Dash­cam vor Ge­richt - BGH prüft Ver­wert­bar­keit der Auf­nah­men

Amerika Woche - - Auto -

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Rund 1300 Eu­ro und Krat­zer an zwei Au­tos - der Streit­wert ist ge­ring, doch die Fol­gen könn­ten weit­rei­chend sein: An­hand ei­nes Un­falls in Magdeburg ver­han­del­te der Bun­des­ge­richts­hof BGH jetzt erst­mals die Fra­ge, ob Auf­nah­men von Vi­deo­ka­me­ras an Ar­ma­tu­ren­brett und Wind­schutz­schei­be als Be­weis vor Ge­richt (VI ZR 233/17) ge­nutzt wer­den dür­fen. Das höchs­te deut­sche Zi­vil­ge­richt (klei­nes Fo­to links im Fo­to) will am 15. Mai sein Ur­teil spre­chen. Er­war­tet wird ei­ne Grund­satz­ent­schei­dung.

Der Fall: Zwei Au­tos tou­chie­ren sich beim Ab­bie­gen. Die Schuld­fra­ge ist un­klar. Der Gut­ach­ter hält bei­de Ver­sio­nen für plau­si­bel, die Zeu­gin kann sich nicht ge­nau er­in­nern. Ei­ner der Fah­rer hat ei­ne Mi­ni­ka­me­ra - al­so ei­ne Dash­cam im Au­to. Mit den Auf­nah­men will er be­wei­sen, dass er un­schul­dig ist.

Doch we­der das Amts- noch das Land­ge­richt Magdeburg be­rück­sich­tig­ten die­se. Da sol­che Auf­nah­men ge­gen da­ten­schutz­recht­li­che Be­stim­mun­gen ver­sto­ßen, dürf­ten sie nicht als Be­weis her­an­ge­zo­gen wer­den, ur­teil­ten die Mag­de­bur­ger Rich­ter.

Völ­lig un­ver­ständ­lich, fin­det der An­walt des Klä­gers, der vol­len Scha­den­er­satz for­dert und des­halb vor den BGH ge­zo­gen ist. „Die Recht­spre­chung darf sich nicht an der Na­se her­um­füh­ren las­sen“, be­ton­te er in Karls­ru­he. „Wenn Be­wei­se da sind, muss man sie auch ver­wen­den dür­fen.“

Das se­hen Po­li­zis­ten und Ver­si­che­rer auch so: „Dash­cams hel­fen bei der Auf­klä­rung von Un­fäl­len“, ist der Ge­samt­ver­band der deut­schen Ver­si­che­rungs­wirt­schaft über­zeugt.

Der An­walt des be­klag­ten Au­to­fah­rers warn­te hin­ge­gen vor Ein­grif­fen in das Per­sön­lich­keits­recht von Ver­kehrs­teil­neh­mern und be­schwor bei der BGH-Ver­hand­lung das Bild ei­ner „da­sh­cam­ver­seuch­ten Ge­sell­schaft“her­auf. St­un­den­lang den Ver­kehr fil­men sei nicht ver­hält­nis­mä­ßig.

Er be­fürch­tet ei­ne aus­ufern­de Über­wa­chung und sieht sich im Ein­klang mit Da­ten­schüt­zern und vie­len Ver­kehrs­recht­lern. „Big Bro­ther“auf der Stra­ße - das geht gar nicht, fin­det auch Ver­kehrs­recht­le­rin Da­nie­la Miel­chen.

Dash­cams nicht ver­bo­ten

„Das per­ma­nen­te Fil­men an­de­rer Ver­kehrs­teil­neh­mer wäh­rend der Fahrt ist aber nicht er­laubt. Das ver­stößt ge­gen den Da­ten­schutz“, er­läu­tert Andre­as Krä­mer vom Deut­schen An­walt­ver­ein (DAV). Wer es den­noch tut, ris­kiert ein Buß­geld oder gar ein Film­ver­bot - wie ein als „Kn­öll­chen-Horst“be­kannt ge­wor­de­ner Früh­rent­ner aus dem Harz, der mit Dash­cams Jagd auf an­geb­li­che Ver­kehrs­sün­der ge­macht und in den ver­gan­ge­nen Jah­ren Zehn­tau­sen­de an­ge­zeigt hat­te.

Der Ver­kehrs­ge­richts­tag plä­diert schon län­ger da­für, sol­che Auf­nah­men nur in en­gen Gren­zen bei schwe­ren Ver­stö­ßen oder ei­nem dro­hen­den Un­fall zu­zu­las­sen.

Ge­ra­de letz­te­re For­de­rung ist al­ler­dings ab­surd, denn wer kann ei­nen Un­fall schon vor­aus­se­hen. Der Ver­kehrs­ge­richts­tag auch nicht.

Groß raus ka­men die klei­nen Ka­me­ras welt­weit, als Dash­cams rus­si­scher Au­to­fah­rer 2013 ei­nen nie­der­ge­hen­den Me­teo­ri­ten ein­fin­gen. Auch in Deutsch­land wer­den sie im­mer beliebter: Ei­ner Um­fra­ge des IT-Bran­chen­ver­bands Bit­kom zu­fol­ge fah­ren mit ih­nen acht Pro­zent von 1000 be­frag­ten Au­to­fah­rern her­um. Wei­te­re 13 Pro­zent wol­len sie in Zu­kunft auf je­den Fall nut­zen, 25 Pro­zent kön­nen es sich vor­stel­len.

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