Spio­na­ge­ver­dacht bei Po­li­zei: In­fos an Tür­kei ge­ge­ben?

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Ber­lin (dpa) - Ein Ber­li­ner Po­li­zist soll ei­nem Me­dien­be­richt zu­fol­ge tür­ki­sche Op­po­si­tio­nel­le in der Haupt­stadt für den Ge­heim­dienst ih­res Her­kunfts­lan­des aus­spio­niert ha­ben. Wie es hieß, ha­ben deut­sche Si­cher­heits­be­hör­den den Be­am­ten hö­he­ren Ran­ges be­ob­ach­tet. Of­fen­bar sei es vor al­lem um die Mel­deadres­sen der Exi­lan­ten ge­gan­gen.

Die Ber­li­ner Po­li­zei be­rich­tet: „Wenn sich der Ver­dacht der Über­mitt­lung sen­si­bler Da­ten an die tür­ki­sche Bot­schaft ge­gen ei­nen un­se­rer Kol­le­gen im Zu­ge der be­reits lau­fen­den Er­mitt­lun­gen durch die Staats­an­walt­schaft und das LKA be­stä­ti­gen soll­te, wur­de hier nicht nur ein Di­ensteid ge­bro­chen, son­dern ei­ne schwe­re Straf­tat be­gan­gen.“Ein sol­cher Scha­den - ver­ur­sacht von ei­nem Ein­zel­nen - kön­ne nicht rück­gän­gig ge­macht wer­den.

Das Ber­li­ner Po­li­zei­prä­si­di­um und die Staats­an­walt­schaft hat­ten zu­vor Er­mitt­lun­gen be­stä­tigt. In­nen­se­na­tor Andre­as Gei­sel (SPD) ken­ne die Vor­wür­fe, wol­le sich aber aus Rück­sicht auf die lau­fen­den Er­mitt­lun­gen nicht zu De­tails äu­ßern, hieß es wei­ter in dem Be­richt. Die tür­ki­sche Bot­schaft äu­ßer­te sich eben­falls nicht. Der Mann soll dem­nach ei­nem Mit­ar­bei­ter der tür­ki­schen Bot­schaft In­for­ma­tio­nen über­ge­ben ha­ben, bei dem deut­sche Si­cher­heits­leu­te da­von aus­ge­hen, dass es sich um ei­nen Ge­heim­dienst­mann han­delt.

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