Un­fass­bar: BER wird noch ein­mal 770 Mil­lio­nen Eu­ro teu­rer

Vor zwei Mo­na­ten ha­ben die Ver­ant­wort­li­chen den Start des neu­en Ber­li­ner Flug­ha­fens BER wie­der ver­scho­ben, die­ses Mal auf 2020. Nun wur­de die Rech­nung da­für prä­sen­tiert.

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Die Kos­ten für den neu­en Haupt­stadt­flug­ha­fen stei­gen vor­aus­sicht­lich auf mehr als sie­ben Mil­li­ar­den Eu­ro. Weil sich die Er­öff­nung ein wei­te­res Mal ver­zö­gert, er­war­ten die Be­trei­ber Mehr­aus­ga­ben von 770 Mil­lio­nen Eu­ro, so ein Spre­cher.

Da­mit wür­den die Kos­ten für den dritt­größ­ten deut­schen Air­port knapp 7,3 Mil­li­ar­den Eu­ro erreichen - beim ers­ten Spa­ten­stich für den BER 2006 war von 2 Mil­li­ar­den Eu­ro die Re­de ge­we­sen. Fehl­pla­nun­gen, Ver­zö­ge­run­gen, Bau­män­gel und Er­wei­te­run­gen lie­ßen seit­her je­doch die Rech­nung im­mer hö­her wer­den.

Der ent­spre­chen­de Bu­si­ness-Plan soll­te am Frei­tag nach Re­dak­ti­ons­schluss dem Auf­sichts­rat vor­ge­legt wer­den, kün­dig­te der Spre­cher an. „Über die De­tail­fra­gen zur Fi­nan­zie­rung ist die Flug­ha­fen­ge­sell­schaft in kon­struk­ti­ven Ge­sprä­chen mit den Ge­sell­schaf­tern“, hieß es. Dies sind die Län­der Berlin und Bran­den­burg so­wie der Bund.

An­geb­lich soll die Hälf­te der 770 Mil­lio­nen von die­sen drei Ei­gen­tü­mern kom­men - ob als Zu­schuss oder als Dar­le­hen, blieb zu­nächst noch of fen. Für den Rest wol­le die Flug­ha­fen­ge­sell­schaft Bank­kre­di­te auf­neh­men.

Bran­den­burgs Fi­nanz­mi­nis­ter Chris­ti­an Gör­ke sag­te, die Flug­ha­fen­ge­sell­schaft müs­se „durch un­ter­neh­me­ri­sche Ei­gen­maß­nah­men“zur Fi­nan­zie­rung bei­tra­gen. „Für Aus­bau­maß­nah­men - über die In­be­trieb­nah­me des BER hin­aus - steht die FBB im Wort, ei­gen­stän­dig trag­fä­hi­ge Fi­nan­zie­rungs­mo­del­le zu ent­wi­ckeln und ab­zu­si­chern.“

Die Flug­ha­fen­ge­sell­schaft Berlin Bran­den­burg (FBB) mach­te bei Be­kannt­ga­be der Mehr­kos­ten deut­lich, dass das zu­sätz­li­che Geld für bei­des ge­braucht wer­de: die Fer­tig­stel­lung und den wei­te­ren Aus­bau des Air­ports.

Dass sich wei­te­re Mehr­kos­ten er­ge­ben wür­den, war klar, seit­dem die Er­öff­nung des Flug­ha­fens im De­zem­ber ein wei­te­res Mal ver­scho­ben wur­de - von 2018 auf 2020. Ur­sprüng­lich soll­ten im neu­en Ter­mi­nal in Schö­ne­feld schon 2011 die ers­ten Pas­sa­gie­re ein­che­cken.

Flug­ha­fen­chef En­gel­bert Lüt­ke Dal­drup hat­te im Ja­nu­ar er­klärt, für das Ter­mi­nal wür­den 300 bis 400 Mil­lio­nen Eu­ro be­nö­tigt. Zu­dem sei Geld nö­tig, um Kre­di­te zu til­gen und Zin­sen zu zah­len. Al­lein im ver­gan­ge­nen Jahr ha­be das Un­ter­neh­men 140 Mil­lio­nen Eu­ro für den Schul­den­dienst auf­brin­gen müs­sen. Ber­lins Fi­nanz­se­na­tor Mat­thi­as Kol­latz-Ah­nen (SPD, Fo­to) be­stä­tig­te, dass ihm Zah­len zum zu­sätz­li­chen Fi­nanz­be­darf vor­lie­gen. Als sich zwei Ta­ge zu­vor der Ber­li­ner Ko­ali­ti­ons­aus­schuss mit dem Bu­si­ness-Plan aus­ein­an­der­set­zen woll­te, war das noch nicht der Fall. Kol­latz-Ah­nen nann­te nun als Ziel, die Fi­nan­zie­rungs­lü­cke durch An­stren­gun­gen des Un­ter­neh­mens so­wie wei­te­re Op­ti­mie­rung zu ver­klei­nern.

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