Am deut­schen We­sen soll die Welt ge­ne­sen!

Amerika Woche - - Nachrichten - Al­les Gu­te, Ihr Don R. Vi­go Chef­re­dak­teur

Lie­be Le­ser,

wenn man un­be­dingt will, dann kann man über­all et­was fin­den, was ei­nem nicht passt. Okay, das ist dann die per­sön­li­che Be­find­lich­keit - und die muss nun wirk­lich nie­mand an­de­ren in­ter­es­sie­ren - ei­gent­lich. So war es im­mer, ist es aber nicht mehr. Ir­gend­wie hat es sich an­schei­nend über­all ein­ge­bür­gert, dass man auch noch dem letz­ten klei­nen Häuf­chen an Ak­ti­vis­ten, so ab­we­gig ih­re For­de­run­gen auch sein mö­gen, Ge­hör ge­bie­tet. Ganz be­son­ders macht sich das in Deutsch­land gera­de für al­le Die­sel­fah­rer be­merk­bar. Ein klei­ner Ver­ein mit knapp 350 Mit­glie­dern - im Ver­gleich zur deut­schen Ein­woh­ner­zahl von fast 80 Mil­lio­nen - ver­miest den Die­sel­be­sit­zern nicht nur das Fah­ren, son­dern be­raubt sie auch ih­res Ka­pi­tals. War­um? Weil auf dem deut­schen Markt kaum mehr an­nehm­ba­re Prei­se für Die­sel­fahr­zeu­ge ge­zahlt wer­den - sie sind prak­tisch un­ver­käuf­lich und ge­hen fast aus­schließ­lich in den Ex­port, denn dort sind sie ja nicht so schäd­lich wie in Deutsch­land. Die Deut­sche Um­welt­hil­fe macht glei­cher­ma­ßen dem Mit­tel­stand schwer zu schaf­fen, denn fast al­le Hand­werks­be­trie­be ha­ben Die­sel­fahr­zeu­ge – und müss­ten sich nun neue Au­tos kau­fen, um wei­ter be­ste­hen zu kön­nen. Un­glaub­lich, das so et­was mög­lich ist. Ge­nau­so irr­sin­nig ist die Dis­kus­si­on, wenn es um Haut­far­ben geht. Da mei­nen ei­ni­ge Ak­ti­vis­ten, als Ober­gut­men­schen al­len an­de­ren er­zäh­len zu müs­sen, das man nicht mehr Ne­ger, schon gar nicht Schwar­zer sa­gen darf, dass man kein Zi­geu­ner­schnit­zel ge­nie­ßen darf und ei­nen Moh­ren­kopf schon gar nicht. Da­zu ei­ne klei­ne aber wah­re Ge­schich­te. Ich hat­te vor vie­len Jah­ren ei­nen sehr gu­ten Freund. Sein Na­me: John Boateng - er hieß tat­säch­lich so und war nicht mit den be­kann­ten Fuß­bal­lern ver­wandt. Sei­ne Her­kunft: Gha­na. Sei­ne Haut­far­be: Schwarz. Da­mals ka­men die ers­ten Ak­ti­vis­ten auf die Idee, man dür­fe nicht mehr Schwar­zer oder Ne­ger sa­gen. Ich war ver­un­si­chert und frag­te mei­nen Freund John, der mich üb­ri­gens bei­na­he - es war wirk­lich nur ein Zu­fall, dass es nicht pas­siert ist - mit sei­ner be­zau­bern­den Schwes­ter zu­sam­men­ge­bracht hät­te, was er da­zu mein­te. Er schau­te ganz ver­dutzt rein und mein­te ganz sim­pel: „Don, mei­ne Haut­far­be ist schwar, da­her bin ich ein Schwar­zer. Und sa­ge bit­te nicht Far­bi­ger, oder bin ich et­wa grün, gelb oder blau? Mein Volks­stamm ist der der Ne­g­ro­iden, al­so bin ich ein Ne­ger. Und Du, mein Freund, du bist ein Wei­ßer. “Da­mit war die Sa­che al­so ei­gent­lich klar: John ein Schwar­zer, ein Ne­ger, ich ein Wei­ßer. Dann fing er doch noch ein­mal an: „Weißt Du, Don, mir ge­hen die­se Idio­ten auf die Ner­ven, die uns Schwar­zen er­zäh­len wol­len, dass wir uns ge­gen die­se Be­zeich­nun­gen weh­ren sol­len. War­um denn? Es ist doch, wie es ist. Wir sind nun ein­mal schwarz, und wir sind stolz dar­auf. Wenn jetzt ei­ner an­kommt und meint, uns Far­bi­ge nen­nen zu müs­sen, dann emp­fin­den wir das als Be­lei­di­gung, wirk­lich. Das ist nicht in Ord­nung, und wir ver­ste­hen es auch nicht. Was soll das? Und wenn uns ei­ner par­odiert, dann kön­nen wir auch dar­über la­chen. Wir ma­chen uns doch auch über die Wei­ßen lus­tig“. Ich konn­te mei­nem Freund, üb­ri­gens mit deut­schem In­ge­nieur­s­ti­tel aus­ge­stat­tet, das auch nicht wirk­lich er­klä­ren, denn ver­stan­den ha­be ich selbst das auch nie. Aber ein ur­al­ter Sinn­spruch kam mir da­mals schon ge­nau­so in den Sinn wie heu­te, wenn ich die Dis­kus­sio­nen um Moh­ren­köp­fe oder an­geb­lich ras­sis­ti­sche Na­men von Apo­the­ken hö­re; ein Sinn­spruch aus Ema­nu­el Gei­bels Ge­dicht von 1861, der et­was ab­ge­wan­delt - durch Kai­ser Wil­helm II. Be­ach­tung fand: „Am deut­schen We­sen soll die Welt ge­ne­sen.“

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