Haus kann we­gen al­ter Plä­ne nicht un­ter Schutz ge­stellt wer­den

An der See­stras­se soll ein al­tes Ge­bäu­de un­ter Schutz ge­stellt wer­den. Der­zeit ver­hin­dert dies ei­ne Bau­li­nie.

Zürichsee-Zeitung (Horgen) - - Vorderseit­e - Ca­ri­na Bla­ser

Ei­gent­lich möch­te die Ge­mein­de Ober­rie­den ein al­tes Ge­bäu­de am See­ufer un­ter Schutz stel­len. Doch ei­ne Bau­li­nie aus den 30erJah­ren ver­hin­dert die­ses Vor­ha­ben

der­zeit. Die Li­nie führt näm­lich mit­ten durch den ehe­ma­li­gen Stall. Ver­kehrs­bau­li­ni­en ga­ran­tie­ren, dass ge­nü­gend Land für ei­nen Neu- oder Aus­bau der Stras­sen frei­ge­hal­ten wird. 1931 wur­de ei­ne sol­che Li­nie in Ober­rie­den

ein­ge­plant, da die Mög­lich­keit ei­ner vier­spu­ri­gen See­stras­se in Er­wä­gung ge­zo­gen wur­de. «Ein sol­cher Stras­sen­aus­bau ist aus heu­ti­ger Sicht je­doch sehr un­wahr­schein­lich», sagt der Ober­ried­ner Bau­vor­stand Je­anLuc

Mei­er (FDP). Da die Bau­li­nie an der See­stras­se 5 in Ober­rie­den mit­ten durch den ehe­ma­li­gen Pfer­de­stall führt, kann das Ge­bäu­de nicht un­ter Schutz ge­stellt wer­den – aus­ser die Bau­li­nie wird ver­scho­ben oder auf­ge­ho­ben. Um das pri­va­te Ge­bäu­de von 1875 zu schüt­zen, hat der Ober­ried­ner Ge­mein­de­rat nun beim Kan­ton ei­nen An­trag zur Ver­le­gung die­ser Bau­li­nie ge­stellt. Ei­ne Ent­schei­dung steht noch aus.

Ein his­to­ri­sches Ge­bäu­de an der See­stras­se 5 in Ober­rie­den soll un­ter Schutz ge­stellt wer­den. Der ehe­ma­li­ge Pfer­de­stall liegt zwi­schen dem Zü­rich­see und der See­stras­se und wur­de 1875 ge­baut. Als schüt­zens­wert er­weist sich ins­be­son­de­re die Fach­werk­fas­sa­de des pri­va­ten Ge­bäu­des. Weil aber ei­ne Stras­sen­bau­li­nie mit­ten durch das Ge­bäu­de führt, wird die Un­ter­schutz­stel­lung ver­hin­dert. Stras­sen­bau­li­ni­en kom­men dort zum Ein­satz, wo künf­tig neue Stras­sen ent­ste­hen könn­ten. Die­se Li­ni­en ga­ran­tie­ren, dass ein für ei­nen Aus­bau der Stras­se be­nö­tig­tes Stück Land nicht über­baut wird.

In die­sem Fall han­delt es sich um ei­ne Stras­sen­bau­li­nie, die seit 1931 ein­ge­plant ist – da­mals wur­de näm­lich in Er­wä­gung ge­zo­gen, dass die See­stras­se in Zu­kunft vier­spu­rig be­fah­ren wer­den soll. Aus die­sem Grund hat­te der Re­gie­rungs­rat im Ab­schnitt zwi­schen dem See und der See­stras­se in den 30er-Jah­ren ei­ne Bau­li­nie ein­ge­plant, um Raum für ei­nen mög­li­chen Stras­sen­aus­bau zu si­chern. «Es ist je­doch aus heu­ti­ger Sicht sehr un­wahr­schein­lich, dass die See­stras­se in Zu­kunft vier­spu­rig be­fah­ren wer­den soll», sagt der Ober­ried­ner Bau­vor­stand Je­an-Luc Mei­er (FDP). Des­halb hat der Ge­mein­de­rat in Ober­rie­den nun die Volks­wirt­schafts­di­rek­ti­on des Kan­tons Zü­rich be­auf­tragt, die kan­to­na­le Bau­li­nie so zu ver­le­gen, dass das Ge­bäu­de nicht mehr be­trof­fen sein wird. «Es liegt im Er­mes­sen des Kan­tons, ob die Li­nie in Zu­kunft in ei­nem Bo­gen um das Ge­bäu­de

lau­fen oder auf­ge­ho­ben wird», sagt An­dré Gun­tern, Ab­tei­lungs­lei­ter Hoch­bau Ober­rie­den. Es hand­le sich um ei­nen Ziel­kon­flikt. Zum ei­nen wol­le man Raum si­chern für mög­li­che künf­ti­ge An­pas­sun­gen, zum an­de­ren soll ein Haus un­ter Denk­mal­schutz ge­stellt wer­den, er­klärt er.

Noch kein Ent­scheid

Je­an-Luc Mei­er sagt: «Ich persönlich glau­be nicht, dass es ein Pro­blem sein wird, die Stras­sen­bau­li­nie so zu ver­le­gen, dass das

Haus un­ter Schutz ge­stellt wer­den kann.» Er glaubt, dass es auf­sei­ten des Kan­tons ei­ne rei­ne Form­sa­che ist, den An­trag des Ge­mein­de­rats zu be­wil­li­gen. Mar­kus Ger­ber, Me­dien­spre­cher des Amts für Ver­kehr, er­klärt: «Der An­trag der Ge­mein­de Ober­rie­den

ist bei uns ein­ge­trof­fen und Ge­gen­stand der Ab­klä­run­gen.» Noch sei kei­ne Ent­schei­dung ge­trof­fen wor­den, da un­ter an­de­rem ab­ge­klärt wer­den muss, ob die Stras­sen­li­nie ver­scho­ben wer­den soll oder gänz­lich auf­ge­ho­ben.

Fo­to: Ma­nue­la Matt

Die­ser ehe­ma­li­ge Stall wür­de ei­nem künf­ti­gen Aus­bau der See­stras­se im Weg ste­hen.

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