Streit um He­li-Lan­de­platz auf Spi­tal­dach

Zürichsee-Zeitung (Meilen) - - Zürich -

Der He­li­ko­pter-Ein­satz­stand­ort der Al­pi­ne Air Am­bu­lan­ce (AAA) auf dem Dach des Spi­tals Lim­mat­tal ist um­strit­ten. Seit­dem das Spi­tal Mit­te Ju­li be­kannt gab, dass es auch über die Co­ro­na-Zeit hin­aus mit dem Ret­tungs­dienst zu­sam­men­ar­bei­ten und ihm das Dach als Lan­de­ba­sis zur Ver­fü­gung stel­len will, tra­fen im Spi­tal un­ter­schied­li­che Rück­mel­dun­gen ein. Für Kri­tik sorgt vor al­lem der Lärm.

An­woh­ne­rin Ani­ta Vol­len­wei­der setz­te ei­nen Brief auf und sam­melt Un­ter­schrif­ten, da­mit der He­li auf sei­nen Stand­platz am Flug­platz Birr­feld zu­rück­kehrt.

Um die Wo­gen zu glät­ten, hat das Spi­tal die Be­we­gun­gen vom und zum Spi­tal auf Flü­ge re­du­ziert, die in un­mit­tel­ba­rem Zu­sam­men­hang mit Trans­por­ten von Pa­ti­en­ten ste­hen. Das Haupt­an­lie­gen sei, Ver­sor­gung und Ret­tung im Lim­mat­tal zu ver­bes­sern. Die Hilfs­fris­ten sei­en mit dem He­li­ko­pter in ge­wis­sen Si­tua­tio­nen viel schnel­ler. Das hät­ten Ein­sät­ze wäh­rend der Co­ro­na-Zeit ge­zeigt, be­tont Spi­tal­di­rek­tor Tho­mas Brack.

Ma­xi­mal vier Flü­ge pro Tag

Die Ver­ant­wort­li­chen des Spi­tals sei­en sich be­wusst, dass die Zu­sam­men­ar­beit zu ei­ner Er­hö­hung der Lärm­be­las­tung in der nä­he­ren Um­ge­bung füh­re. Zu­dem sei man ver­pflich­tet, die Auf­ga­ben als Spi­tal und Zweck­ver­band zu er­fül­len. An der Zu­sam­men­ar­beit mit der AAA will man des­halb fest­hal­ten. Der jet­zi­ge Zu­stand so­wie je­ner vor Co­ro­na, mit nur ver­ein­zel­ten He­li-Flü­gen, könn­te da­her von kur­zer Dau­er sein. Der Spi­tal­di­rek­tor will noch die­se Wo­che ein un­ab­hän­gi­ges Lärm­gut­ach­ten in Auf­trag ge­ben.

Ziel des Spi­tals ist nun, ge­stützt auf das neue Lärm­gut­ach­ten und un­ter Be­rück­sich­ti­gung der ein­ge­schränk­ten Flug­zei­ten und An­zahl An­flü­ge, bei der Stadt ein neu­es Ge­such für den Lan­de­platz ein­zu­rei­chen. «Dies er­mög­licht ei­nen or­dent­li­chen de­mo­kra­ti­schen und po­li­ti­schen Pro­zess, in­dem sich die An­woh­ner ein­brin­gen kön­nen», sagt Brack.

Tho­mas Brack kann sich gut vor­stel­len, dass man auf die ei­nen oder an­de­ren Wün­sche der Spi­tal­quar­tier­be­woh­ner beim Flug­re­gime ein­ge­hen könn­te. Der Dia­log kön­ne zu­dem auch da­zu die­nen, fal­sche An­nah­men aus der Welt zu schaf­fen, sagt Brack. Ihm sei wäh­rend des Aus­tauschs mit An­woh­nern auf­ge­fal­len, dass be­züg­lich der He­li­ko­pter-Ein­sät­ze ei­ni­ge Fehl­in­for­ma­tio­nen exis­tie­ren wür­den. «Es ist zum Bei­spiel nicht so, dass das Spi­tal den He­li auf­bie­tet, son­dern dass die Ein­satz­zen­tra­le des Kan­tons ent­schei­det, wel­che Ret­tungs­mit­tel ein­ge­setzt wer­den.»

Ani­ta Vol­len­wei­der zeigt sich we­nig er­freut über das Vor­ge­hen des Spi­tals. «Es ist für mei­ne Un­ter­schrif­ten­samm­lung nicht dien­lich, dass der He­li­ko­pter der­zeit nicht fliegt. So ha­ben An­woh­ner das Ge­fühl, dass das Lärm­pro­blem be­ho­ben wur­de», sagt sie. 70 Un­ter­schrif­ten ha­be sie des­halb bis­her erst er­hal­ten. «Das mög­li­che Ge­such ver­un­si­chert. Ich fra­ge mich, ob die Stadt es ab­lehnt und sich hin­ter uns An­woh­ner stellt?» Die zu­sätz­li­chen Flü­ge sei­en für sie nicht me­di­zi­nisch be­gründ­bar, die An­woh­ner wünsch­ten sich den al­ten Zu­stand zu­rück. Für Vol­len­wei­der ist klar: «Wenn das Ge­such be­wil­ligt wird, wer­den wir An­woh­ner das nicht ak­zep­tie­ren. Wir sind ein Wohn­quar­tier ne­ben dem Spi­tal, aber si­cher­lich kei­ne He­li­ko­pter­ba­sis-Stel­le.» (sib)

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