Der Streit zwi­schen Na­ta­lie Rick­li und Tho­mas Hei­ni­ger geht in nächs­te Run­de

Der Streit um die Ax­s­a­na AG spitzt sich zu. Na­ta­lie Rick­li (SVP) und ihr Vor­gän­ger Tho­mas Hei­ni­ger (FDP) ha­ben bei ei­nem Tref­fen kei­ne Ei­ni­gung er­zielt. Bis zum 26. Sep­tem­ber will der Kan­ton Geld se­hen.

Zürichsee-Zeitung (Meilen) - - Vorderseit­e - Philipp Len­herr

Der Streit zwi­schen Ge­sund­heits­di­rek­to­rin Na­ta­lie Rick­li (SVP) und ih­rem Vor­gän­ger Tho­mas Hei­ni­ger (FDP) geht wei­ter. Am Di­ens­tag hat sich Rick­li mit Ver­tre­tern der Ax­s­a­na AG ge­trof­fen, de­ren Ver­wal­tungs­rats­prä­si­dent Hei­ni­ger ist. Da­bei konn­te kei­ne Ei­ni­gung er­zielt wer­den. Nun for­dert die Ge­sund­heits­di­rek­ti­on bis zum 26. Sep­tem­ber ei­ne Rück­zah­lung von 1,04 Mil­lio­nen Fran­ken. Die Ax­s­a­na AG hat­te ei­ne An­schub­fi­nan­zie­rung von 3,75 Mil­lio­nen Fran­ken zum Auf­bau des elek­tro­ni­schen Pa­ti­en­ten­dos­siers er­hal­ten. Da­von soll die Hälf­te wie­der an den Kan­ton zu­rück­ge­zahlt wer­den, so­bald das Un­ter­neh­men vom Bund un­ter­stützt wird. Mitt­ler­wei­le ha­ben sich auch Ge­schäfts­prü­fungs­kom­mis­si­on und Fi­nanz­kon­trol­le ein­ge­schal­tet.

Seit Wo­chen schwelt der Streit zwi­schen der Ge­sund­heits­di­rek­ti­on (GD) des Kan­tons Zü­rich und der vom Kan­ton ge­grün­de­ten Ax­s­a­na AG, wel­che ei­ne Lö­sung zur Ein­füh­rung elek­tro­ni­scher Pa­ti­en­ten­dos­siers ent­wi­ckelt. Im Zen­trum des Kon­flikts steht die Rück­zah­lung ei­nes Teils der An­schub­fi­nan­zie­rung, die der Kan­ton dem Un­ter­neh­men ge­währt hat. Die GD for­dert rund ei­ne Mil­li­on Fran­ken von der Ax­s­a­na AG.

Er­folg­lo­ses Tref­fen

Am Di­ens­tag tra­fen sich die bei­den obers­ten Ver­ant­wort­li­chen, Na­ta­lie Rick­li (SVP) als am­tie­ren­de Ge­sund­heits­di­rek­to­rin und Ax­s­a­na-Ver­wal­tungs­rats­prä­si­dent und frü­he­rer Zürcher Ge­sund­heits­di­rek­tor Tho­mas Hei­ni­ger (FDP), zu ei­ner Sit­zung. Er­geb­nis laut Mit­tei­lung der GD: kei­nes. Sie for­dert von der Ax­s­a­na AG wei­ter­hin die Zah­lung von 1 039 000 Fran­ken bis zum 26. Sep­tem­ber. Sie stützt ih­re For­de­rung auf ei­nen Re­gie­rungs­rats­be­schluss zum The­ma und ei­ne Ver­ein­ba­rung zwi­schen dem Kan­ton und dem Un­ter­neh­men. Ge­mäss die­ser wird die Rück­zah­lung fäl­lig, so­bald die Ax­s­a­na Fi­nanz­hil­fe des Bun­des er­hal­te, was En­de 2018 der Fall war.

Die Ax­s­a­na schreibt in ei­ner Stel­lung­nah­me von ges­tern Nach­mit­tag, dass sie den so­for­ti­gen Gang der GD an die Öf­fent­lich­keit nach dem «ver­trau­li­chen Ge­spräch» mit Er­stau­nen zur Kennt­nis neh­me. Das Un­ter­neh­men ha­be bei dem Tref­fen noch­mals be­stä­tigt, den ge­währ­ten Vor­schuss voll­um­fäng­lich zu­rück­zu­er­stat­ten. Nach dem Ge­spräch ha­be man zu­dem ei­nen kon­kre­ten Vor­schlag für die Rück­zah­lung un­ter­brei­tet. Die­ser ent­hal­te ei­ne un­mit­tel­ba­re

«Uns in­ter­es­siert pri­mär, war­um die Ax­s­a­na AG die Hälf­te der Fi­nan­zie­rung nicht zu­rück­be­zahlt.»

ers­te Rück­zah­lungs­leis­tung. Bei der Fest­le­gung des ge­nau­en Be­trags soll aber im Ge­gen­satz zur For­de­rung des Kan­tons auch die Zweck­be­stim­mung der öf­fent­li­chen Gel­der des Bun­des be­rück­sich­tigt wer­den. Über die Mo­da­li­tä­ten der wei­te­ren Rück­zah­lung sei man be­reit, mit der GD zu ver­han­deln. Al­ter­na­tiv bie­te die Ax­s­a­na an, die ge­sam­te Ver­ein­ba­rung aus dem Jahr 2016 rück­ab­zu­wi­ckeln. Ei­ne Ant­wort der GD auf die Vor­schlä­ge sei noch aus­ste­hend.

GPK will Ant­wor­ten

Für die Vor­gän­ge rund um die Ax­s­a­na AG in­ter­es­sie­ren sich nun auch die Ge­schäfts­prü­fungs­kom­mis­si­on (GPK) des Kan­tons­rats und die Fi­nanz­kon­trol­le, die ei­ne for­mel­le Prü­fung an­ge­setzt hat.

Die GPK hat ge­mäss Mit­tei­lung der Ge­sund­heits­di­rek­ti­on Fra­gen ge­stellt und Un­ter­la­gen an­ge­for­dert. «Uns in­ter­es­siert pri­mär, war­um die Ax­s­a­na AG die Hälf­te der ge­leis­te­ten An­schub­fi­nan­zie­rung nicht zu­rück­be­zahlt, ob­wohl of­fen­bar per En­de 2018 ei­ne ers­te Tran­che des Bun­des­bei­trags an die Ax­s­a­na aus­be­zahlt wur­de», teilt GPK-Prä­si­dent Beat Ha­beg­ger (FDP) auf An­fra­ge mit.

An­ge­spro­chen auf die ver­schie­de­nen Hü­te, die Alt-Re­gie­rungs­rat Hei­ni­ger als Ge­sund­heits­di­rek­tor und Ax­s­a­na-Prä­si­dent auf­hat­te, sagt er: «Mei­ne per­sön­li­che po­li­ti­sche Ein­schät­zung ist, dass am­tie­ren­de Re­gie­rungs­rä­te auf­grund mög­li­cher In­ter­es­sen- und Rol­len­kon­flik­te in der Re­gel nicht Ein­sitz neh­men soll­ten in den obers­ten Füh­rungs­or­ga­nen von Be­tei­li­gun­gen.» Ant­wor­ten for­dert nicht nur die GPK, son­dern in ei­ner dring­li­chen An­fra­ge auch 95 Kan­tons­rä­te und Kan­tons­rä­tin­nen von SVP, EDU, Grü­nen und SP.

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