We­nig Fort­schrit­te bei Be­kämp­fung von Kor­rup­ti­on

Wochen Blitz - - Thailand Nachrichten -

Der Kampf ge­gen die Kor­rup­ti­on ge­hört zu den Prio­ri­tä­ten der Re­gie­rung Ying­luck, doch es wur­den kaum Fort­schrit­te er­zielt.

Das An­ti-Kor­rup­ti­ons­netz­werk, das Pri­vat­fir­men re­prä­sen­tiert, be­rich­te­te, dass bei staat­li­chen Auf­trä­gen rund 50% der Kos­ten un­ter dem Tisch ge­zahlt wer­den.

Die Re­gie­rung hat­te ei­gens ei­ne Hot­li­ne ein­ge­rich­tet, da­mit Bür­ger bzw. Ge­schäfts­leu­te Hin­wei­se auf Kor­rup­ti­ons­fäl­le ge­ben kön­nen. Es ru­fen we­ni­ger Leu­te an als ge­dacht, und meist be­schwe­ren sich El­tern über von Schu­len ver­lang­te Schmier­geld­zah­lun­gen. Dem­nach kann die­ses Pro­jekt als ge­schei­tert an­ge­se­hen wer­den.

Kor­rup­ti­on bei Ma­ri­ne

In ei­nem ak­tu­el­len Fall hat die Ge­ne­ral­staats­an­walt­schaft (OAG) Er­mitt­lun­gen in Be­zug auf die An­schaf­fung von Kriegs­schif­fen auf­ge­nom­men, weil, so die OAG, es kei­ne hin­rei­chen­de Er­klä­rung über die Aus­schrei­bung sei­tens der Ma­ri­ne gibt.

Drei Schif­fe wur­den von der Ma­ri­ne für ein Bud­get von 553,5 Mio. Baht an­ge­schafft, die OAG teil­te am 15. Au­gust mit, dass man in der An­ge­le­gen­heit er­mitt­le. Die OAG ha­be zwei­mal, und das be­reits im Fe­bru­ar und März, schrift­lich das Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­um auf­ge­for­dert, die An­ge­le­gen­heit zu prü­fen. Ei­ne Re­ak­ti­on gab es nicht, statt­des­sen wur­de der Ver­trag mit der Fir­ma am 25. April un­ter­schrie­ben.

Zwar gab es ei­ne Aus­schrei­bung, aber da­bei soll es nicht mit rech­ten Din­gen zu­ge­gan­gen sein, denn den Zu­schlag be­kam ei­ne Fir­ma, die die in der Aus­schrei­bung fest­ge­leg­ten Be­din­gun­gen nicht er­füll­te.

Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ter Su­kum­pol Su­wa­na­tat ver­tei­dig­te den De­al, ihm sei von der Ma­ri­ne und Rechts­ex­per­ten des Mi­nis­te­ri­ums mit­ge­teilt wor­den, dass al­les sei­ne Ord­nung hät­te.

Kor­rup­ti­on im Ge­fäng­nis

In ei­nem wei­te­ren Kor­rup­ti­ons­fall ver­dien­ten fünf Häft­lin­ge im Ge­fäng­nis von Nak­hon Si Tham­ma­rat mit Dro­gen­ge­schäf­ten laut An­ti-Geld­wä­sche­be­hör­de (Am­lo) trotz ih­res Auf­ent­hal­tes dort 350 Mio. Baht. Sie be­ka­men Hil­fe­stel­lung von Jus­tiz­voll­zugs­be­am­ten.

Ei­ner Un­ter­su­chung der Am­lo zu­fol­ge, wur­den von den Kon­ten der fünf Ge­fan­ge­nen die Gel­der auf über 300 an­de­re Kon­ten ver­teilt. Der Ge­samt­be­trag be­trug 350 Mio. Baht, wie die der Ge­ne­ral­se­kre­tär der Am­lo, Si­han­art Prayoon­rat, am 15. Au­gust be­kannt gab.

Zur Zeit über­prüft die Am­lo, wer in die Ge­schäf­te ver­wi­ckelt ist und will dann An­kla­ge er­he­ben. Die Am­lo wies dar­auf hin, dass die Ge­fan­ge­nen ih­re De­als nur tä­ti­gen konn­ten, weil sie mit Jus­tiz­voll­zugs­be­am­ten zu­sam­men­ar­bei­te­ten. Die hät­ten Kon­ten er­öff­net und Über­wei­sun­gen von Mit­glie­dern der Dro­gen­ban­de er­hal­ten.

Es ist aber auch von Re­gie­rungs­be­am­ten die Re­de, die ih­ren An­teil an den aus dem Ge­fäng­nis ge­tä­tig­ten Ge­schäf­ten ein­sack­ten, in­dem Stroh­män­ner Kon­ten er­öff­ne­ten, auf die die Gel­der dann flos­sen.

Si­han­art kün­dig­te har­tes Durch­grei­fen an: Man wer­de auch die Stroh­män­ner be­lan­gen, denn die hät­ten sich der Geld­wä­sche schul­dig ge­macht.

Das al­les ist al­ler­dings nur die Spit­ze ei­nes Eis­ber­ges: Al­lein im Ge­fäng­nis von Nak­hon Si Tham­ma­rat sol­len schät­zungs­wei­se ins­ge­samt ei­ne Mil­li­ar­de Baht um­ge­setzt wor­den sein.

In ei­ni­gen Fäl­len sei­en Gel­der von Kon­ten mit klei­ne­ren Be­trä­gen auf Kon­ten mit viel Geld ge­flos­sen, die als „Ver­tei­ler“dien­ten. Von dort ging es dann wei­ter auf an­de­re Kon­ten, die teil­wei­se „ein­fluss­rei­chen Per­so­nen“ge­hö­ren, die nicht in Haft sit­zen.

Die Am­lo un­ter­sucht der­zeit die Wä­sche von Dro­gen­gel­dern in fünf an­de­ren Ge­fäng­nis­sen: Bang Kwang, Khao Bin, Khlong Prem („Bang­kok Hil­ton“), Khlong Phai und Rayong.

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