Ers­tes Gol­den Fes­ti­val

Im Au­gust fin­det zum ers­ten Mal das Gol­den Fes­ti­val statt. Die Or­ga­ni­sa­to­ren sind zwei Herr­li­ber­ger, die Mu­sik im Blut ha­ben.

Zürichsee-Zeitung (Meilen) - - Vorderseit­e - Ca­ro­li­ne Mett­ler

Vom 21. bis 23. Au­gust fin­det das von Ul­rich Stüs­si und Nicole Lo­re­tan erst­mals auf die Bei­ne ge­stell­te Gol­den Fes­ti­val statt. Lo­re­tan tritt selbst als Pia­nis­tin auf. Es spie­len das Orches­ter vom See, Schü­ler der Zak­har Bron School of Mu­sic und ver­schie­de­ne Preis­trä­ger sechs Kon­zer­te in der Kir­che Tal. Mit dem Mu­sik­fes­ti­val wer­den jun­ge Mu­si­ker un­ter­stützt.

«Gold ist et­was Spe­zi­el­les, Hoch­ka­rä­ti­ges», sagt die Pia­nis­tin Nicole Lo­re­tan. Es ge­he mit Stil und Qua­li­tät ein­her. Da­her auch der Na­me Gol­den Fes­ti­val, wel­cher für die 26-jäh­ri­ge Herr­li­ber­ge­rin schon vor sechs Jah­ren stand, als ihr erst­mals die Idee ei­nes klas­si­schen Mu­sik­fes­ti­vals am Zü­rich­see kam. «Ich trug die Idee mit mir her­um, bis der rich­ti­ge Zeit­punkt und die rich­ti­ge Per­son ka­men», er­zählt Lo­re­tan. Die­se Per­son war der Herr­li­ber­ger Ul­rich Stüs­si, Grün­der des Orches­ters vom See. Vor zwei­ein­halb Jah­ren nah­men die bei­den die Vor­be­rei­tung des Fes­ti­vals als Co-Prä­si­den­ten in An­griff. Mitt­ler­wei­le steht hin­ter dem Gol­den Fes­ti­val ein neun­köp­fi­ges Lei­tungs­team.

Das lang ge­plan­te Mu­sik­fes­ti­val wird die­ses Jahr zum ers­ten Mal durch­ge­führt. Wäh­rend der letz­ten Mo­na­te sei für al­le Be­tei­lig­ten klar ge­we­sen, dass das Gol­den Fes­ti­val wenn ir­gend­wie mög­lich statt­fin­den wer­de, sagt der 75-jäh­ri­ge Ul­rich Stüs­si. «Wir sind auf ver­schie­de­ne Sze­na­ri­en vor­be­rei­tet und ha­ben ein Schutz­kon­zept aus­ge­ar­bei­tet.» Ins­be­son­de­re die­ses Jahr hät­ten Mu­si­ker ei­ne schwie­ri­ge Zeit hin­ter sich und müss­ten ge­för­dert wer­den. «Das Fes­ti­val soll wie ein Leucht­turm am Zü­rich­see sein», er­gänzt Lo­re­tan. «Et­was, das ge­gen aus­sen hell strahlt.» Das nächs­te Gol­den Fes­ti­val sei be­reits in Pla­nung, denn es soll zu ei­ner jähr­li­chen Tra­di­ti­on wer­den.

Jun­ge Mu­si­ker för­dern

Vom 21. bis 23. Au­gust spie­len das Orches­ter vom See, Schü­ler der Zak­har Bron School of Mu­sic und Preis­trä­ger des Rahn-Kul­tur­fonds so­wie des Con­cours Gé­za An­da sechs ver­schie­de­ne

Kon­zer­te in der Kir­che Tal Herr­li­berg. Zu­dem er­hal­ten vier jun­ge Gei­ger aus der Re­gi­on öf­fent­li­chen Un­ter­richt bei Ste­fan Tara­ra, As­sis­tent des re­nom­mier­ten Gei­gen­leh­rers Zak­har Bron. Das Gol­den Fes­ti­val sei ei­ne wert­vol­le Auf­tritts­mög­lich­keit für jun­ge Mu­si­ker, sagt Lo­re­tan, die selbst ein Kla­vier­kon­zert von Cho­pin und das Tri­pel­kon­zert von Beet­ho­ven spie­len wird. «Je­der Auf­tritt mit Orches­ter ist ei­ne wich­ti­ge Er­fah­rung, die ei­nem nie­mand mehr neh­men kann.»

