Durch­zo­ge­ner Auf­takt von Mu­jin­ga Kam­bund­ji

Zu­erst über­zeugt die Ber­ne­rin über 100 Me­ter, dann ent­täuscht sie über die hal­be Bahn­run­de.

Zürichsee-Zeitung (Meilen) - - Sport - Mar­co Opp­li­ger

So ein Sai­son­start hat durch­aus sei­ne Tü­cken – Mu­jin­ga Kam­bund­ji weiss Be­scheid. Vor Jah­res­frist be­stritt die Kö­ni­ze­rin ihr ers­tes Ren­nen im fran­zö­si­schen Nan­cy, und wur­de da­bei über 100 Me­ter in 11,54 Se­kun­den ge­stoppt. Nach die­ser Ent­täu­schung soll­te sie lan­ge brau­chen, um in Fahrt zu kom­men.

Die­se Er­fah­rung je­doch ist weit weg, als sich Kam­bund­ji im Sta­di­on Hard in Lan­gen­thal in den Start­block be­gibt. Nach dem Auf­wär­men ha­be sie sich zwar gut ge­fühlt, wird sie spä­ter sa­gen, «nur ein­schät­zen konn­te ich das Gan­ze nicht». Die Un­si­cher­heit weicht spä­tes­tens, als sie die Zi­el­li­nie über­quert. In 11,21 Se­kun­den wird Kam­bund­ji ge­stoppt. Na­tür­lich kom­men ihr die war­men Tem­pe­ra­tu­ren und der Rü­cken­wind (+1,8 m/s) ent­ge­gen. Gleich­wohl ist das für die Lan­des­re­kord­hal­te­rin ei­ne durch­aus so­li­de Leis­tung zum Auf­takt. Und ei­ne Er­leich­te­rung, weil sie nun die Ge­wiss­heit hat, mit ih­rer Pla­nung rich­tig ge­le­gen zu ha­ben, nicht zu früh in die Sai­son zu star­ten.

Zu ver­hal­ten über 200 Me­ter

Gleich­wohl ver­lässt Kam­bund­ji Lan­gen­thal nicht rest­los glück­lich. Was an ih­rem zwei­ten Auf­tritt liegt. Erst­mals seit ih­rem Lauf zur his­to­ri­schen WM­Bron­ze­me­dail­le tritt die 28­Jäh­ri­ge wie­der über 200 Me­ter an. Die Ge­fühls­la­ge al­ler­dings lässt sich kaum mit je­ner von da­mals ver­glei­chen. In 23,33 bleibt sie über ei­ne Se­kun­de über ih­rer Best­zeit. «Das war schlecht», hält sie fest. Die mit Ein­bruch der Dun­kel­heit küh­le­ren Tem­pe­ra­tu­ren hät­ten sie eben­so ver­un­si­chert wie die Bei­ne, die sich nach dem ers­ten

Auf­tritt be­merk­bar mach­ten. «Aber na­tür­lich bin ich dann das Ren­nen viel zu ver­hal­ten an­ge­gan­gen.»

Kam­bund­ji braucht er­fah­rungs­ge­mäss ei­ni­ge Wett­kämp­fe, um in Form zu kom­men. Des­halb wird sie höchst­wahr­schein­lich am Sams­tag in Re­gens­dorf noch­mals über 100 Me­ter an­tre­ten, ge­wis­ser­mas­sen als Vor­be­rei­tung für ih­ren Auf­tritt am Dia­mond­Le­ague­Mee­ting von Mo­na­co in ei­ner Wo­che.

Dämp­fer für Jo­seph

Es kann nicht im­mer auf­ge­hen – das ist auch die Er­kennt­nis des Tages für Ja­son Jo­seph. Am 24. Ju­li war er die 110 Me­ter Hür­den in 13,34 Se­kun­den ge­lau­fen, ver­bes­ser­te da­mit sei­nen ei­ge­nen

Re­kord um fünf Hun­derts­tel – bei kei­nes­wegs idea­len Be­din­gun­gen im Berner Wank­dorf. In Lan­gen­thal hin­ge­gen hät­te das Drum­her­um mit Som­mer­wet­ter und leich­tem Rü­cken­wind für ei­nen wei­te­ren Fa­belauf­tritt des 21­Jäh­ri­gen ge­passt. Doch dann wur­de er in 13,50 ge­stoppt – und sprach da­nach Kl­ar­text: «Da­mit bin ich gar nicht zu­frie­den.» Zu ver­hal­ten sei der Start ge­we­sen, «dann kam ich ir­gend­wie in ei­nen Trott rein».

Am 14. Au­gust wird er nun sein nächs­tes Ren­nen be­strei­ten, wo­bei die Büh­ne weit­aus grös­ser sein wird: Es han­delt sich um das Dia­mond­Le­ague­Mee­ting von Mo­na­co. «Da wer­de ich ganz an­de­re Läu­fer ne­ben mir ha­ben, das wird mich aber zu­sätz­lich pus­hen», sagt Jo­seph.

Fo­to: Keystone

Ge­misch­te Ge­füh­le: Mu­jin­ga Kam­bund­ji.

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