Mahl­ke ge­winnt Deut­schen Buch­preis

It ei­nem auf ene- ami­li­en­ro­man hat In­ger- aria ahl­ke den Deut­schen Buch­preis ge­won­nen. In ih­rer ede dankt die Au­to­rin vor al­lem ih­rer vor kur­zem ge­feu­er­ten er­le­ge­rin.

Amerika Woche - - Kultur -

Die Ber­li­ner Schrift­stel­le­rin In­ger-Ma­ria Mahl­ke hat in Frank­furt mit ih­rem Te­ne­rif­faRo­man „Ar­chi­pel“den Deut­schen Buch­preis ge­won­nen. Die Ju­ry be­zeich­ne­te das Buch, das als bes­te li­te­ra­ri­sche Neu­er­schei­nung des Jah­res im deutsch­spra­chi­gen Raum prä­miert wur­de, als „ein­drück­li­ches Er­eig­nis“. Die 40-jäh­ri­ge Au­to­rin, de­ren Buch im Ro­wohlt Ver­lag er­schie­nen ist, ha­be ei­nen fas­zi­nie­ren­den Blick für die fei­nen Ve­räs­te­lun­gen in fa­mi­liä­ren und so­zia­len Be­zie­hun­gen. Der ös­ter­rei­chi­sche Au­tor

ist in Kai­sers­lau­tern mit dem El­seLas­ker-Schü­ler-Dra­ma­ti­ker­preis ge­ehrt wor­den. Lan­des­kul­tur­mi­nis­ter Kon­rad Wolf wür­dig­te den 40-Jäh­ri­gen im Pfalz­thea­ter als Sprach­vir­tuo­sen. „Mit sei­nem Ta­lent prägt Ewald Pal­mets­ho­fer in be­son­de­rer Wei­se das Ge­gen­warts­thea­ter“,

Die Dan­kes­re­de der Au­to­rin wur­de zu ei­ner So­li­da­ri­täts­adres­se an die vor kur­zem ent­las­se­ne Ro­wohl­tVer­le­ge­rin Bar­ba­ra Laug­witz (Fo­to rechts). Mahl­ke hob de­ren „har­te Ar­beit“und Be­geis­te­rung für Bü­cher her­vor. Laug­witz sei sich im­mer be­wusst ge­we­sen, „dass ein Au­to­ren­le­ben und künst­le­ri­sche Pro­duk­ti­on fra­gi­le Pro­zes­se sind“. Der Wech­sel an der Spit­ze des Ro­wohlt-Ver­lags, der zum Holtz­brinck-Kon­zern ge­hört, hat in den ver­gan­ge­nen Wo­chen für er­heb­li­chen Wir­bel in der Bran­che ge­sorgt. Zahl­rei­che pro­mi­nen­te Au­to­ren - auch Mahl­ke - ha­ben da­ge­gen pro­tes­tiert.

In dem Ro­man Mahl­kes geht es um drei Fa­mi­li­en aus un­ter­schied­li­chen so­zia­len Klas­sen, in de­nen die Ge­schich­te Spa­ni­ens Brü­che und Wun­den hin­ter­lässt. „Ge­ra­de hier ver­dich­ten sich die Ko­lo­ni­al­ge­schich­te und die Ge­schich­te der eu­ro­päi­schen Dik­ta­tu­ren im 20. Jahr­hun­dert“, ur­teil­te die Ju­ry. Ge­ne­ral Fran­co hat­te 1936 auf Te­ne­rif­fa sei­nen so Wolf. Die mit 10.000 Eu­ro do­tier­te Aus­zeich­nung wird im Auf­trag der Stiftung Rhein­land-Pfalz für Kul­tur ver­ge­ben. Der ös­ter­rei­chi­sche Au­tor

„Co oder der Lauf der Zeit“be­kommt den mit 20.000 Eu­ro do­tier­ten Ni­co­las-Born-Preis des Lan­des Nie­der­sach­sen. Der Putsch ge­gen die spa­ni­sche Re­pu­blik be­gon­nen.

