Die­ses 180-Fran­ken-Han­dy ist mehr als gut ge­nug

Smart­pho­nes wer­den nicht nur im­mer teu­rer – sie wer­den auch im­mer bil­li­ger.

Zürichsee-Zeitung (Meilen) - - Digital - Ra­fa­el Zei­er

«180 Fran­ken?» Nicht nur al­le an­de­ren Leu­te, de­nen ich das Han­dy zum Aus­pro­bie­ren in die Hand drück­te, wa­ren über­rascht, wenn es um den Preis des No­kia 5.3 ging. Selbst hät­te ich beim Preis viel­leicht auf 250 Fran­ken ge­wet­tet. Aber 180?

Dass es ir­gend­wann da­zu kom­men wür­de, war ab­seh­bar. Schon 2014 schrieb ich in ei­nem Ar­ti­kel mit dem Ti­tel «Das Pla­teau ist er­reicht», wie Smart­pho­nes künf­tig teu­rer und gleich­zei­tig bil­li­ger wer­den. Da­mals muss­te man zum tie­fen Preis noch reich­lich Kompromiss­e ein­ge­hen. Heu­te schmunz­le ich, wenn ich das 180-Fran­kenNo­kia aus­pro­bie­re und kei­ne gra­vie­ren­den Män­gel oder Un­ter­schie­de zu un­gleich teu­re­ren Han­dys fest­stel­le.

Tat­säch­lich steckt im No­kia 5.3 al­les, was man im All­tag von ei­nem Smart­pho­ne er­war­ten darf. Als Be­triebs­sys­tem dient Googles An­dro­id mit den ak­tu­ells­ten Si­cher­heits­up­dates. Wie bei No­kia üb­lich, kommt das un­ver­än­der­te An­dro­id zum Ein­satz. Her­stel­ler wie Samsung, Hua­wei oder Op­po bau­en da je­weils ei­ge­ne Be­nut­zer­ober­flä­chen dar­über. No­kia ver­zich­tet ver­dan­kens­wer­ter­wei­se dar­auf.

So sieht al­les ein­heit­lich aus, und die Be­die­nung über Wisch­ges­ten ist ähn­lich in­tui­tiv wie bei den neus­ten und teu­ers­ten iPho­nes (der ak­tu­el­le Gold­stan­dard, was Be­die­nung an­geht). Der ver­bau­te Pro­zes­sor ist zwar nur ein Mittelklas­se-Ex­em­plar, aber dank der schlan­ken Be­di­en-Soft­ware merkt man da­von nichts.

Mit 64 GB hat das Han­dy auch aus­rei­chend Spei­cher­platz für

Fo­tos und Apps. Wer dann doch noch mehr möch­te, kann den Spei­cher per Spei­cher­kar­te er­wei­tern. Beim Ak­ku gibt es kei­ne Re­kor­de zu ver­mel­den, aber für ei­nen Tag reicht er. Wer spar­sam ist, schafft so­gar zwei Ta­ge.

Mo­der­nes De­sign

Bei der Ka­me­ra staunt man an­ge­sichts des Prei­ses über ein Vier­fach-Ex­em­plar. Die­se ver­spricht mit al­ler­hand Pro­fiFunk­tio­nen viel und lie­fert dann doch nur mit­tel­mäs­si­ge bis gu­te Re­sul­ta­te. Ich hät­te in der Preis­klas­se ei­ne sehr gu­te und sehr simp­le Ein­fach-Ka­me­ra ei­ner am­bi­tio­nier­ten Vier­fach­ka­me­ra vor­ge­zo­gen. Aber klar, die Vier­fach­ka­me­ra macht auf Pla­kat­wän­den ei­ne bes­se­re Fi­gur. Trotz­dem ist es ein biss­chen wie bei Fe­der­ga­beln für Kin­der­ve­los. Die se­hen zwar cool aus, brin­gen aber we­nig.

Auch am De­sign gibt es nichts aus­zu­set­zen. Das Han­dy sieht mit dem front­fül­len­den Bild­schirm mo­dern aus, und dass die Rück­sei­te aus Plas­tik ist, kann zu dem Preis nie­mand mo­nie­ren. Auch an die Grös­se (6,55-Zol­lBild­schirm, 17 cm lang) ge­wöh­nen sich Nut­ze­rin­nen und Nut­zer klei­ne­rer Ge­rä­te schnell. Zu­mal das Han­dy mit 185 Gramm leich­ter ist, als es aus­sieht. Ver­zich­ten muss man ein­zig auf

Spritz­was­ser­schutz oder gar ein was­ser­dich­tes Ge­häu­se.

Fa­zit: Das No­kia 5.3 ist kein Han­dy der Su­per­la­ti­ve. Aber ähn­lich wie das neue iPho­ne SE im App­le-Kos­mos (al­ler­dings zum dop­pel­ten Preis) ist das No­kia 5.3 so gut, dass es als Stan­dard-Han­dy taugt. Wer mit ei­nem sol­chen lieb­äu­gelt, soll­te sich de­fi­ni­tiv zu­erst das No­kia 5.3 an­schau­en. Wer dann doch mehr möch­te (bes­se­re Ka­me­ra, bes­se­rer Bild­schirm, mehr Spei­cher, 5G), be­kommt in an­de­ren Preis­klas­sen tol­le Ge­rä­te. Vie­le dürf­ten mit dem 5.3 aber schon mehr als zu­frie­den sein.

Fo­to: Ra­fa­el Zei­er

Kann al­les und kos­tet nicht viel: Das No­kia 5.3.

Newspapers in German

Newspapers from Switzerland

© PressReader. All rights reserved.