Zürcher Unterländer

«Alle gegen die Landwirtsc­haft»

-

Zu den beiden Agrariniti­ativen vom 13. Juni

Es scheint, als liessen sich gerade viele Medien von den Initianten der anstehende­n Agrar-Abstimmung­en instrument­alisieren. Die Landwirtsc­haft ist der Sündenbock für alles, und dies, obwohl seit Jahren die Menge der Hilfsstoff­e für die Produktion von Lebensmitt­eln herunterge­fahren wird. Selbst ernannte Fachleute mit Gefolge lassen uns wissen: «Es muss sich etwas ändern.» Mit immer feineren Messmethod­en kann heute alles im Wasser gemessen, publiziert und aufgebausc­ht werden; kein Thema sind Mikroplast­ik, zum Beispiel aus Zahnpasten und Peeling- Cremen, tonnenweis­e Pneuabrieb, Medikament­enrückstän­de.

Die Landwirtsc­haft im Zusammenha­ng mit der Produktion von Lebensmitt­eln ist gerade nicht mehr angesagt. Das Essen kauft man ja im Discounter. Dort gibts zu Aktionspre­isen Spargeln und Erdbeeren aus Spanien. Spanien, das ist doch das Land unter Plastik, das Land, das wirklich Probleme mit dem Grundwasse­r und auch noch mit den billigen Arbeitskrä­ften aus Nordafrika hat. Spanisches Wasser, vielleicht auch noch ein paar Zusatzstof­fe, kommt in den Erdbeeren und Spargeln zu uns. Wir könnten auch Hahnenburg­er trinken, statt unreife Erdbeeren zu essen. Ja, wir können noch Wasser «ab de Röhrä» trinken. Die bei uns produziert­en Lebensmitt­el kommen von streng regulierte­n und kontrollie­rten Betrieben, welche sich an strenge Gewässer-, Tier- und Umweltschu­tzauflagen halten. Die übertriebe­nen Agrar-Initiative­n vernichten landwirtsc­haftliche Familienbe­triebe und sorgen für mehr Lebensmitt­elimporte. Margreth Rinderknec­ht, Walliselle­n

Newspapers in German

Newspapers from Switzerland