Die Schweiz steht vor dem Ab­schluss ei­nes Impf­stoff­ver­trags

Zürichsee-Zeitung (Meilen) - - Schweiz -

Die Schweiz will 60 Pro­zent der Be­völ­ke­rung ge­gen Co­ro­na imp­fen. Und das so bald wie mög­lich. Um sich die ers­ten Aus­lie­fe­run­gen zu si­chern, will das Bun­des­amt für Ge­sund­heit (BAG) 100 Mil­lio­nen Fran­ken aus­ge­ben. Aber noch steht kein Ver­trag, und die Schweiz ge­hört zu den letz­ten In­dus­trie­staa­ten, die sich bei den Phar­ma­fir­men Vor­rech­te er­kau­fen. Mit dem US-Bio­tech-Un­ter­neh­men Mo­der­na zo­gen sich die Ver­hand­lun­gen ges­tern noch im­mer hin. «Wir ste­hen vor dem Ver­trags­ab­schluss», sag­te Patrick Ma­thys vom BAG am Nach­mit­tag.

Der Impf­stoff von Mo­der­na ist gen­ba­siert und be­ruht auf ei­ner neu­ar­ti­gen Tech­no­lo­gie, die Re­gis­trie­rung für die Test­pha­se mit 30’000 Pro­ban­den hat letz­te Wo­che be­gon­nen. Noch ist un­klar, ob er si­cher und ef­fi­zi­ent ist. Den Haupt­wirk­stoff der Imp­fung pro­du­ziert der Schwei­zer Kon­zern Lon­za im Auf­trag von Mo­der­na in sei­nen Wer­ken in den USA und in Visp. Lon­za selbst kann nicht über die Zu­tei­lung ent­schei­den, hat aber zwi­schen Mo­der­na und dem BAG ver­mit­telt, denn die Kon­kur­renz zwi­schen den Staa­ten um die Vor­rech­te ist in­ten­siv.

Ins­ge­samt will die Schweiz für drei bis fünf ver­schie­de­ne Impf­stof­fe Vor­be­stel­lun­gen auf­ge­ben. Die UNO dringt auf ei­ne ge­rech­te Ver­tei­lung auch an ar­me Staa­ten. «Dass die Impf­stoff­ver­tei­lung nicht völ­lig ge­recht sein wird, da­von müs­sen wir lei­der aus­ge­hen», sag­te da­ge­gen Ma­thys. Aber auch ein Impf­stoff wird die Pan­de­mie nicht um­ge­hend be­en­den. «Wir wer­den wahr­schein­lich nur ei­nen Schutz von 30 bis 50 Pro­zent ha­ben», warnt Phar­ma­ana­lyst Michael Na­wrath von der Zürcher Kan­to­nal­bank.

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