Glück­see­lig­keit: War­um die Fin­nen die Glück­lichs­ten sind

Das Glück wohnt im Nor­den - das legt zu­min­dest der Welt­glücks­be­richt na­he. Dies­mal schafft es Finn­land an die Spit­ze. Was ha­ben die Fin­nen, das an­de­re so nei­disch ma­chen kann?

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Die Win­ter sind lang, ei­sig und dun­kel. Geo­po­li­tisch ist Finn­land ein­ge­quetscht zwi­schen Russ­land und den USA. Wirt­schaft­lich längst nicht so reich wie Nach­bar Nor­we­gen. Trotz­dem sind die Fin­nen laut „Welt­glücks­re­port“die glück­lichs­ten Men­schen der Welt. Ein paar Ide­en, war­um das so sein könn­te:

1. BRÜDERLICHE RI­VA­LI­TÄT: Am glück­lichs­ten, sagt man, sind die Fin­nen, wenn sie die Schwe­den schla­gen. Die Nach­barn sind wie Ge­schwis­ter: Sie lie­ben sich, doch mes­sen sich in al­lem. Die lus­tigs­ten fin­ni­schen Wit­ze han­deln von Schwe­den. Beim Eis­ho­ckey zählt ein Sieg dop­pelt, wenn er ge­gen Schwe­den er­run­gen wur­de. Da­bei trei­ben sich die Nach­barn ge­gen­sei­tig zu Hoch­leis­tun­gen.

2. NA­TUR: Finn­land ist das Land der Wäl­der und Se­en. Rund 80 Pro­zent der Lan­des­flä­che sind da­von be­deckt. Da kann man tief durch­at­men, das macht den Kopf frei. Die klei­ne Flucht aus dem All­tag ver­bin­den die Fin­nen gern mit Bee­ren­pflü­cken und Pil­ze­sam­meln. 3. WEI­ßE NÄCH­TE: So dun­kel der Win­ter ist, die hel­len Som­mer­näch­te ma­chen ihn ver­ges­sen. Wenn die Ta­ge end­los sind und das Licht weiß wird, sind die Fin­nen vol­ler Ener­gie. Nicht um­sonst wer­den die meis­ten Ba­bys neun Mo­na­te nach der Son­nen­wen­dFei­er ge­bo­ren.

4. VER­TRAU­EN: Wäh­rend vie­le Deut­sche erst­mal gr un­d­sätz­lich skep­tisch sind, ver­trau­en die Fin­nen dar­auf, dass an­de­re schon das Rich­ti­ge tun wer­den. Das gilt auch für den Staat. Für so­zia­le Si­cher­heit, kos­ten­lo­se Bil­dung und ein Ge­sund­heits­we­sen auf ho­hem Ni­veau ak­zep­tie­ren sie auch ho­he Steu­ern.

5. FI­NAN­ZI­EL­LE SI­CHER­HEIT: Die fin­ni­sche Wirt­schaft kommt ge­ra­de aus ei­nem Tief. Trotz Job­ver­lus­ten ging es den Men­schen aber nicht wirk­lich schlecht: Ei­ner Sta­tis­tik zu­fol­ge sind Ar­beits­lo­se in dem Land hoch im Nor­den bes­ser ge­stellt als im Rest der EU. Nir­gend­wo ist ihr Ar­muts­ri­si­ko ge­rin­ger - dank staat­li­cher Hil­fen.

6. FRAU­EN­POWER: Finn­land gab 1906 als ers­tes Land Eu­ro­pas Frau­en das Recht zu wäh­len. Heu­te ist Gleich­stel­lung kaum noch ei­ne Fra­ge: Fin­ni­sche Frau­en ar­bei­ten in der Re­gel Voll­zeit, das Pro­no­men „hän“be­deu­tet zugleich „er“und „sie“.

7. SAU­NA: Sau­na ist in Finn­land Le­bens­art und hilft, Geist und Kör­per zu ent­span­nen. Die 5,5 Mil­lio­nen Fin­nen sol­len et­wa 3 Mil­lio­nen Sau­nen be­sit­zen. So re­la­xed kann man nur glück­lich sein. 8. KAF­FEE: Nir­gend­wo trin­ken die Men­schen mehr Kaf­fee als in Finn­land. Die schwar­ze Brü­he soll we­gen der ge­för­der­ten Pro­duk­ti­on be­stimm­ter Hor­mo­ne zu­frie­den stim­men kön­nen, ha­ben Ana­ly­sen er­ge­ben. Ei­nen ähn­li­chen Ef­fekt sagt man auch dem Sal­mi­ak-La­kritz nach, das es über­all in Finn­land gibt.

9. ALLEINSEIN: Das ge­nie­ßen die Fin­nen oft rich­tig. Sie ha­ben so­gar ein Wort für das Ge­fühl, wenn man sich abends al­lein und in Un­ter­wä­sche zu Hau­se ei­nen Drink ge­neh­migt - oh­ne den Druck, un­be­dingt aus­ge­hen zu müs­sen: „Kal­sa­ri­k­än­nit“. Die fin­ni­sche Ver­si­on von „Hyg­ge“.

10. SISU: Ei­ne men­ta­le Ei­gen­schaft, die an­geb­lich nur die Fin­nen ha­ben. Sisu ist ein Mix aus Be­harr­lich­keit, Zä­hig­keit, Kampf­geist, Stur­heit und Ge­duld. Nie auf­ge­ben, lau­tet die De­vi­se.

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