Was Whats­app & Co. mit un­se­ren Da­ten ma­chen

Kon­su­men­ten­schüt­zer ra­ten bei Mes­sen­gern zur Vor­sicht. Denn Nut­zer ge­ben viel von sich preis – oft oh­ne, dass sie das wirk­lich wol­len. Es lohnt sich, die ver­schie­de­nen Nach­rich­ten­diens­te mit­ein­an­der zu ver­glei­chen.

Zürichsee-Zeitung (Meilen) - - Wirtschaft - An­ge­li­ka Gru­ber

Kon­su­men­ten- und Da­ten­schüt­zer war­nen vor ei­ner ge­dan­ken­lo­sen Nut­zung von Nach­rich­ten­diens­ten am Han­dy. Denn ei­ni­ge be­lieb­te Apps wie Whats­app oder Sky­pe ge­hö­ren ame­ri­ka­ni­schen Gross­kon­zer­nen, die mit­un­ter Zu­griff auf die Da­ten der Nut­zer ha­ben. Doch es gibt al­ter­na­ti­ve An­bie­ter, die ei­nen bes­se­ren Da­ten­schutz ver­spre­chen. So­bald man ei­ne An­wen­dung wie Whats­app in­stal­liert ha­be, ge­be man vie­le De­tails von sich preis – an­ge­fan­gen von der Te­le­fon­num­mer bis hin zum ge­spei­cher­ten Adress­buch, den per­sön­li­chen Nach­rich­ten oder den Fo­tos, warnt die Ge­schäfts­lei­te­rin der Stif­tung für Kon­su­men­ten­schutz, Sa­ra Stal­der. «Wer das nicht will, muss in müh­sa­mer Klein­ar­beit ver­su­chen, die Schleu­sen wie­der zu schlies­sen. Es ist qua­si ein Rund­um­job, wenn man per­ma­nent gu­te Da­ten­schutz­ein­stel­lun­gen ha­ben und im­mer auf dem neu­es­ten Stand sein will», sagt Stal­der. Vie­len sei das zu auf­wen­dig und kom­pli­ziert – und das nutz­ten die Tech­fir­men aus.

Die wach­sen­de Macht der Tech­no­lo­gie­rie­sen Goog­le, Face­book,

App­le, Ama­zon und Mi­cro­soft hat jüngst auch den US-Kon­gress auf den Plan ge­ru­fen. Er hat de­ren Chefs in die Man­gel ge­nom­men. Ih­nen wird vor­ge­wor­fen, ih­re Markt­macht zu miss­brau­chen – zum Scha­den von Kon­su­men­tin­nen und Kon­su­men­ten.

Die Kon­zer­ne er­stell­ten an­hand der ge­sam­mel­ten In­for­ma­tio­nen Per­sön­lich­keits­pro­fi­le, er­läu­tert Erik Schö­nen­ber­ger, Ge­schäfts­lei­ter der Di­gi­ta­len Ge­sell­schaft. Je bes­ser die per­sön­li­chen Vor­lie­ben und Ge­wohn­hei­ten der Nut­zer be­kannt sei­en, des­to ein­fa­cher könn­ten die Kon­zer­ne dann ziel­ge­rich­tet Wer­be­plät­ze an Un­ter­neh­men oder po­li­ti­sche Par­tei­en ver­kau­fen. «Das hat die Kraft, die Nut­zer zu be­ein­flus­sen, ei­nen Kauf zu tä­ti­gen oder ei­ne po­li­ti­sche Mei­nung zu ver­fes­ti­gen», warnt Schö­nen­ber­ger. Er rät von der Nut­zung von Whats­app ab und emp­fiehlt, auf al­ter­na­ti­ve An­bie­ter aus­zu­wei­chen – auch wenn das ein Ex­tra­auf­wand nach sich zieht.

Doch oft hiel­ten die Nut­zer den­noch an Whats­app fest, denn viel­fach nut­ze der ge­sam­te Freun­des- und Be­kann­ten­kreis die App und ein Wech­sel er­for­de­re Über­zeu­gungs­ar­beit.

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