Um­fra­ge­tief: CSU ver­liert in Um­fra­gen vor Bay­ern­wahl

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Ei­ne neue Um­fra­ge be­schert Mar­kus Sö­der, Horst See­ho­fer und der CSU gleich meh­re­re Hi­obs­bot­schaf­ten - und das mit­ten im End­spurt des Land­tags­wahl­kampfs. Der Mi­nis­ter­prä­si­dent sucht die Schuld in Ber­lin.

Kurz vor der baye­ri­schen Land­tags­wahl ist die CSU im ARD-“Bay­ern­trend“auf ein Re­kord­tief von 33 Pro­zent ab­ge­rutscht. Nach der jetz ver­öf­fent­lich­ten Um­fra­ge wür­de die Re­gie­rungs­par­tei nicht nur die ab­so­lu­te Mehr­heit klar ver­feh­len, rech­ne­risch wä­re so­gar ei­ne Vie­rer­ko­ali­ti­on ge­gen die CSU mög­lich - auch oh­ne Be­tei­li­gung der AfD. Die CSU ver­liert in der Er­he­bung des Mei­nungs­for­schungs­in­sti­tuts In­fra­test di­map im Ver­gleich zu ei­ner BR-Um­fra­ge aus dem Sep­tem­ber noch­mals zwei Pro­zent­punk­te. An­de­re Um­fra­gen hat­ten die CSU zu­letzt bei 34 bis 35 Pro­zent ge­se­hen.

Mi­nis­ter­prä­si­dent Mar­kus Sö­der (CSU) mach­te die gro­ße Ko­ali­ti­on in Ber­lin zu­min­dest mit­ver­ant­wort­lich für die schlech­ten Um­fra­ge­wer­te: „Das sind na­tür­lich al­les Zah­len, die un­glaub­lich durch die Ber­li­ner Po­li­tik ge­prägt wer­den“. Sö­der kri­ti­sier­te in­di­rekt auch das Ver­hal­ten von CSU-Chef und Bun­des­in­nen­mi­nis­ter Horst See­ho­fer (Foto) im Zu­sam­men­hang mit des­sen Flücht­lings-Mas­ter­plan: „Ich ge­be zu: Das wa­ren nicht ge­ra­de un­se­re al­ler- größ­ten Stern­stun­den!“

Sö­der warn­te vor ei­ner „völ­lig in­sta­bi­len Re­gie­rung“wie in an­de­ren Bun­des­län­dern und dass die De­mo­kra­tie in Bayern „zu wa­ckeln be­ginnt“. Er füg­te hin­zu: „Ich will kei­ne Ber­li­ner Ver­hält­nis­se im Baye­ri­schen Land­tag.“Über ei­ne theo­re­tisch mög­li­che Ko­ali­ti­on ge­gen die CSU sag­te Sö­der: „Da kann ich mir nicht vor­stel­len, dass das Bayern ver­bes­sern hilft.“

Klar zweit­stärks­te Kraft in der neu­en­Um­fra­ge sind die Grü­nen mit 18 Pro­zent (+1), ge­folgt von SPD und Frei­en Wäh­lern mit je­weils 11 Pro­zent. Die AfD lan­det ak­tu­ell bei 10 Pro­zent (-1). Die FDP wür­de mit 6 Pro­zent den Sprung in den Land­tag schaf­fen, die Lin­ke mit 4,5 Pro­zent den Ein­zug ins Ma­xi­mi­lia­ne­um knapp ver­feh­len. Grü­ne, SPD, Freie Wäh­ler und FDP kom­men der­zeit al­so zu­sam­men auf 46 Pro­zent - was für ei­ne Mehr­heit im Land­tag rei­chen wür­de, ge­gen CSU und AfD. Ein sol­ches Re­gie­rungs­bünd­nis gilt al­ler­dings als un­wahr­schein­lich.

CSU-Ge­ne­ral­se­kre­tär Mar­kus Blu­me warn­te, Bayern könn­te nach der Land­tags­wahl am 14. Ok­to­ber un­re­gier­bar wer­den: „Die Um­fra­ge ist ein Alarm­zei­chen. Es dro­hen Un­re­gier­bar­keit und in­sta­bi­le Re­gen­bo­gen­ko­ali

tio­nen ge­gen die

CSU. Der Er­folgs­weg Bay­erns ist akut in Ge­fahr, Bayern droht zu kip­pen.“

Rech­ne­risch mög­lich wä­re nach der neu­en Um­fra­ge auch ei­ne schwarz-grü­ne Ko­ali­ti­on. Für CSU und Freie Wäh­ler wür­de es da­ge­gen knapp nicht rei­chen, eben­so we­nig für CSU und SPD. Al­ler­dings könn­ten die Be­son­der­hei­ten des baye­ri­schen Wahl­rechts den­noch zu ei­ner Land­tags­mehr­heit die­ser Ko­ali­tio­nen füh­ren. In Bayern wer­den Erst- und Zweit­stim­men zur Be­stim­mung der Sitz­ver­tei­lung im Land­tag ad­diert. Bei der Bun­des­tags­wahl ist das an­ders, dort ist für die Sitz­ver­tei­lung al­lei­ne die Zweit­stim­me aus­schlag­ge­bend.

Rund drei Vier­tel der Bayern wün­schen sich der Um­fra­ge zu­fol­ge ei­ne Ko­ali­ti­ons­re­gie­rung: 71 Pro­zent der Be­frag­ten sind der Mei­nung, dass das bes­ser für den Frei­staat wä­re. Nur noch 23 Pro­zent hal­ten ei­ne CSU-Al­lein­re­gie­rung für bes­ser. Er­schwe­rend hin­zu kommt für Mi­nis­ter­prä­si­dent Mar­kus Sö­der und die CSU, dass nur 47 Pro­zent der Be­frag­ten mit der Ar­beit der Staats­re­gie­rung zu­frie­den oder sehr zu­frie­den sind. Das sei der nied­rigs­te Wert in die­ser Le­gis­la­tur­pe­ri­ode, hieß es. 52 Pro­zent sind dem­nach we­ni­ger oder gar nicht zu­frie­den mit der Re­gie­rungs­ar­beit.

Mit der Ar­beit Sö­ders sind laut Um­fra­ge 46 Pro­zent zu­frie­den oder sehr zu­frie­den, 47 Pro­zent sind we­ni­ger oder gar nicht zu­frie­den. Freie-Wäh­ler-Chef Hu­bert Ai­wan­ger kommt auf 33 Pro­zent Zuf­rie­den­heit, ge­folgt von SPD-Lan­des­che­fin Na­ta­scha Koh­nen und den bei­den Grü­nen-Spit­zen­kan­di­da­ten Kat­ha­ri­na Schul­ze und Lud­wig Hart­mann.

In­fra­test di­map hat­te 1002 Wahl­be­rech­tig­te in Bayern be­fragt. Al­ler­dings sind vie­le Wahl­be­rech­tig­te nach wie vor un­ent­schie­den.

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