„Ma­de in Ger­ma­ny“soll di­gi­ta­les Mar­ken­zei­chen wer­den

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Pots­dam (dpa) - Deutsch­land soll nach dem Wil­len sei­ner Re­gie­rung bei der Di­gi­ta­li­sie­rung von In­dus­trie und Ver­wal­tung schnel­ler vor­an­kom­men. Der An­spruch sei, dass „Ma­de in Ger­ma­ny“auch bei der Künst­li­chen In­tel­li­genz ein Mar­ken­zei­chen wer­de, sag­te Kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel (CDU) nach ei­ner Klau­sur des Bun­des­ka­bi­netts in Pots­dam. Di­gi­ta­li­sie­rung sei „ent­schei­dend für den Wohl­stand von mor­gen“.

Das Ka­bi­nett ver­ab­schie­de­te ei­ne Um­set­zungs­stra­te­gie mit Dut­zen­den Ein­zel­pro­jek­ten al­ler Res­sorts. Vi­ze­kanz­ler Olaf Scholz (SPD) sprach von ei­nem „rich­ti­gen Vor­wärts­marsch“der Re­gie­rung bei der Di­gi­ta­li­sie­rung. Mer­kel be­kräf­tig­te, dass der deut­sche Staat in ei­ner na­tio­na­len Stra­te­gie für Künst­li­che In­tel­li­genz bis 2025 drei Mil­li­ar­den Eu­ro be­reit­stel­len will. Das zie­he wei­te­re In­ves­ti­tio­nen von Län­dern und Pri­va­ten nach sich. Zu­dem sol­len 100 Pro­fes­su­ren ent­ste­hen, mit de­nen Deutsch­land beim Wett­be­werb um die bes­ten Köp­fe mit­mi­schen wol­le.

Da­mit Künst­li­che In­tel­li­genz funk­tio­nie­ren und ler­nen kön­ne, müs­se aber nicht nur Geld, son­dern auch ei­ne grö­ße­re Da­ten­men­ge zur Ver­fü­gung ste­hen, sag­te Mer­kel.

Deutsch­land müs­se prü­fen, ob es hier grö­ße­re Spiel­räu­me ge­be. Beim Um­gang mit Da­ten stün­den per­sön­li­che Rech­te aber wei­ter an ers­ter Stel­le, ver­si­cher­te die Kanz­le­rin.

Bund, Länder und Kom­mu­nen sol­len den Bür­gern zu­dem bis spä­tes­tens En­de 2022 Ver­wal­tungs­dienst­leis­tun­gen di­gi­tal an­bie­ten. Für vie­le An­lie­gen müss­ten die Men­schen dann nicht mehr zum Bür­ger­amt, könn­ten bei­spiels­wei­se ihr Au­to von zu­hau­se um­mel­den oder Bafög vom So­fa aus be­an­tra­gen.

Die deut­sche Bun­des­re­gie­rung will vor­an­ge­hen und bis En­de 2020 ih­re 115 Ver­wal­tungs­leis­tun­gen di­gi­ta­li­sie­ren. Länder und Kom­mu­nen be­kom­men et­was län­ger Zeit zur Um­set­zung.

Beim Aus­bau des In­ter­nets pocht Mer­kel auf flä­chen­de­cken­de Ver­sor­gung in Deutsch­land. „Wir ha­ben uns da­mit be­schäf­tigt, wie wir den Auf­trag aus dem Koalitionsvertrag um­set­zen kön­nen, dass wir ei­ne flä­chen­de­cken­de In­ter­net­ver­sor­gung wol­len, die na­tür­lich nicht jetzt für al­le 5G um­fas­sen kann, die aber ei­nen flä­chen­de­cken­den Zu­gang zum In­ter­net auch mög­lich macht“, sag­te sie.

Kom­mu­nen und mit­tel­stän­di­sche Un­ter­neh­men be­fürch­ten al­ler­dings, dass es beim schnel­len Han­dy­netz im länd­li­chen Raum gro­ße Fun­k­lö­cher ge­ben könn­te.

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