Good­bye Käptn Paul­sen Traum­schiff-„Ka­pi­tän“Sieg­fried Rauch nach Un­fall ge­stor­ben

Von Sin­ga­pur nach uer­to Ri­co: Das .. Traum­schiff" hat Sieg­fried Rauch ei­nem Mil­lio­nen­pu­bli­kum be­kannt ge­macht. Auch im ho­hen Al­ter stand der a er noch vor der Ka­me­ra oder auf der hne. un ist er im Al­ter von ah­ren ge­stor­ben.

Amerika Woche - - Front Page -

Wenn Sieg­fried Rauch über sein Le­ben sprach, klang das meist prag­ma­tisch: Als er sein Stu­di­um der Ar­chi­tek­tur in München ab­bre­chen woll­te, hielt ihn das gu­te und güns­ti­ge Men­sa­es­sen an der Uni, er­zähl­te er kurz vor sei­nem 85. Ge­burts­tag. Al­so stu­dier­te er ein­fach et­was an­de­res und kam so über Um­we­ge zur Schau­spie­le­rei. Nicht zu­letzt die 14 Jah­re auf der Kom­man­do­brü­cke des ZDF-“Traum­schiffs“mach­ten ihn dann zu ei­nem der be­lieb­tes­ten deut­schen Schau­spie­ler.

Prag­ma­tisch war Rauch auch, wenn es um das Le­ben und den Tod ging. Das Schick­sal ha­be al­les in der Hand, da sei er sich si­cher. Und auch, dass es da „ir­gend­et­was zwi­schen Him­mel und Er­de“ge­be, „was wir nicht so ganz be­grei­fen kön­nen“, war für ihn aus­ge­macht. Über­ra­schen las­sen woll­te er sich aber nicht von die­sen Kräf­ten und such­te sich da­her schon vor vie­len Jah­ren ei­nen schö­nen Platz auf dem Fried­hof aus – mit Al­pen­blick. Nun ist der Ka­pi­tän end­gül­tig von Bord ge­gan­gen. Rauch starb im Al­ter von 85 Jah­ren in sei­nem Wohn­ort Un­ter­söche­ring süd­lich von München.

Der Schau­spie­ler hat­te am Abend die Feu­er­wehr be­sucht. Hier soll an­geb­lich ein Herz­ver­sa­gen ein­ge­setzt ha­ben, wo­durch er zu­sam­men sack­te und dar­auf­hin ei­ne Trep­pe hin­ab fiel. Der Sturz sei nicht to­des­ur­säch­lich ge­we­sen, hieß es von Sei­ten sei­nes Ma­nage­ments.

Die Feu­er­wa­che be­fin­det sich di­rekt ne­ben Rauchs Wohn­haus, wie Bür­ger­meis­ter Rai­nald Hu­ber be­rich­te­te. Der Feu­er­wehr­kom­man­dant ha­be ihm er­zählt, dass Rauch wäh­rend ei­ner Fei­er im Feu­er­wehr­haus auf ein Glas Wein vor­bei­ge­schaut ha­be. „Das hat er öf­ter mal ge­macht.“

Rauchs be­ruf­li­ches Le­ben hat die Rol­le des „Traum­schiff“-Ka­pi­täns Ja­kob Paul­sen be­son­ders ge­prägt und sie hat auch gut zu ihm ge­passt. Ka­pi­tän Paul­sen hat­te ei­gent­lich nie schlech­te Lau­ne, hilfs­be­reit und herz­lich war er da­ge­gen im­mer. Die Uni­form adrett und blen­dend weiß, da­zu die­ses ver­trau­ens­wür­di­ge Lä­cheln – die­sen Blick hat Rauch nie ver­lernt. „Ein Ka­pi­tän muss et­was Vä­ter­li­ches ha­ben“, hat Rauch ein­mal ge­sagt - und mit sei­ner Ru­he und Ge­las­sen­heit das auch aus­ge­strahlt.

An­fang der 1970er Jah­re ge­lang ihm der schau­spie­le­ri­sche Durch­bruch: 1971 spiel­te er im Klas­si­ker „Le Mans“an der Sei­te sei­nes gu­ten Freun­des Ste­ve McQueen ei­nen Renn­fah­rer und über­zeug­te da­bei oh­ne vie­le Wor­te. Der Sprung nach Hol­ly­wood wä­re mög­lich ge­we­sen, doch die baye­ri­sche Hei­mat war Rauch wich­ti­ger als das gro­ße Geld in Ame­ri­ka.

In der länd­li­chen Idyl­le mit Blick auf die Al­pen fühl­te er sich wohl, seit 1973 leb­te er in ei­nem Bau­ern­haus. „Wenn ich ar­bei­te, muss ich glück­lich sein, und das kann ich nur in mei­nem Bau­ern­haus in Bay­ern und mit mei­ner Fa­mi­lie“, sag­te er ein­mal. In dem klei­nen Ort war der pro­mi­nen­te Ein­woh­ner sehr be­liebt, so der Bür­ger­meis­ter. „Da kennt je­der je­den.“Die Men­schen stün­den nach Rauchs Tod un­ter Schock.

Statt auf den Ki­n­o­lein­wän­den war Rauch seit En­de der 70er Jah­re im­mer öf­ter im Fern­se­hen zu se­hen. So jag­te er et­wa in der Fa­mi­li­en­se­rie „Es muss nicht im­mer Ka­vi­ar sein“ab 1977 als Spi­on Tho­mas Lie­ven über den Fern­seh­schirm und zeig­te da­bei sei­ne char­man­te Sei­te. Ab 1999 war Rauch dann für 14 Jah­re das Ge­sicht des „Traum­schiffs“. Bis zu­letzt stand er als Dr. Ro­man Mel­chin­ger in der ZDF-Er folgs­se­rie „Der Berg­dok­tor“vor der Ka­me­ra. Im Ju­ni sol­len die Dreh­ar­bei­ten zur nächs­ten Staf­fel be­gin­nen. Wie es oh­ne Rauch wei­ter­geht, sei noch völ­lig un­klar, sag­te ein Spre­che­rin der Pro­duk­ti­ons­fir­ma.

Rauchs Kol­le­gen re­agier ten nach der To­des­nach­richt be­trof­fen. Hei­de Kel­ler, eins­ti­ge Chef­hos­tess auf dem „Traum­schiff“, will die Zeit mit Sieg­fried Rauch in bes­ter Er­in­ne­rung be­hal­ten: „Er war ein Ka­pi­tän, bei dem je­der Pas­sa­gier, der Angst vor Wind und Wel­len hat, sagt: Bei dem Mann ge­he ich an Bord. Der weiß, was zu tun hat“. Die Nach­richt von sei­nem Tod ha­be sie „um­ge­hau­en“. Schau­spie­ler Hans Sigl - der mehr als zehn Jah­re lang mit Rauch im „Berg­dok­tor“spiel­te - sag­te: „Er war auf­rich­tig und herz­lich, lus­tig und lie­be­voll. Sieg­fried wird mir sehr feh­len“. Von sei­nen Zu­schau­ern wur­de Rauch für sei­ne sanf­te und bo­den­stän­di­ge Art mit gro­ßer Be­liebt­heit be­lohnt. Ihm selbst war das eher su­spekt. „Mei­ne zwei Söh­ne sa­gen da­zu im­mer: „Weil du so bist, wie du bist“, sag­te er vor sei­nem 85. Ge­burts­tag - und blieb wie so oft prag­ma­tisch: „Wie­so soll ich denn auch an­ders sein?“

Newspapers in German

Newspapers from USA

© PressReader. All rights reserved.