Ar­ti­kel-7-Ver­fah­ren als zahn­lo­ser Ti­ger?

Ie Sor­ge um die echts­staat­lich­keit in Po­len und ngarn w chst. och an­de­re E -Staa­ten scheu­en den ganz gro­ßen Eklat. Ent­puppt sich das Ar­ti­kel- -Ver­fah­ren als zahn­lo­ser iger

Amerika Woche - - Personalien -

Das ge­gen Po­len ein­ge­lei­te­te EU-Straf­ver­fah­ren tritt trotz neu­er be­sorg­nis­er­re­gen­der Ent­wick­lun­gen auf der Stel­le. Der zu­stän­di­ge EU-Mi­nis­ter­rat zog vor kur­zem bei ei­nem Tref­fen in Lu­xem­burg zu­nächst kei­ne Kon­se­quen­zen aus ei­ner düs­te­ren La­ge­be­ur­tei­lung zur Rechts­staat­lich­keit in dem Land. Wie es nun wei­ter­ge­he, sol­le bis zum nächs­ten Tref­fen be­spro­chen wer­den, kün­dig­te der ös­ter­rei­chi­sche EU-Mi­nis­ter Ger­not Blü­mel (Fo­to ganz rechts) als der­zei­ti­ger Vor­sit­zen­der des Mi­nis­ter­ra­tes an.

EU-Vi­ze­kom­mis­si­ons­prä­si­dent Frans Tim­mer­m­ans (Fo­to rechts) hat­te zu­vor ge­sagt, lei­der ha­be sich die La­ge in Po­len zu­letzt wei­ter ver­schlech­tert. Er spiel­te da­mit dar­auf an, dass die pol­ni­sche Re­gie­rung rund ei­ne Wo­che zu­vor wei­te­re Rich­ter­pos­ten am obers­ten Ge­richt neu be­setzt hat­te.

Zu­vor wa­ren et­li­che an­de­re Rich­ter durch ein neu­es Ge­setz zur Her­ab­set­zung des Ren­ten­al­ters zwangs­wei­se in den Ru­he­stand ge­schickt wor­den. Die­ses wird der­zeit auch vom Eu­ro­päi­schen Ge­richts­hof über­prüft.

Mit dem EU-Straf­ver­fah­ren, das im letz­ten Schritt so­gar mit ei­nem Ent­zug der EU-Stimm­rech­te en­den könn­te, soll die pol­ni­sche Re­gie­rung da­zu be­wegt wer­den, Än­de­run­gen an ih­ren Re­for­men vor­zu­neh­men. Die­se füh­ren nach Ein­schät­zung von Rechts­ex­per­ten des Eu­ro­pa­ra­tes in der Sum­me zu di­rek­ter Ab­hän­gig­keit der Jus­tiz von der par­la­men­ta­ri­schen Mehr­heit und dem Prä­si­den­ten der Re­pu­blik.

Im dem Straf­ver­fah­ren müss­te der Mi­nis­ter­rat im nächs­ten Schritt per Ab­stim­mung of­fi­zi­ell fest­stel­len, dass in Po­len die „ein­deu­ti­ge Ge­fahr ei­ner schwer­wie­gen­den Ver­let­zung“von EU-Wer­ten be­steht. Da­für müss­ten 22 der 28 EU-Staa­ten zu­stim­men.

Als Grund da­für, dass es bis­lang noch kei­ne Ab­stim­mung gab, gilt die vor­sich­ti­ge Hal­tung, die vor al­lem mit­te­lund ost­eu­ro­päi­sche Län­der ge­gen­über dem von der EUKom­mis­si­on ein­ge­lei­te­ten Ver­fah­ren ha­ben und die rein grund­sätz­lich schon eher auf der Sei­te Po­lens und Un­garns als auf der von Brüs­sel ste­hen.

Deutsch­land und Frank­reich stell­ten sich - na­tür­lich - in ei­ner ge­mein­sa­men Stel­lung­nah­me er­neut hin­ter den Kurs der Kom­mis­si­on. Man sei be­sorgt über die jüngs­ten Rich­ter-Er­nen­nun­gen, heißt es dar­in un­ter an­de­rem. Das so­ge­nann­te Ar­ti­kel-7-Ver­fah­ren müs­se fort­ge­setzt wer­den. Zu­nächst kei­ne gro­ßen Fort­schrit­te gab es auch im Ver­fah­ren ge­gen Un­garn, das das Eu­ro­pa-par­la­ment we­gen ei­ner mut­maß­li­chen Be­dro­hung von De­mo­kra­tie, Rechts­staat­lich­keit und Grund­rech­ten in dem Land an­ge­sto­ßen hat­te. Der Mi­nis­ter­rat for­der­te le­dig­lich die un­ga­ri­sche Re­gie­rung auf, ei­ne of­fi­zi­el­le Stel­lung­nah­me zu den Vor­wür­fen zu

er­stel­len. Zu­dem wur­de die EU-Kom­mis­si­on ge­be­ten, In­for­ma­tio­nen über frü­he­re und lau­fen­de an­de­re EU-Ver­fah­ren ge­gen Un­garn zu lie­fern.

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