Sei­ne Ma­jes­tät Kö­nig Bhu­mi­bol wird 85 Jah­re alt Thai­lands “schüt­zen­der Fels in der Bran­dung”

Wochen Blitz - - Kolumne -

Kö­nig Bhu­mi­bol ist der neun­te Herr­scher der 230 Jah­re al­ten Cha­kri-Dy­nas­tie und der dienst­äl­tes­te Mon­arch der Welt. Am 5. De­zem­ber 1927

wur­de er im ame­ri­ka­ni­schen Cam­bridge, Mas­sa­chu­setts ge­bo­re­nen.

Er wuchs in der Schweiz auf und be­such­te dort die Grund­schu­le und das Gym­na­si­um. An­schlie­ßend stu­dier­te er in Lau­sanne Po­li­tik- und Rechts­wis­sen­schaf­ten. Dar­über hin­aus be­sitzt er ein In­ge­nieur­spa­tent in den Spar­ten Schiffs­bau und Elek­tro­tech­nik. Am 9. Ju­ni 1946 be­stieg er den Thron. Das Volk, das Land und sein Kö­nig sind seit Jahr­hun­der­ten ei­ne un­trenn­ba­re Ein­heit in ver­trau­ter Ver­bun­den­heit.

Thai­land ist seit 1932 ei­ne kon­sti­tu­tio­nel­le Mon­ar­chie. Ob­wohl ihm die Ver­fas­sung kei­ne di­rek­te Macht zu­bil­ligt, hat Kö­nig Bhu­mi­bol durch sei­ne In­te­gri­tät ei­nen über­ra­gen­den Ein­fluß im Land.

Wäh­rend sei­ner 66-jäh­ri­gen Amts­zeit ka­men und gin­gen 20 Re­gie­run­gen.

Das Mi­li­tär putsch­te 12 Mal. (der letz­te Um­sturz war am 19. Sep­tem­ber 2006).

Es ist nur dem Kö­nig zu ver­dan­ken, daß Thai­land nicht in schwe­re Kri­sen stürz­te. Da er von al­len Be­völ­ke­rungs-

( Khun Da­eng - deut­sche Über­ar­bei­tung Frank Set­zer)

schich­ten hoch ge­schätzt und ge­liebt wird, und das Volk ihm un­ein­ge­schränkt ver­traut, bleibt der Zu­sam­men­halt des Lan­des trotz po­li­ti­scher Span­nun­gen er­hal­ten.

Ein Grund für die fast gött­li­che Ver­eh­rung des Kö­nigs ist der Glau­be der Thais an die Wie­der­ge­burt.

Um als Kö­nig ge­bo­ren zu wer­den, muß man in sei­nen vor­an­ge­gan­ge­nen Le­ben kon­ti­nu­ier­lich vie­le, ver­dienst­vol­le, tu­gend­haf­te Ta­ten voll­bracht ha­ben.

Die an­ge­sam­mel­ten Ver­diens­te ver­wan­deln sich nach bud­dhis­ti­schem Kon­zept zu ei­ner gros­sen BARAMIE, ein pa­li­scher Be­griff, der "schüt­zen­de Ab­schir­mung” be­deu­tet und vor al­lem Un­heil be­hü­tet. Die­ses Kon­zept, wel­ches zur Er­lan­gung ei­ner na­tür­li­chen Au­to­ri­tät führt, gilt für al­le Men­schen glei­cher­ma­ßen.

In die­sem Zu­sam­men­hang spiel­ten die gro­ßen Ver­diens­te sei­ner Vor­fah­ren ei­ne nicht un­er­heb­li­che Rol­le. Auch die­se ka­men dem Vol­ke zu­gu­te . Die Thais ha­ben Kö­nig Ra­ma III., Ra­ma IV., und Ra­ma V.

sehr viel zu ver­dan­ken. Durch de­ren ge­schickt ge­führ­te Ver­hand­lun­gen mit den west­li­chen Ero­be­rern ent­ging Thai­land den eu­ro­päi­schen Ko­lo­ni­al­ge­lüs­ten.

Hin­zu kommt, dass Kö­nig Bhu­mi­bol seit über 60 Jah­ren ei­nen un­er­meß­li­chen Ein­satz für das Wohl­er­ge­hen sei­ner Un­ter­ta­nen ge­leis­tet hat.

Er fuhr mit sei­ner Fa­mi­lie in die ent­le­gens­ten Dör­fer und be­such­te die Ärms­ten der Ar­men in ih­ren Hüt­ten, um sich ih­re Sor­gen und Nö­te an­zu­hö­ren.

Im Selbst­stu­di­um er­lern­te der Kö­nig die ho­he Kunst des Ent­wi­ckelns und Bau­ens von Be­wäs­se­rungs­an­la­gen.

Auf dem gro­ßen Ge­län­de des Chi­trala­da Pa­las­tes fin­det man die Ex­pe­ri­men­tier­fel­der für den Reis­an­bau so­wie ei­ne Rin­der­farm.

Hier tes­te­te sei­ne Ma­jes­tät, wie man Land­wirt­schaft ef­fi­zi­en­ter macht und der Er­trag op­ti­miert wer­den kann. Er rich­te­te an sei­nem Hof ei­ne Stif­tung ein, die mit kö­nig­li­chen Gel­dern die­se Ent­wick­lungs­pro­jek­te fi­nan­zier­te und be­treu­te.

