Schüs­se auf die Po­li­zei - Spek­ta­ku­lä­rer Über­fall in Ber­lin

Amerika Woche - - Die Hauptstadt-seiten -

Po­li­zei und Gangs­ter ra­sen durch den Ber­li­ner Be­rufs­ver­kehr, es fal­len Schüs­se. Dass am En­de nie­mand ver­letzt ist, scheint fast wie ein Wun­der: Meh­re­re Mas­kier­te ha­ben jetzt am Ber­li­ner Alex­an­der­platz ei­nen Geld­trans­por­ter über­fal­len - oh­ne Beu­te, wie es scheint. Die­se ha­ben die Räu­ber auf der Flucht ver­lo­ren bzw. im Flucht­wa­gen zu­rück­ge­las­sen. Am En­de sucht die Po­li­zei auch in so­zia­len Netz­wer­ken nach Zeu­gen. „Wer hat Fo­tos und Vi­de­os?“, twit­tert die Po­li­zei - und rich­tet ein Por­tal zum Hoch­la­den ein.

Ge­gen 7.30 Uhr hat­ten die mas­kier­ten Tä­ter, ver­mut­lich Män­ner, den wei­ßen Geld­trans­por­ter mit zwei Au­tos ein­ge­keilt. „Es sieht so aus, als ob sich ein Fahr­zeug von vor­ne und ei­nes von hin­ten an den Geld­trans­por­ter ge­stellt hat“, sag­te ei­ne Po­li­zei­spre­che­rin. Die hin­te­ren Tü­ren des Trans­por­ters wur­den auf­ge­bro­chen, of­fen­bar mit Hil­fe ei­nes schwe­ren Spreiz­werk­zeugs.

Bei der an­schlie­ßen­den Flucht mit zwei Au­tos schie­ßen die Tä­ter auf ei­nen Strei­fen­wa­gen. Sie tref­fen. Der Wa­gen bleibt lie­gen - die un­ver­letz­te Be­sat­zung bricht die Ver­fol­gung ab. Die ge­fähr­li­che Flucht treibt die Tä­ter durch den Ber­li­ner Be­rufs­ver­kehr - und den­noch wird nie­mand ver­letzt.

Ein Zeu­ge sagt: „Es wa­ren zwei schwar­ze Fahr­zeu­ge. Ei­ner der Räu­ber lehn­te sich aus dem Fens­ter und schoss zu­rück auf den Po­li­zei­wa­gen.“Es sei wie in ei­nem Hol­ly­wood­film ge­we­sen.

Mit ei­nem der Flucht­wa­gen bau­en die Ver­folg­ten im Stadt­teil Kreuz­berg ei­nen Un­fall. Schnell stei­gen sie auf das zwei­te Flucht­au­to um und ent­kom­men un­er­kannt. Wie hoch die Sum­me ist, für die die Tä­ter in Kauf neh­men, dass an­de­re zu Scha­den kom­men, ist zu­nächst nicht be­kannt. Mit wel­cher Roh­heit die Tä­ter vor­ge­hen, zeigt sich auch am lie­gen­ge­blie­be­nen Flucht­wa­gen, ei­nem dun­k­len Mer­ce­des: plat­te Rei­fen, meh­re­re Del­len in der Ka­ros­se­rie.

Über dem Stadt­teil kreist nach dem Über­fall ein Hub­schrau­ber. Die Po­li­zei sperrt die Or­te des Über­falls und der Schüs­se so­wie die Stra­ße mit dem Flucht­wa­gen stun­den­lang ab. Kri­mi­nal­tech­ni­ker un­ter­such­ten die Tat­or­te, den Geld­trans­por­ter und den be­schä­dig­ten Strei­fen­wa­gen. Nach den Schüs­sen auf die Po­li­zis­ten über­nimmt ei­ne Mord­kom­mis­si­on die Er­mitt­lun­gen. Auch ein Spür­hund kommt zum Ein­satz - zu­nächst aber oh­ne Er­folg.

Die deut­sche Haupt­stadt er­lebt an die­sem Tag ei­ne spek­ta­ku­lä­re Straftat - und doch reiht sie sich ein in das kri­mi­nel­le Grund­rau­schen der Groß­stadt: Im­mer wie­der ver­üben hier ver­schie­de­ne Tä­ter­ban­den spek­ta­ku­lä­re Über­fäl­le und Ein­brü­che: Im März 2010 stür­men vier mas­kier­te und be­waff­ne­te Män­ner ein Po­ker­tur­nier in ei­nem Lu­xus­ho­tel am Pots­da­mer Platz und er­beu­ten 240.000 Eu­ro. Die Räu­ber wer­den ge­fasst und ver­ur­teilt. Im De­zem­ber 2013 über­fal­len drei be­waff­ne­te und mas­kier­te Män­ner ei­nen Geld­trans­por­ter auf der Tau­ent­zi­en­stra­ße und er­beu­ten ei­ne sechs­stel­li­ge Sum­me.

Im Sep­tem­ber 2014 wird ein Geld­trans­por­ter von drei Mas­kier­ten vor dem App­le-La­den am Ku­damm über­fal­len. Im Weih­nacht­stru­bel 2014 stür­men mas­kier­te Räu­ber in die Uh­ren- und Schmuck­ab­tei­lung des KaDeWe, zer­trüm­mern Vi­tri­nen und er­beu­ten Wa­re im Wert von mehr als 800.000 Eu­ro. Die Tä­ter wer­den ge­schnappt, vor Ge­richt ge­stellt und ver­ur­teilt.

Auch 2016 ist ein Jahr der Über­fäl­le und spek­ta­ku­lä­ren Ein­brü­che: auf ei­nen Geld­trans­por­ter ne­ben dem KaDeWe, ein Ge­schäft für Lu­xus­uh­ren am Ku­damm, meh­re­re Ju­we­lier­ge­schäf­te in der Nä­he und das Kauf­haus Kar­stadt. Im März 2017 folgt der auf­se­hen­er­re­gen­de Ein­bruch in das Bo­de-Mu­se­um mit dem Dieb­stahl der rie­si­gen Gold­mün­ze.

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