Ös­ter­reich will nach blu­ti­gen An­schlä­gen Asyl­recht än­dern

Die Asyl­de­bat­te nimmt in Ös­ter­reich wie­der Fahrt auf. Der FPÖIn­nen­mi­nis­ter hat ge­ne­rel­len Hand­lungs­be­darf beim Asyl­recht er­kannt. Der An­lass sind meh­re­re blu­ti­ge An­grif­fe auf of­fe­ner Stra­ße.

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Im Ge­gen­satz zu Deutsch­land hat man die neue ös­ter­rei­chi­sche Re­gie­rung die Ge­fahr er­kannt - und re­agiert auch fol­ge­rich­tig. Nach ins­ge­samt acht Atta­cken al­lein in die­sem Jahr - u.a. durch zwei Af­gha­nen und ei­nen Mann mit ägyp­ti­schen Wur­zeln auf ei­ne Fa­mi­lie, ei­nen Sol­da­ten und ei­nen Po­li­zis­ten - will sie das Asyl­recht grund­sätz­lich auf den Prüf­stand stel­len.

„Wir brau­chen mu­ti­ge An­sät­ze“, so der In­nen­mi­nis­ter Her­bert Kickl (FPÖ, Fo­to un­ten) in Wi­en. Die Re­gie­rung wol­le den EU-Vor­sitz in der zwei­ten Jah­res­hälf­te nut­zen, um in die­ser Fra­ge eu­ro­pa­weit Ver­bün­de­te zu ge­win­nen. Das ak­tu­el­le Asyl­recht wer­de den An­for­de­run­gen ei­ner glo­ba­li­sier­ten Welt nicht mehr ge­recht, mein­te der FPÖ-Po­li­ti­ker.

De­tails zu den Vor­stel­lun­gen der Re­gie­rung nann­te er nicht. Bun­des­kanz­ler Se­bas­ti­an Kurz (ÖVP) tritt schon län­ger da­für ein, dass im Mit­tel­meer ge­ret­te­te Flücht­lin­ge nicht mehr nach Eu­ro­pa, son­dern in si­che­re Re­gio­nen oder die Her­kunfts­län­der zu­rück­ge­bracht wer­den soll­ten. Af­gha­nen stel­len in Ös­ter­reich nach den Sy­rern die zweit­größ­te Grup­pe bei den Asyl­su­chen­den. Kickl will nun zu­nächst die Ab­schie­bun­gen for­cie­ren. Nach dem Mes­ser­an­griff auf ei­nen Wach­sol­da­ten vor der ira­ni­schen Bot­schaf­ter-Re­si­denz in Wi­en gibt es ers­te Hin­wei­se auf ei­nen mög­li­chen po­li­ti­schen Hin­ter­grund. Der 26-jäh­ri­ge An­grei­fer, ein Mann mit ös­ter­rei­chi­schem Pass und ägyp­ti­schen Wur­zeln, ha­be „ein­deu­tig Sym­pa­thie für den po­li­ti­schen Is­lam“, sag­te die Ge­ne­ral­di­rek­to­rin für die öf­fent­li­che Si­cher­heit, Michae­la Kard­eis. Die bei ei­ner Haus­durch­su­chung si­cher­ge­stell­ten Do­ku­men­te sei­en aber noch nicht voll­stän­dig aus­ge­wer­tet. Der 26-Jäh­ri­ge war bei sei­ner nächt­li­chen Atta­cke von dem Wach­sol­da­ten er­schos­sen wor­den. Dann kam es am Di­ens­tag dar­auf kam es vor dem pro­vi­so­ri­schen Par­la­ment in Wi­en zu ei­nem wei­te­ren Zwi­schen­fall. Ein 26-jäh­ri­ger Af­gha­ne ver­wi­ckel­te laut Po­li­zei ei­nen in ei­nem Strei­fen­wa­gen sit­zen­den Be­am­ten vor dem pro­vi­so­ri­schem Par­la­ment am Hel­den­platz in ein Ge­spräch. Plötz­lich ha­be er den Po­li­zis­ten am Kra­gen ge­packt und ver­sucht, ihn aus dem Au­to zu zer­ren. Der Be­am­te setz­te Pfef­fer­spray ein und nahm den Mann fest. Das Mo­tiv für den An­griff war zu Re­dak­ti­ons­schluss noch völ­lig un­klar. Knapp ei­ne Wo­che zu­vor hat­te ein 23-jäh­ri­ger Af­gha­ne ei­ne drei­köp­fi­ge Fa­mi­lie in Wi­en auf of­fe­ner Stra­ße nie­der­ge­sto­chen und le­bens­ge­fähr­lich ver­letzt. Au­ßer­dem wur­de ein 20-jäh­ri­ger Lands­mann von ihm at­ta­ckiert. Er ha­be we­gen sei­ner „schlech­ten, ag­gres­si­ven Stim­mung“und aus Wut über sei­ne ge­sam­te Le­bens­si­tua­ti­on ge­han­delt, so die Po­li­zei nach dem Ver­hör des Ver­däch­ti­gen. Das braucht man nicht zu kom­men­tie­ren...

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