Skan­dal­ur­teil: Au­to­bau­er VW darf mut­maß­li­chem Is­la­mis­ten nicht kün­di­gen

Sa­mir B. woll­te in den Dschi­had zie­hen und droh­te Kol­le­gen mit dem Mord. Das Un­ter­neh­men kün­dig­te ihn. Jetzt zog B. vor Ge­richt - und ge­wann.

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Der 30-Jäh­ri­ge be­trat das Lan­des­ge­richt Han­no­ver in Jog­ging­ho­se. Er klag­te ge­gen sei­nen Ar­beit­ge­ber Volks­wa­gen, der ihn be­reits 2016 ge­kün­digt hat­te. Der Grund: Sa­mir B. (Fo­to) woll­te of­fen­bar nach Sy­ri­en und sich der Ter­ror-Mi­liz ISIS an­schlie­ßen.

Volks­wa­gen be­fürch­te­te, dass der An­ge­stell­te ei­nen An­schlag auf ih­rem Werks­ge­län­de ver­üben könn­te. Bei Be­triebs­ver­samm­lun­gen wa­ren bei­spiels­wei­se bis zu 10.000 Men­schen an­we­send.

Auch der Freun­des­kreis von Sa­mir B. scheint die Ver­mu­tun­gen von VW zu be­stä­ti­gen: Ein Fo­to auf Face­book aus dem Jahr 2014 zeigt den 30-Jäh­ri­gen in ei­nem Re­stau­rant mit Bi­l­el H. und Hous­sem H. - bei­de schlos­sen sich dem IS an, bei­de sind tot. Er selbst wur­de En­de 2014 am Flug­ha­fen Han­no­ver ge­stoppt. Im Ge­päck: 9.350 Eu­ro in Bar, so­wie ei­ne Droh­ne.

Sa­mir B. soll eben­fall in Fuß­gän­ger­zo­nen den Koran ver­teilt ha­ben. Zu­dem wur­de er im­mer wie­der mit dem Is­la­mis­ten Pier­re Vo­gel ge­se­hen. Und: Der 30-Jäh­ri­ge soll zu sei­nen Kol­le­gen mehr­mals ge­sagt ha­ben, dass sie „al­le ster­ben“wer­den.

Für Volks­wa­gen gab es kei­ne an­de­re Mög­lich­keit: Sa­mir B. muss­te ge­kün­digt wer­den. Auch bot man ihm ei­nen Ver­gleich über 65.000 Eu­ro, in­klu­si­ve sau­be­rem Ar­beits­zeug­nis - man woll­te ihn ein­fach los­wer­den.

Nützt al­les nichts. Die An­wäl­te von Sa­mir B. lehn­ten den Deal ein­fach ab. Jetzt ver­kün­de­te der Rich­ter das über­ra­schen­de Ur­teil: Die Kün­di­gung ist un­wirk­sam!

Kon­kret heißt das, der mut­maß­li­che Is­la­mist darf wei­ter­hin für VW ar­bei­ten. Der Au­to­bau­er hält die Kün­di­gung wei­ter­hin für be­rech­tigt. Man will nun vor das Bun­des­ar­beits­ge­richt zie­hen.

Man muss sich al­ler­dings schon fra­gen, wes­sen In­ter­es­sen das LAn­des­ge­richt Han­no­ver hier über­haupt ver­tre­ten hat, si­cher nicht die des deut­schen Vol­kes, für das das Ge­richt doch ei­gent­lich tä­tig ist. Wenn in ei­nem der­art dras­ti­schen und ab­so­lut ein­deu­ti­gen Fall ei­nem Un­ter­neh­men das Recht auf Kün­di­gung ge­nom­men wird, dann kann man von nichts an­de­rem re­den als von ei­nem kras­sen Fehl­ur­teil.

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