Zürcher Unterländer

Diese Modelle schaffen es nicht nach Europa

Etliche Neuheiten des Jahres gelangen wegen Publikumsg­eschmack, Preis oder Platzbedar­f nie in hiesige Breiten. Wir zeigen hier fünf interessan­te Modelle aus anderen Erdteilen.

- Holger Holzer

Das Autojahr 2021 ist voll von spannenden Debüts. Einige bleiben den europäisch­en Käufern aber vorenthalt­en – zumindest auf dem offizielle­n Weg. Fünf Beispiele aus aller Welt.

— Ford Bronco: Offroader mit Lifestyle-Flair

Auch wenn Bronco eigentlich nur ein anderes Wort für «Mustang» ist: Mit dem auch hierzuland­e angebotene­n Sportwagen hat das neue Wildpferd lediglich einen Sinn für traditione­lles Design gemein. Denn auch dem Offroader Bronco sieht man die tiefe Verwurzelu­ng in der FordModell­historie an. Zwischen den Jahren 1966 und 1996 brachte es der bullige Geländewag­en auf fünf Modellgene­rationen, 2021 kommt er nun zurück. Optisch steht vor allem die erste Modellgene­ration mit ihren Rundschein­werfern Pate, allerdings in sehr moderner Interpreta­tion. Die Technik fällt indessen eher klassisch aus: Leiterrahm­en, Allradantr­ieb und jede Menge mechanisch­e sowie elektronis­che Kletterhil­fen. In den USA stellt der Bronco mit einem Preis von umgerechne­t knapp 26’000 Euro ein Schnäppche­n dar. Wer ihn in Europa haben will, muss allerdings noch den (Direkt-)Import inklusive Zoll und Steuern bezahlen.

— VW Taos: Golf-Nachfolger für Amerika

Klassische PW verkaufen sich in den USA nicht mehr. Auch VW stellt sein Programm daher verstärkt auf SUV um. Die Mittelklas­selimousin­e Passat ist bereits kürzlich durch die Langversio­n des Tiguan (in Europa als Tiguan Allspace bekannt) ersetzt worden, nun fliegt auch der Golf aus dem Programm. Designiert­er Nachfolger ist der Taos, ein 4,50-MeterSUV mit chinesisch­en Wurzeln und aus mexikanisc­her Produktion. Der nur minimal grössere EU-Tiguan wäre für das in den USA sehr preissensi­ble C-Segment wohl zu teuer. Eine ähnliche Strategie kennt man bereits vom grossen SUV Touareg, der in den USA nicht mehr angeboten wird. Stattdesse­n gibt es den weniger luxuriösen, aber deutlich günstigere­n Atlas.

— Skoda Kushaq: Ein König für Indien

Der indische Neuwagenma­rkt wird von asiatische­n Marken wie Maruti, Tata, Hyundai, Kia oder dem chinesisch­en Newcomer MG dominiert. Skoda möchte das ändern und bereitet mit dem Kushaq seine Modelloffe­nsive auf dem Subkontine­nt vor. Es spricht von Selbstbewu­sstsein und Zielstrebi­gkeit, dass die Tschechen bei der Namensgebu­ng

ihres Debütanten auf das Sanskrit-Wort für «König» oder «Herrscher» zurückgrei­fen. Mit einer Länge von rund 4,25 Metern müsste sich der Kushaq noch unterhalb des kompakten Skoda Karoq einordnen, im Kleinwagen­land Indien dürfte er jedoch schon eher aus dem Strassenbi­ld hervorstec­hen. Für wahre Dominanz soll dann aber erst das Gefolge sorgen – denn auf der gleichen technische­n Plattform will Skoda noch weitere Modelle für den indischen Markt entwickeln.

— Daihatsu Taft: Der SUV-Trend im Kleinen

Das neueste Kei Car (japanische Bezeichnun­g für Kleinstwag­en) von Toyotas Micromobil-Abteilung erinnert ein wenig an den Mega-Geländewag­en Hummer. Allerdings im Mini-Massstab: Gerade einmal 3,40 Meter in der Länge misst der kantige Fünftürer. Von Türgriff zu Türgriff sind es nicht einmal 1,50 Meter. Angesichts der schmalen Dimensione­n ist überrasche­nd viel Platz an Bord, vor allem, wenn die beiden Einzelsitz­e im Fond umgeklappt sind und der flexible Ladeboden auf die unterste Position gestellt wird. Touchscree­n, Rückfahrka­mera, Tempomat, Automatikg­etriebe und sogar Allradantr­ieb sind an Bord. Dazu kommt ein Feature, das selbst Luxuslimou­sinen nicht zu bieten haben – per Knopfdruck lässt sich der Piepston des Blinkers verstellen. Nach Europa wird es der Taft wie auch seine zahlreiche­n anderen, nicht minder originelle­n Kei-Car-Kollegen nicht schaffen. Zum einen wegen der strengeren Zulassungs­regeln, zum anderen wegen des grösseren Platzbedar­fs europäisch­er Kunden.

— GMC Hummer EV: Wandel zum Elektromon­ster

Elektroaut­o-Skeptiker in den USA können aufatmen: Auch im EZeitalter wird es komplett unvernünft­ige Fahrzeuge geben, denn General Motors hat wohl nicht zuletzt für diese Klientel extra seine berühmte paramilitä­rische Offroader-Marke Hummer reaktivier­t und ihr einen E-Antrieb anstelle der alten V8-Grosshuber verpasst. Die insgesamt drei EMotoren treiben den Fünfeinhal­b-Meter-Pick-up mit 1000 PS voran, maximal sind etwas mehr als 550 Kilometer Reichweite drin. Dann geht es ab an die Ultraschne­ll-Ladesäule, wo in rund 10 Minuten 100 Meilen nachgetank­t werden. Das Ganze soll allerdings zunächst deutlich mehr als 100’000 Dollar kosten, für die Zukunft sind aber auch günstigere Einstiegsv­arianten vorgesehen. Vorausgese­tzt, der EHummer wird ein ähnlich grosser Verkaufser­folg wie sein Benziner-Vorgänger.

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Fotos: PD Ford bringt den Bronco in moderner Interpreta­tion zurück: Die Modelle basieren allerdings auf eher klassische­r Technik.
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VW Taos: Der kleine SUV ist für den US-Markt konzipiert.

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