So sei es ein we­sent­li­ches Ziel des Fes­ti­vals, Orches­ter­mu­si­ker so­lis­tisch zu för­dern. «Vie­le jun­ge Mu­si­ker er­hal­ten sel­ten die Mög­lich­keit, als So­list ein Kon­zert zu spie­len.» Die­se durf­ten selbst Vor­schlä­ge ma­chen, wel­ches Stück sie ger­ne spie­len wür­den. Als Lei­te­rin der Mu­sik­kom­mis­si­on ach­te­te Lo­re­tan dar­auf, dass die aus­ge­wähl­ten Stü­cke ei­ne Ein­heit er­ge­ben und trotz­dem ab­wechs­lungs­reich sind.

Drei­zehn der auf­tre­ten­den So­lis­ten ge­hö­ren dem Orches­ter vom See an. Die­ses grün­de­te Ul­rich Stüs­si 2011. Als Kind und jun­ger Er­wach­se­ner spiel­te er Kla­vier, Cel­lo und sang als Te­nor im Kir­chen­chor Wä­dens­wil. Nach ei­nem lan­gen Un­ter­bruch nahm er den Kla­vier­un­ter­richt vor 18 Jah­ren wie­der auf und be­such­te ab 2008 re­gel­mäs­sig Di­ri­gier­kur­se. «Das Di­ri­gie­ren wur­de schnell ei­ne gros­se Lei­den­schaft von mir», sagt Stüs­si. Wäh­rend sie­ben Jah­ren di­ri­gier­te er das aus rund 50 jun­gen Be­rufs­mu­si­kern be­ste­hen­de Orches­ter selbst. «Ir­gend­wann wur­de es Zeit, dass ein Pro­fi an mei­ne Stel­le tritt.» Seit 2019 ist der in Herr­li­berg auf­ge­wach­se­ne Do­mi­nic Lim­burg Chef­di­ri­gent des Orches­ters vom See.

In Ver­ges­sen­heit ge­ra­ten

Bis heu­te spielt das Orches­ter vom See an je­dem Kon­zert min­des­tens ein Werk von Ul­rich Stüs­sis Gross­va­ter Fritz Stüs­si. «Mein Gross­va­ter war so­zu­sa­gen der Mu­sik­kö­nig des Zü­rich­sees», sagt Stüs­si. Fritz Stüs­si war Pia­nist und Or­ga­nist in Wä­dens­wil, lei­te­te meh­re­re Chö­re so­wie Orches­ter um den Zü­rich­see und kom­po­nier­te vie­le Wer­ke im spät­ro­man­ti­schen Stil. Die­se sei­en für hun­dert Jah­re in Ver­ges­sen­heit ge­ra­ten. Sein En­kel ha­be sie so­zu­sa­gen aus dem Dorn­rös­chen­schlaf ge­holt. «Es war un­be­schreib­lich, als ich zum ers­ten Mal das gros­se Ora­to­ri­um mei­nes Gross­va­ters di­ri­giert ha­be», er­zählt Stüs­si. Auch am Gol­den Fes­ti­val wer­den dem Pu­bli­kum Stü­cke von Fritz Stüs­si dar­ge­bo­ten.

Nach zwei Jah­ren Ar­beit freut sich Lo­re­tan be­son­ders dar­auf, zu se­hen, wie das Gol­den Fes­ti­val als Gan­zes funk­tio­nie­ren wird. «Es ist schön, nach ei­ner so lan­gen Zeit bald vor Au­gen zu ha­ben, was man auf­bau­en konn­te.»

Fo­to: Michael Trost

Die Co-Prä­si­den­ten Ul­rich Stüs­si und Nicole Lo­re­tan or­ga­ni­sie­ren das Gol­den Fes­ti­val in Herr­li­berg.

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