DFB-Ju­nio­ren­chef: WM-Miss­er­folg wohnt „auch gro­ße Chan­ce in­ne“

Ach dem M-Aus der atio­nal­elf wird in­ten­si über die ach­wuchsf rde­rung im deut­schen u ball dis utiert. Ma nah­men wir en sich al­ler­dings erst ah­re spä­ter aus. Der D - unio­ren­chef hat de­en wie man üc stän­de auf ran reich oder En­g­land auf­ho­len ann.

Amerika Woche - - Sport -

Nach dem ent­täu­schen­den deut­schen WM-Som­mer steht auch die Nach­wuchs­ar­beit im deut­schen Fuß­ball auf dem Prüf­stand. „Schon vor der WM wa­ren wir an die­sen The­men dran, da wir um un­se­re Schwach­stel­len wuss­ten“, sagt Mei­kel Schön­weitz, Lei­ter der U-Na­tio­nal­mann­schaf­ten im DFB, in un­se­rem In­ter­view. „Nun ist bei al­len Be­tei­lig­ten die Be­reit­schaft ge­stie­gen, an­ge­streb­te Din­ge in die Pra­xis um­zu­set­zen. In­so­fern wohnt dem Miss­er­folg auch ei­ne gro­ße Chan­ce in­ne.“

Herr Schön­weitz, wie be­wer-ten Sie nach dem WM-Aus die Kri­tik an der Nach­wuchs­ar­beit?

Mei­kel Schön­weitz: Die Na­tio­nal­mann­schaft hat seit 2004 her­vor­ra­gen­de Er­geb­nis­se ein­ge­fah­ren - und oft­mals ei­nen tol­len Fuß­ball ge­spielt. Auch mit un­se­ren U-Na­tio­nal­teams sind wir ei­nen sehr er­folg­rei­chen Weg ge­gan­gen und ha­ben ne­ben ei­ni­gen Ti­teln auch zahl­rei­che Spie­ler an die A-Mann­schaft her­an­ge­führt. Uns war seit ei­ni­ger Zeit klar, dass wir an meh­re­ren Stell­schrau­ben drin­gend dre­hen müs­sen, um nach­hal­tig in der Spit­ze zu blei­ben. Schon vor der WM wa­ren wir an die­sen The­men dran, da wir um un­se­re Schwach­stel­len wuss­ten. Nun ist bei al­len Be­tei­lig­ten die Be­reit­schaft ge­stie­gen, an­ge­streb­te Din­ge tat­säch­lich in die Pra­xis um­zu­set­zen. In­so­fern wohnt dem Miss­er­folg auch ei­ne gro­ße Chan­ce in­ne.

Was ma­chen an­de­re Na­tio­nen wie et­wa En­g­land bes­ser bzw. was ha­ben sie bis­her bes­ser ge­macht?

Erst die WM hat ein­drucks­voll ge­zeigt, wie weit man mit Men­ta­li­tät und Va­ria­bi­li­tät kom­men kann. In Sa­chen Tem­po, Durch­set­zungs­fä­hig­keit und Dy­na­mik sind uns ak­tu­ell die Fran­zo­sen, En­g­län­der und an­de­re Na­tio­nen vor­aus. Die kör­per­li­chen Ver­an­la­gun­gen kann man nur be­dingt trai­nie­ren. Da­her müs­sen wir un­se­re Jungs auch vom Kopf her schnel­ler ma­chen. Mit un­se­rer DFB-Aka­de­mie ha­ben wir die ers­ten Pro­jek­te da­zu be­reits ge­star­tet.

Hin­zu kom­men auch hier ge­sell­schaft­li­che Fak­to­ren: Vie­le Ta­len­te aus den Pa­ri­ser Vo­r­or­ten spie­len, ähn­lich wie Jungs in Süd­ame­ri­ka, heu­te noch auf der Stra­ße Fuß­ball und sie se­hen im Fuß­ball oft die ein­zi­ge Chan­ce, ein bes­se­res Le­ben zu füh­ren. Der so­zia­le Druck ist in ei­ni­gen Län­dern viel hö­her und treibt an. Da­von ab­ge­se­hen wur­de in Frank­reich in den letz­ten Jah­ren viel an den Ba­sics ge­ar­bei­tet und wie auch in En­g­land - sehr stark in den Aus­bil­dungs­be­reich in­ves­tiert.

Ist es zu spät, um ei­nen Bruch und ein Ab­rut­schen des deut­schen Fuß­balls in den kom­men­den Jah­ren zu ver­hin­dern?

Nein, zu spät ist es auf kei­nen Fall. Wir hat­ten und ha­ben seit Jah­ren ein gu­tes Sys­tem, das mitt­ler­wei­le enor­me Di­men­sio­nen an­ge­nom­men hat. Das be­deu­tet, dass die Vor­aus­set­zun­gen von vor zehn oder 15 Jah­ren nicht mehr ge­ge­ben sind. Al­so müs­sen wir ei­ni­ge An­pas­sun­gen vor­neh­men, da­mit das Sys­tem best­mög­lich funk­tio­nie­ren kann. Wir müs­sen uns aber be­wusst sein, dass sich der Er­trag un­se­rer Ver­än­der un­gen im Sys­tem Fuß­ball, die wir der­zeit an­pa­cken, nicht mor­gen aus­wir­ken wird, son­dern erst in vier bis sie­ben Jah­ren.

Par­al­lel wird un­ser An­spruch im­mer lau­ten, Spit­zen­ta­len­te über un­se­re U-Teams und die Ver­ei­ne aus­zu­bil­den, da­mit wir ei­ne er­folg­rei­che deut­sche Na­tio­nal­mann­schaft ha­ben. ZUR PER­SON: Mei­kel Schön­weitz (38) wech­sel­te zur Sai­son 2014/2015 zu­nächst als U16-Trai­ner so­wie Ko­or­di­na­tor der Be­rei­che U15 bis U17 zum Deut­schen Fuß­ball-Bund. Mitt­ler­wei­le ist er Lei­ter al­ler U-Mann­schaf­ten und trai­niert die U20.

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