Ei­ne sach­li­che Ana­ly­se fehlt

Zürichsee-Zeitung (Meilen) - - Forum -

Aus­ga­be vom 30. Ju­li

«Kahl­schlag an der Au­to­bahn, doch das Holz bleibt im Dorf»

Das ging aber schnell: Am 2. Ju­ni hiess es noch, dass es dem Ur­kä­fer im Sihl­wald wohl ist. Und nun die flä­chen­de­cken­de Ro­dung we­gen des Bor­ken­kä­fers. Wenn es dem Ur­kä­fer wohl ist, muss es auch dem Bor­ken­kä­fer wohl sein, denn Holz ist Holz und Rin­de ist Rin­de, ob ste­hend oder am Bo­den lie­gend. Es ist nicht das ers­te Mal, dass uns un­se­re «Forst­ex­per­ten» ein Wald­ster­ben und da­mit not­wen­di­ge Ro­dun­gen schmack­haft ma­chen. Heu­te ist es um das Wald­ster­ben we­gen «sau­rem Re­gen» still ge­wor­den. Und so er­le­ben wir ei­ne Neu­auf­la­ge mit dem Bor­ken­kä­fer, aber dies­mal so of­fen­sicht­lich und nach­voll­zieh­bar: Man schaue sich die häss­li­chen, rie­si­gen Tür­me von Holz­ab­fäl­len und Rin­den in den Wäl­dern an. Da ist es doch al­len Kä­fern, auch dem Bor­ken­kä­fer, wohl. Es man­gelt an ei­ner sach­li­chen Ana­ly­se zwi­schen nach­hal­ti­ger Forst­wirt­schaft, nai­vem Um­welt­schutz und Holz-Raub­bau, los­ge­löst vom Deck­man­tel der Ur- und Bor­ken­kä­fer. Un­se­re Forst­wirt­schaft braucht drin­gend ei­ne Um­struk­tu­rie­rung auf pro­fes­sio­nel­lem Ni­veau. Hans Ge­org Braun­schwei­ler, Rüsch­li­kon

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