Pro Tell kämpft ge­gen EU-Waf­fen­richt­li­nie

Amerika Woche - - Alpenregion -

Das Jahr 2018 stel­le Pro Tell vor grosse Her­aus­for­de­run­gen, hiess es be­reits in der Ein­la­dung zur GV. „Die Ver­hin­de­rung der vor­ge­se­he­nen Über­nah­me der neu­en EU-Feu­er­waf­fen­richt­li­ni­en durch den Bun­des­rat er­for­dert von uns al­len ein sehr grosses En­ga­ge­ment und - vor al­lem - ge­schlos­se­ne Rei­hen.“

Das scheint nun ge­lun­gen. Das Re­fe­ren­dum wird von den Pro-Tel­lMit­glie­der ein­stim­mig un­ter­stützt, wie Ge­ne­ral­se­kre­tär Ro­bin Udry jetzt auf An­fra­ge sag­te. Die Ge- sell­schaft wer­de nächs­tens ei­ne „sehr star­ke und ein­fluss­rei­che“na­tio­na­le Al­li­anz grün­den, um die­ses Ge­set­zes­pro­jekt zu be­kämp­fen.

Zwar ha­be Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ter Guy Par­me­lin an der Ge­ne­ral­ver­samm­lung „höf­li­chen Ap­plaus“er­hal­ten, als er den vom Bun­des­rat An­fang März vor­ge­schla­ge­nen Ge­set­zes­ent­wurf ver­tei­digt ha­be, über­zeugt ha­be sei­ne Re­de aber die we­nigs­ten.

Ab­ge­lehnt hat die Pro-Tell-Ver­samm­lung da­ge­gen die Lan­cie­rung ei­ner na­tio­na­len Volks­in­itia­ti­ve für die Sou­ve­rä­ni­tät des Waf­fen­rechts. Die Ge­sell­schaft wol­le ih­re Kräf­te bün­deln und sich auf das Re­fe­ren­dum fo­kus­sie­ren, sag­te Udry.

Im Zen­trum der ver­schärf­ten EU-Vor­schrif­ten ste­hen halb­au­to­ma­ti­sche Ge­weh­re und Pis­to­len mit Ma­ga­zi­nen mit gros­sem Fas­sungs­ver­mö­gen. Da­zu ge­hört das Sturm­ge­wehr 90 der Schwei­zer Ar­mee, das Sport­schüt­zen üb­li­cher wei­se be­nüt­zen.

Als ver­bo­te­ne Waf­fen sol­len neu halb­au­to­ma­ti­sche Ge­weh­re mit ei­nem Ma­ga­zin von mehr als zehn Schuss oder Pis­to­len mit über 20 Schuss gel­ten. Von die­sen Waf­fen geht laut Bun­des­rat ei­ne Ge­fahr aus, weil mit ih­nen oh­ne Nach­la­den meh­re­re Ma­le ge­schos­sen wer­den kann. Ziel der neu­en Ge­setz­ge­bung ist, den Zu­gang zu die­sen Waf­fen zu be­schrän­ken und den In­for­ma­ti­ons­aus­tausch im Schen­gen-Raum zu ver­bes­sern.

Die EU-Waf­fen­richt­li­nie stand von Be­ginn weg in der Kritik: Ne­ben Pro Tell ha­ben auch der Schwei­ze­ri­sche Schiess­sport­ver­band und der Schwei­ze­ri­sche Un­ter­of­fi­ziers­ver­band be­reits mit dem Re­fe­ren­dum ge­droht. Von den gro­ßen Par­tei­en stellt sich die SVP ge­gen die Vor­la­ge.

Auch für die „Platt­form für ein zu­kunfts­fä­hi­ges Waf­fen­recht“hat der Bun­des­rat die EU-Richt­li­nie nur „un­ge­nü­gend um­ge­setzt“. Sie for­der t vor der Par­la­ments­de­bat­te, dass der Zu­gang zu Waf­fen wei­ter ein­ge­schränkt und Aus­nah­me­be­wil­li­gun­gen nur im Aus­nah­me­fall ge­währt wer­den.

Der Platt­form ge­hö­ren ne­ben der SP un­ter an­de­rem auch der Po­li­zei­be­am­ten­ver­band (VSPB), die Da­ch­or­ga­ni­sa­ti­on psych­ia­trisch-py­scho­the­ra­peu­tisch tä­ti­ger Ärz­tin­nen und Ärz­te (FMPP) und die Evan­ge­li­schen Frau­en Schweiz (EFS) an.

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