Fried­rich Nau­mann Stif­tung für die Frei­heit

Amerika Woche - - Wir In Amerika -

Am Di­ens­tag, dem 17. Ju­li 2018, fuhr ich nach Wa­shing­ton, schlän­gel­te mich um die Po­t­ho­les und Bau­stel­len in un­se­re schö­ne Haupt­stadt her­um, die ich vor vie­len, sehr vie­len, Jah­ren gern be­such­te und durch­wan­der­te.

Da ich aus den „Boon­dogs“, Prin­ce Ge­or­ges Coun­ty, au­ßer­halb des Belt­ways kam, be­ging ich drei gro­ße Feh­ler bei der Pla­nung die­ser Fahrt. Ich glaub­te dem GPS, wie weit es sei, wie lan­ge es dau­ern wür­de und wie ich zu fah­ren ha­be.

War­um wa­ren es Feh­ler? Si­cher­lich weiß das je­der Le­ser aus der Groß­stadt. Ich glau­be, mein GPS mein­te, es kön­ne Luft­li­nie be­rech­nen, Po­li­zei- oder Feu­er­wehr- Ge­schwin­dig­keit als Maß­stab neh­men und bräuch­te Häu­ser- und Stra­ßen­bau, Po­t­ho­les und Um­lei­tun­gen nicht ein­zu­re­chen, ge­schwei­ge denn die Rad­fah­rer, für die kei­ner­lei Ver­kehrs­zei­chen zu gel­ten schei­nen.

Da­her kam ich 50 Mi­nu­ten zu spät im W. Ho­tel Wa­shing­ton (Wil­lard) an und er­fuhr von drei äu­ßerst freund­li­chen Ho­tel­be­diens­te­ten, zu­min­dest mit dem Par­ken wä­re es kein Pro­blem. Ich be­kam ein Bil­let in die Hand ge­drückt, mein Au­to ver­schwand und hin­ter dem ho­hen Stän­der kam ei­ne Hand her­vor: Das wä­ren $35.00 - und selbst­ver­ständ­lich neh­men wir Kre­dit­kar­ten. Mein Kinn fiel auf den Blu­sen­kra­gen und mir wur­de noch wär­mer als die 90 Grad - plus Feuch­tig­keit -, es eh schon ver­an­lass­ten. Ein strah­len­des Lä­cheln und der zwei­te Herr mein­te trös­tend: „Just look at this con­ve­ni­ence you ha­ve! En­joy your stay.“

Die fünf Stu­fen zur vor­neh­men Lob­by hat­ten glück­li­cher­wei­se ein klei­nes Ge­län­der, was mei­nen et­was ge­schock­ten Glie­dern den Auf­stieg er­leich­ter­te. Selbst­ver­ständ­lich war auch hier Per­so­nal blitz­schnell zur Stel­le, um die­ser „äl­te­ren Da­me“zu zei­gen, wo es denn zum Fahr­stuhl und zum „Alti­tu­de Room“ge­he. Wie­so ei­gent­lich „Fahr­stuhl“? Es ist doch gar kein Stuhl da...

Im­mer­hin lan­de­te ich auf dem er­wünsch­ten Stock­werk und mei­ne Na­se sog so­fort den Duft fri­schen Kaf­fees ein. Die rie­si­gen Erd­bee­ren auf dem Früh­stücks­buf­fet wa­ren mit Schlag­sah­ne be­mützt, sa­hen ein­la­dend aus, aber zum Kaf­fee passt halt bes­ser ein Crois­sant. Und es gab so­gar ech­te Tas­sen und Un­ter­tas­sen, Ma­ger- oder Voll­milch und Sah­ne.

Das „Trans­at­lan­ti­sche Frei­heits­fo­rum“war schon in Ak­ti­on und ich such­te nach ei­nem frei­en Sitz­platz. Schnell frag­te ich mich, ob ich an­stän­dig ge­nug ge­klei­det war und un­ter Schlip­se und dunk­le An­zü­ge pass­te. Das ist auf kei­nen Fall sar­kas­tisch ge­meint. Ich ge­noß es!

Die­se Ver­an­stal­tun­gen der „Fried­rich Nau­mann Foun­da­ti­on for Free­dom“bringt Re­prä­sen­tant Claus Gramckow nach Wa­shing­ton und er darf stolz auf sich und die Spre­cher der je­wei­li­gen The­men sein. Es war schon et­was an­stren­gend, dem Team auf der Büh­ne zu fol­gen: Alex­an­der Graf Lambs­dorff, Mark Pfeif­le, Chris­ti­an Lind­ner, Mo­de­ra­tor Ja­cob Heil­brunn, Dr. Ka­ren Don­fried, Micha­el Link und Ro­bert Cres­an­ti.

Wenn ich mir nun mei­ne No­ti­zen durch­le­se kommt mir die Idee, auf die FNF Web­site hin­zu­wei­sen. Dort fin­den Sie die erns­te­re Sei­te die­ses Ta­ges. Es wur­de nicht nur viel ge­re­det, son­dern auch viel ge­sagt. Ei­ne Art Zu­sam­men­fas­sung blieb in mei­nem Ge­dächt­nis hän­gen, lei­der ver­gaß ich wer es sag­te: 1.: Stay cool, 2.: Ta­ke so­me of Trumps is­su­es se­rious, 3.: Be po­si­ti­ve and think long-term, 4.: Con­trol­led esca­la­ti­on für Deutsch­lands Mi­li­tär und 5.: His­to­ry ne­ver re­peats its­elf.

Tja, das war es al­so. Mit Hu­mor geht al­les bes­ser. Ich hof­fe, das stimmt auch, wenn ei­ne Haus­frau in die gro­ße Welt schaut.

Bis zum nächs­ten Mal,

Chris­ti­ne Ham­bach

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