Die in Ham­burg ge­bo­re­ne Au­to­rin, die in Lü­beck auf­wuchs, hat ei­nen Teil ih­rer Kind­heit auf der Ka­na­ren­in­sel ver­bracht. Sie stu­dier­te an der Frei­en Uni­ver­si­tät Ber­lin Ju­ra und ar­bei­te­te zu­erst am Lehr­stuhl für Kri­mi­no­lo­gie, be­vor sie sich ganz dem Schrei­ben wid­me­te.

Ihr 2010 er­schie­ne­nes De­büt „Sil­ber­fisch­chen“wur­de be­reits be­geis­tert von der Kri­tik ge­fei­ert. Mit dem his­to­ri­schen Ro­man „Wie ihr wollt“über die klein­wüch­si­ge Ma­ry Grey - ei­ne Cou­si­ne von Kö­ni­gin Eliz­a­beth I. - im En­g­land des 16. Jahr­hun­derts schaff­te sie es be­reits 2015 auf die Short­list für den Buch­preis. „Ar­chi­pel“ist ihr vier­ter Ro­man.

Mahl­ke ist die ers­te Frau seit fünf Jah­ren, die den Deut­schen Buch­preis ge­winnt. Im Fi­na­le setz­te sie sich ge­gen fünf an­de­re Au­to­ren durch. Au­ßer ihr wa­ren die­ses Jahr noch Ma­ria Ce­ci­lia Bar­bet­ta („Nacht­leuch­ten“), Ma­xim Bil­ler 64-Jäh­ri­ge wird nach dem Ur­teil der Ju­ry für sei­ne li­te­ra­ri­schen Grenz­über­schrei­tun­gen von Raum und Zeit aus­ge­zeich­net. Der mit 10.000 Eu­ro do­tier­te Ni­co­las-Born-De­büt­preis geht an die 35-jäh­ri­ge ge­bür­ti­ge Nie­der­säch­sin Li­sa Kreiß­ler. Der mit 12.000 Eu­ro do­tier­te Li­te­ra­tur­preis der Ta­ges­zei­tung „Die Welt“geht in die­sem Jahr an die fran­zö­si­sche Schrift­stel­le­rin 49 . Da­mit wer­de ei­ne „au­ßer­ge­wöhn­lich ra­di­ka­le Frau“ („Sechs Kof­fer“), Ni­no Ha­ra­ti­schwi­li („Die Kat­ze und der Ge­ne­ral“), Su­san­ne Rö­ckel („Der Vo­gel­gott“) und Ste­phan Tho­me („Gott der Bar­ba­ren“) no­mi­niert.

Der Deut­sche Buch­preis, 2005 erst­mals ver­ge­ben, gilt als wich­tigs­te Aus­zeich­nung der Bran­che. Er wird vom Bör­sen­ver­ein des Deut­schen Buch­han­dels ver­ge­ben. Die Sie­ge­rin er­hält 25.000 Eu­ro. Ei­ne Jur y aus sie­ben Kri­ti­kern wird je­des Jahr neu ge­wählt. Sie be­stimmt die sechs Fi­na­lis­ten in ei­nem mehr­stu­fi­gen Ver­fah­ren. Im ver­gan­ge­nen Jahr hat­te Ro­bert Me­n­as­se mit dem Ro­man „Die Haupt­stadt“ge­won­nen. und fe­mi­nis­ti­sches Ge­samt­werk ge­ehrt, teil­te der A el Sprin­ger Ver­lag mit. Der Schrift­stel­ler hat ei­ne der höchst­do­tier­ten deut­schen Li­te­ra­tur­aus­zeich­nun­gen. Im Thea­ter Ko­blenz wur­de der ös­ter­rei­chi­sche Best­sel­ler­au­tor mit dem mit 50.000 Eu­ro do­tier­ten Jo­seph-Breit­bach-Preis aus­ge­zeich­net. Die Ju­ry wür­digt den 50-jäh­ri­gen frei­en Schrift­stel­ler für sein li­te­ra­ri­sches Ge­samt­werk und hebt be­son­ders Gei­gers jüngs­ten Ro­man „Un­ter der Dra­chen­wand“her­vor.

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