Bes­ter deutsch­spra­chi­ger Slam-Po­et kommt aus Düs­sel­dorf

Fünf Tage lang le­sen knapp oe­ten ih­re bes­ten Te te um die Wet­te und kämp­fen um die Gunst von Tau­sen­den uschau­ern. b wit­zig, poe­tisch oder hoch­po­li­tisch: Gut ist, was ge­fällt. Die Sze­ne hat etzt in ürich ih­re neu­en Meis­ter ge­wählt.

Amerika Woche - - Kultur -

Der Düs­sel­dor­fer Je­an-Phil­ip­pe Kind­ler ist neu­er Meis­ter im Poe­try Slam. Er ge­wann in Zü­rich das Fi­na­le der 22. Deutsch­spra­chi­gen Meis­ter­schaf­ten. Der 22-Jäh­ri­ge über­zeug­te das Pu­bli­kum mit zwei po­li­ti­schen Tex­ten zur Me-Too-De­bat­te und zum Min­dest­lohn.

Da­mit lag er im Trend: Sehr vie­le Tex­te be­fass­ten sich mit der Un­gleich­heit von Arm und Reich - und den Ge­schlech­tern. Der Ti­tel im Team-Wett­be­werb blieb im Gast­ge­ber­land. Das Duo In­terr­o­bang, Va­le­rio Mo­ser und Ma­nu­el Die­ner, ge­wann zum zwei­ten Mal nach 2015 - fre­ne­tisch be­ju­belt vom Pu­bli­kum in Zü­rich.

„Ich freue mich schon, dass die Deutsch­spra­chi­gen Meis­ter­schaf­ten in ei­nem Land sind, in dem man gar kein rich­ti­ges Deutsch spricht“, wit­zel­te der Mo­de­ra­tor des Te­am­Fi­na­les, Mi­chel Ab­dol­lahi. Bei den Meis­ter­schaf­ten wa­ren knapp 200 Künst­ler aus Deutsch­land, Ös­ter­reich und der Schweiz im Ein­zel- oder Te­am­wett­be­werb an­ge­tre­ten.

Der Ein­zel-Meis­ter Kind­ler sag­te, sein Sieg ha­be ihn eher über­rascht. „Ich hät­te ei­gent­lich ge­dacht, dass je­mand aus der Schweiz ge­winnt.“Beim Poe­try Slam tra­gen die Künst­ler selbst ge­schrie­be­ne Tex­te vor. Ei­ne Pu­bli­kums-Ju­ry be­wer­tet den Auf­tritt und schickt die Bes­ten über meh­re­re Run­den ins Fi­na­le. Dort ent­schied in Zü­rich der Ap­plaus.

Kind­ler, der als frei­schaf­fen­der Au­tor ar­bei­tet, sag­te, er schrei­be im­mer über das, was ihn be­we­ge. „Das ist ja im­mer die gro­ße Fra­ge, ob man als Künst­ler auf der Büh­ne Ver­ant­wor­tung tra­gen soll. Ich er­ken­ne sie auf je­den Fall an.“Der Sieg bei den Meis­ter­schaf­ten be­deu­te viel. Er wer­de jetzt wohl vie­le An­fra­gen er­hal­ten, sag­te Kind­ler. „Ich wer­de nun ler­nen müs­sen, auch mal „nein“zu sa­gen.“

Of­fi­zi­ell gab es nur ei­nen Ap­fel­baum und Whis­key zu ge­win­nen. Ei­ni­ge sei­ner Vor­gän­ger sind in­zwi­schen aber er­folg­rei­che Au­to­ren. Der be­kann­tes­te dür fte Mar­cUwe Kling („Die Kän­gu­ru-Chro­ni­ken“) sein.

Nach An­ga­ben der Ver­an­stal­ter be­such­ten r und 15 000 Men­schen das fünf­tä­gi­ge Fes­ti­val in Zü­rich. Die meis­ten ka­men aus der Schweiz. Et­wa zehn Pro­zent sei­en aus Deutsch­land und Ös­ter­reich an­ge­reist, sag­te ein Spre­cher. Die nächs­te Meis­ter­schaft im Poe­try Slam wird 2019 in Ber­lin ver­an­stal­tet.

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