Mehr als 1300 Stif­tungs­bü­ros sind über das gan­ze Land ver­teilt.

Öd­land wird wie­der auf­ge­fors­tet, Ka­nä­le und Kran­ken­häu­ser ge­baut.

Ei­ne eben­falls sehr wich­ti­ge Auf­ga­be der Stif­tun­gen ist es Bau­ern zu er­mu­ti­gen, statt Opi­um Obst an­zu­pflan­zen.

Kö­nig Bhu­mi­bol überwachte höchst­per­sön­lich die von ihm nach öko­lo­gi­schen Grund­sät­zen aus­ge­ar­bei­te­ten Pro­jek­te.

Bei ei­nem In­ter­view stell­te Sei­ne Ma­jes­tät ein­mal fest :

“Man sagt, ein Kö­nig­reich sei wie ei­ne Py­ra­mi­de. Der Kö­nig oben das Volk un­ten. In die­sem Land ist es um­ge­kehrt, und des­halb ha­be ich manch­mal sol­che Schmer­zen in den Schul­tern.”

Sein Ge­burts­tag am 5. De­zem­ber wird als Na­tio­nal­fei­er­tag und zu­gleich auch als Va­ter­tag ge­fei­ert. Da er sei­nem Volk mit ähn­lich viel Lie­be und Hin­ga­be be­geg­net, wie ein Va­ter sei­nem Kind, wird er als Va­ter des Thai­vol­kes ver­ehrt.

Tra­di­tio­nell bringt der Kö­nig an sei­nem Ge­burts­tag Op­fer­ga­ben für die Mön­che.

An be­stimm­ten, wich­ti­gen Ge­burts­ta­gen schickt Sei­ne Ma­jes­tät Ge­schen­ke an In­haf­tier­te in al­le Ge­fäng­nis­se Thai­lands. Un­ab­hän­gig da­von, wel­che Na­tio­na­li­tät oder Haut­far­be der Ge­fan­ge­ne hat. Durch ein kö­nig­li­ches De­kret wer­den Haft­stra­fen re­du­ziert und man­che Ge­fan­ge­nen wer­den vor­zei­tig ent­las­sen.

An­ders als bei uns fei­ern die Thais nor­ma­ler­wei­se ih­ren Ge­burts­tag so, dass das Ge­burts­tags­kind selbst Ge­schen­ke ver­teilt. So wer­den un­ter an­de­rem früh mor­gens fer­tig zu­be­rei­te­te Spei­sen an Mön­che ver­teilt.

Wer wohl­ha­bend ist, spen­det zu­sätz­lich auch noch für hilfbe­dürf­ti­ge Men­schen. Kin­der in Wai­sen­häu­sern pro­fi­tie­ren maß­geb­lich von die­ser sinn­vol­len, groß­her­zi­gen Sit­te. Schul­kin­der in är­me­ren Ge­gen­den be­kom­men Ge­schen­ke in Form un­ter­schied­li­cher Uten­si­li­en zum Schrei- ben und Ma­len. Die­ser Brauch stammt aus der bud­dhis­ti­schen Leh­re.

Der Mensch soll mehr ge­ben als neh­men.

Der thai­län­di­sche Staat bie­tet als Ge­schenk zum Ge­burts­tag des Kö­nigs vie­le kos­tens­lo­se, all­ge­mei­ne So­zi­al­leis­tun­gen. Öf­fent­li­che Ge­sund­heits­checks und an­de­re ärzt­li­che Be­hand­lun­gen wie Blut­spen­den beim Ro­ten Kreuz ge­hö­ren auch da­zu. Be­rühm­te thai­län­di­sche Schau­spie­ler, Sän­ger und an­de­re Künst­ler

tref­fen sich und or­ga­ni­sie­ren ver­schie­de­ne Un­ter­hal­tungs- oder Tanz­shows. Der Ein­tritt ist selbst­ver­ständ­lich für al­le frei.

Die künst­le­ri­schen Vor­lie­ben des Kö­nig ge­hö­ren der Mu­sik. Er ist nicht nur ein gros­ser Jazz­lieb­ha­ber, er spielt und kom­po­niert auch selbst. Vor­wie­gend Sa­xo­phon, aber auch Kla­vier, Gi­tar­re und Trom­pe­te.

Ganz Thai­land ist im De­zem­ber mit far­bi­gen Lich­tern, Flag­gen, Blu­men und Por­traits des Kö­nigs ge­schmückt.

In Bangkok ist die De­ko­ra­ti­on am präch­tigs­ten. Die Pres­se so­wie al­le Fern­seh- und Ra­dio­sen­dun­gen gra­tu­lie­ren ih­rem Kö­nig mit ein­drucks­vol­len Ge­dich­ten und Rei­men in der Hofspra­che, kom­bi­niert mit den an­spruchs­vol­len Aus­zü­gen aus der Li­te­ra­tur, San­s­krit und Pa­li.

Da­bei kom­men in der Hofspra­che fol­gen­de pa­li­sche Wort­phra­sen auf­fal­lend oft vor :

“PH­RA BARAMIE POK KLAO”

über­setzt:

"Sei­ne gros­se, hei­li­ge Kraft­aus­strah­lung be­deckt un­se­ren Kopf."

Da­mit ist ge­meint : “Sei­ne Ma­jes­tät ist für al­le Thai­län­der ei­ne gros­se men­ta­le und see­li­sche Stüt­ze”.

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