Bun­des­wehr prüft Re­kru­tie­rung von EU-Bür­gern für Spe­zia­lis­ten-Jobs

Der Fach­kräf­te­man­gel macht in Deutsch­land auch vor den Streit­kräf­ten nicht Halt. Die Bun­des­wehr er­wägt da­her, auch im EU-Aus­land zu re­kru­tie­ren.

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Die deut­schen Streit­kräf­te prü­fen, EU-Aus­län­der für spe­zi­el­le Tä­tig­kei­ten zu re­kru­tie­ren. „Wir re­den hier bei­spiels­wei­se von Ärz­ten oder IT-Spe­zia­lis­ten“, so der Ge­ne­ral­in­spek­teur der Bun­des­wehr, Eber­hard Zorn. In Zei­ten des Fach­kräf­te­man­gels müs­se die Bun­des­wehr „in al­le Rich­tun­gen bli­cken“und sich um den pas­sen­den Nach­wuchs be­mü­hen.

Ei­ne Spre­che­rin des Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­ums sag­te, es ge­he um „Stel­len mit be­son­ders ge­such­ten Qua­li­fi­ka­tio­nen in ei­nem sehr eng de­fi­nier­ten Rah­men, bei­spiels­wei­se Ärz­te oder IT-Fach­kräf­te“. Die Idee, die Re­kru­tie­rung von EU-Aus­län­dern zu prü­fen, sei aber nicht neu, sag­te die Spre­che­rin und ver­wies auf ei­ne ent­spre­chen­de Pas­sa­ge im Weiß­buch 2016.

Schon im Ju­li hat­te das deut­sche Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­um be­stä­tigt, die Op­ti­on der An­wer­bung von Aus- län­dern in die Per­so­nal­stra­te­gie auf­ge­nom­men zu ha­ben - al­ler­dings oh­ne ge­naue­re An­ga­ben zu mög­li­chen Ein­satz­be­rei­chen.

An­de­ren In­for­ma­tio­nen zu­fol­ge will das Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­um vor al­lem Po­len, Ita­lie­ner und Ru­mä­nen an­wer­ben, die be­reits seit län­ge­rem in Deutsch­land leb­ten und flie­ßend Deutsch sprä­chen. So wol­le die deut­sche Re­gie­rung EUNach­barn die Angst neh­men, dass Deutsch­land Sol­da­ten mit bes­se­ren Ge­häl­tern ab­wer­be. So heißt es zu­min­dest in ei­nem in­ter­nenn Pa­pier des Mi­nis­te­ri­ums. Vor al­lem ost­eu­ro­päi­sche Nach­barn fürch­te­ten ne­ga­ti­ve Aus­wir­kun­gen auf die ei­ge­ne Be­darfs­de­ckung.

„Na­tür­lich ha­ben wir uns hier­zu auch mit an­de­ren EU-Län­dern aus­ge­tauscht“, sag­te die Mi­nis­te­ri­ums­spre­che­rin wei­ter. Die Ar­beits­er­geb­nis­se wür­den der­zeit aus­ge­wer­tet, der Pro­zess sei längst noch nicht ab­ge­schlos­sen.

Der Wehr­be­auf­trag­te des Bun­des­ta­ges, Hans-Pe­ter Bar­tels (SPD), mein­te un­ter­des­sen, die Re­kru­tie­rung von EU-Aus­län­dern sei „ei­ne Art Nor­ma­li­tät“. In der Trup­pe ge­be es be­reits vie­le Sol­da­ten mit Mi­gra­ti­ons­hin­ter­grund oder dop­pel­ter Staats­bür­ger­schaft.

Un­ter­des­sen nimmt die Zahl der Sol­da­ten bei der Bun­des­wehr wie­der zu. „Wir er­rei­chen am En­de die­ses Jah­res die Mar­ke von 182.000 Sol­da­tin­nen und Sol­da­ten, das sind 2500 mehr Zeit- und Be­rufs­sol­da­ten als noch vor ei­nem Jahr und ein Plus von 6500 ge­gen­über dem Tiefst­stand 2016“, so die zu­letzt we­gen im­men­sen Aus­rüs­tungs­män­geln stark in der Kri­tik ste­hen­de Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­rin Ur­su­la von der Ley­en (CDU).

Mit zwölf Pro­zent Frau­en­an­teil sei zu­dem ein neu­er Höchst­stand er­reicht. Bis 2025 soll die Zahl der Sol­da­ten nach neu­en Pla­nun­gen auf 203.000 stei­gen.

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