Ös­ter­reich und Ita­li­en ent­rüs­tet über UN!

Un­glaub­lich: Die UNMen­sch­rechts­or­ga­ni­sa­ti­on will Ös­ter­reich und Ita­li­en we­gen de­ren Flücht­lings­po­li­tik un­ter die Lu­pe neh­men. Die Re­ak­tio­nen kom­men prompt: Kopf­schüt­teln in Wi­en und ei­ne ab­so­lut ver­ständ­li­che Dro­hung aus Rom.

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Die Re­gie­run­gen Ös­ter­reichs und Ita­li­ens ha­ben er­war­tungs­ge­mäß und völ­lig zu Recht ver­är­gert auf die ge­plan­te Über­prü­fung ih­rer Flücht­lings­po­li­tik durch die UN-Men­schen­rechts­kom­mis­si­on re­agiert. Die neue UN-Men­schen­rechts­kom­mis­sa­rin Mi­chel­le Ba­che­let hat­te zu­vor ih­re Ab­sicht er­klärt, Ex­per­ten nach Ita­li­en zu schi­cken, um Be­rich­te über Fäl­le von Ge­walt und Ras­sis­mus ge­gen Mi­gran­ten, Men­schen afri­ka­ni­scher Ab­stam­mung und Ro­ma zu über­prü­fen. Und auch nach Ös­ter­reich will Ba­che­let Prü­fer ent­sen­den.

Ita­li­ens In­nen­mi­nis­ter Mat­teo Sal­vi­ni (im Fo­to oben links) droh­te des­halb um­ge­hend da­mit, die Zah­lun­gen für die Ver­ein­ten Na­tio­nen zu be­schnei­den. Ita­li­en zah­le jähr­lich 100 Mil­lio­nen Eu­ro an die UN, so Sal­vi­ni. Das Land wer­de dar­über be­ra­ten, ob es sinn­voll sei, wei­ter­hin zur „Fi­nan­zie­rung von Ver­schwen­dung, Ver­un­treu­ung und Dieb­stahl“in­ner­halb der UN bei­zu­tra­gen.

Sal­vi­ni, der auch Chef der rech­ten Re­gie­rungs­par­tei Le­ga ist, ließ durch­bli­cken, dass ei­ne Or­ga­ni­sa­ti­on, de­ren Mit­glie­der zum Teil Fol­ter und die To­des­stra­fe an­wen­de­ten, Ita­li­en kei­ne Leh­ren er­tei­len kön­ne. Der ita­lie­ni­sche Au­ßen­mi­nis­ter En­zo Mo­ave­ro Mi­la­ne­si wies den Vor­wurf des Ras­sis­mus in Ita­li­en zu­rück. Da­von zu spre­chen sei „un­an­ge­bracht, nicht fun­diert und un­fair“, sag­te er.

Auch die ös­ter­rei­chi­sche Re­gie­rung re­agier­te ver­schnupft auf die An­kün­di­gung Ba­che­lets. Bun­des­kanz­ler Se­bas­ti­an Kurz (Fo­to) hob die Leis­tun­gen sei­nes Lan­des bei der Be­wäl­ti­gung der Flücht­lings­kri­se her­vor: „Ich glau­be, dass sehr schnell klar wer­den wird - hof­fent­lich auch der neu­en Men­sch­rechts­kom­mis­sa­rin - dass Ös­ter­reich nach Schwe­den am zweit­meis­ten Men­schen in­ner­halb der Eu­ro­päi­schen Uni­on pro Kopf auf­ge­nom­men hat, dass un­ser So­zi­al­staat aus­ge­präg­ter ist als in fast al­len an­de­ren Län­dern der Welt, dass bei uns an­er­kann­te Flücht­lin­ge mehr Min­dest­si­che­rung be­kom­men als in vie­len an­de­ren Län­dern das Durch­schnitts­ein­kom­men ist.“

Kurz er­gänz­te, dass er in sei­ner Zeit als Au­ßen­mi­nis­ter in vie­len Län­dern ge­we­sen sei, wo Fol­ter an der Ta­ges­ord­nung war, es die To­des­stra­fe gab und Pres­se-, Mei­nungs- und Re­li­gi­ons­frei­heit Fremd­wor­te sei­en. „Ich den­ke es ist gut, wenn die Prü­fung in Ös­ter­reich ab­ge­schlos­sen ist, wenn man sich dann auch die­sen Län­dern wie­der zu­wen­det, wo es mit der Men­schen­rechts­si­tua­ti­on wirk­lich Pro­ble­me gibt.“

Ba­che­lets Bü­ro prä­zi­sier­te am Di­ens­tag, sol­che Un­ter­su­chun­gen sei­en nichts Un­ge­wöhn­li­ches. Das Bü­ro ent­sen­de Teams in al­le Län­der, in de­nen Men­schen­rechts­fra­gen auf­kä­men, sag­te Pres­se­spre­che­rin Ra­vina Sham­d­a­sa­ni. So ha­be es im Jahr 2016 Be­su­che in Bul­ga­ri­en, Frank­reich, Grie­chen­land, Ita­li­en und Ma­ze­do­ni­en ge­ge­ben. Manch­mal ge­he es nur dar­um, sich vor Ort zu in­for­mie­ren, manch­mal wür­den Be­rich­te er­stellt. Sham­d­a­sa­ni rech­net da­mit, dass die Be­su­che in Ös­ter­reich und Ita­li­en „in den nächs­ten Wo­chen“statt­fin­den.

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