Thai­län­di­sche Pa­ti­en­ten­ver­fü­gung und Vor­sor­ge­voll­macht

Wochen Blitz - - Kolumne -

Ei­ne in Deutsch­land ord­nungs­ge­mäß er­stell­te Pa­ti­en­ten­ver­fü­gung und Vor­sor­ge­voll­macht wird in Thai­land nicht ak­zep­tiert.

Ei­ne Pa­ti­en­ten­ver­fü­gung, auch als Pa­ti­en­ten­tes­ta­ment be­zeich­net, stellt ei­ne schrift­li­che Vor­aus­ver­fü­gung ei­ner Per­son für den Fall dar, dass die­se ih­ren Wil­len nicht mehr wirk­sam er­klä­ren kann. Ei­ne Pa­ti­en­ten­ver­fü­gung be­zieht sich auf me­di­zi­ni­sche Maß­nah­men wie ärzt­li­che Heil­ein­grif­fe und steht meist im Zu­sam­men­hang mit der Ver­wei­ge­rung von le­bens­ver­län­gern­den Maß­nah­men.

Bei ei­ner Pa­ti­en­ten­ver­fü­gung han­delt es sich so­mit um ei­ne sehr weit­rei­chen­de Ver­fü­gung, aus gu­tem Grund sind da­her er­heb­li­che Vor­aus­set­zun­gen ein­zu­hal­ten. Hier­zu ge­hört, dass ei­ne Pa­ti­en­ten­ver­fü­gung ge­mäß den ge­setz­li­chen Vor­schrif­ten des je­wei­li­gen Lan­des, in dem sie even­tu­ell an­ge­wen­det wird, zu­stan­de ge­kom­men sein muss. Dies be­deu­tet, dass ei­ne Pa­ti­en­ten- ver­fü­gung, die in Deutsch­land beim No­tar er­stellt wur­de, auch wenn die­se ins Thai über­setzt und no­ta­ri­ell be­glau­bigt wur­de, nicht nach den Vor­schrif­ten des thai­län­di­schen Rechts zu­stan­de ge­kom­men. Nach thai­län­di­schem Recht muss ei­ne Pa­ti­en­ten­ver­fü­gung und die Voll­macht von ei­nem in Thai­land zu­ge­las­se­nen An­walt er­stellt und be­glau­bigt wer­den.

Ei­ne wei­te­re Vor­aus­set­zung ist ein ärzt­li­ches At­test aus dem her­vor­geht, dass sich der Voll­macht­ge­ber im Voll­be­sitz sei­ner geis­ti­gen Kräf­te be­fin­det.

Schließ­lich ist ein schrift­li­ches Ein­ver­ständ­nis von ei­nem Fa­mi­li­en­an­ge­hö­ri­gen wie Ehe­part­ner, El­tern, Ge­schwis­ter oder Kin­dern er­for­der­lich, die der Er­stel­lung ei­ner Pa­ti­en­ten­ver­fü­gung und Vor­sor­ge­voll­macht zu­stim­men.

Wie auch in Deutsch­land kann in Thai­land ei­ne Pa­ti­en­ten­ver­fü­gung sehr in­di­vi­du­ell ge­stal­tet wer­den.

Wäh­rend die Pa­ti­en­ten­ver­fü­gung re­gelt, wel­che le­bens­ver­län­gern­den Maß­nah­men durch­ge­führt, bzw. nicht durch­ge­führt wer­den sol­len, be­stimmt die so­ge­nann­te Vor­sor­ge­voll­macht, wel­che Per­son bzw. Per­so­nen da­für Sor­ge tra­gen, dass die Ver­fü­gun­gen des Pa­ti­en­ten be­folgt wer­den.

Mit der Vor­sor­ge­voll­macht wird so­mit ein Be­voll­mäch­tig­ter be­auf­tragt, den spä­te­ren Pa­ti­en­ten, Voll­macht­ge­ber in be­stimm­ten An­ge­le­gen­hei­ten zu ver­tre­ten, wenn die­ser sei­nen Wil­len nicht mehr sel­ber kund­tun kann.

Ei­ne Vor­sor­ge­voll­macht muss sich nicht le­dig­lich auf die Hand­lun­gen be­schrän­ken, die in ei­ner Pa­ti­en­ten­ver­fü­gung be­nannt wur­den. So kann mit­tels der Vor­sor­ge­voll­macht auch ei­ne not­wen­di­ge Be­treu­ung des Voll­macht­ge­bers ge­re­gelt wer­den.

Durch die Er­stel­lung ei­ner ord­nungs­ge­mä­ßen thai­län­di­schen Pa­ti­en­ten­ver­fü­gung kann man schließ­lich si­cher sein, dass auch in dem Fall, in dem man nicht mehr sel­ber über sein Le­ben ver­fü­gen kann, die vor­her ge­äu­ßer­ten Wün­sche um­ge­setzt wer­den.

Im Krank­heits­fall wer­den thai­län­di­sche Ärz­te dann die Wün­sche des Pa­ti­en­ten mit­tels der Pa­ti­en­ten­ver­fü­gung be­ach­ten und re­spek­tie­ren. Sehr ger­ne ste­he ich Ih­nen un­ter in­[email protected]­recht.com oder www.thai­recht.com für in­di­vi­du­el­le Nach­fra­gen zur Ver­fü­gung.

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