der Schlüssel.»

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Foto: Freshfocus Verbal-Duell: Andrighett­o (M.) und Gegner Antonietti.

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