„Gol­de­ne Rei­se­päs­se“ge­fähr­den die EU

Wer taats­bür­ger ei­nes an­des ist ge­nie t vie­le Vor­tei­le et­wa die Be­we­gungs­frei­heit im ge­sam­ten chen­gen aum. Manch ein and ver­kauft die ei­sep sse al­ler­dings an rei­che In­ves­to­ren und gef hr­dest nach nsicht der om­mis­si­on da­mit die ge­sam­te .

Amerika Woche - - Personalien -

Die EU-Kom­mis­si­on hat Mal­ta, Bul­ga­ri­en und Zy­pern scharf für den Ver­kauf von Staats­bür­ger­schaf­ten an Nicht-EU-Bür­ger kri­ti­siert. Die Pra­xis der so­ge­nann­ten gol­de­nen Rei­se­päs­se ber­ge er­heb­li­che Ri­si­ken für die ge­sam­te Staa­ten­ge­mein­schaft, sag­te EU-Jus­tiz­kom­mis­sa­rin Ve­ra Jou­ro­vá (Fo­to) in Brüs­sel bei der Vor­stel­lung ei­nes Be­richts zu dem The­ma. „Wenn ein EU-Land Staats­bür­ger­schaf­ten ver­kauft, ver­kauft es EU-Bür­ger­schaf­ten.“Die mal­te­si­sche Re­gie­rung wies die Kri­tik so­gleich zu­rück.

Der Be­richt zeigt zu­dem auf, dass ins­ge­samt 20 EU-Staa­ten - un­ter ih­nen ne­ben Mal­ta, Bul­ga­ri­en und Zy­pern auch Ita­li­en, Frank­reich und die Niederlande - Auf­ent­halts­ge­neh­mi­gun­gen ge­gen In­ves­ti­tio­nen ver­ge­ben, so­ge­nann­te gol­de­ne Vi­sa. Deutsch­land ge­hört of­fi­zi­ell nicht da­zu.

Ei­gent­lich ist die Ver­ga­be von Staats­bür­ger­schaf­ten und Auf­ent­halts­ge­neh­mi­gun­gen Sa­che der ein­zel­nen EU-Län­der. Die EU-Kom­mis­si­on sieht je­doch vor al­lem in den gol­de­nen Rei­se­päs­sen ei­ne Ge­fahr für die Si­cher­heit der ge­sam­ten EU. Die An­trag­stel­ler wür­den nicht aus­rei­chend über­prüft und be­ste­hen­de EU-Sys­te­me nicht zum Ab­gleich von In­for­ma­tio­nen ge­nutzt, be­män­gel­ten Jou­ro­vá und EUIn­nen­kom­mis­sar Di­mi­tris Av­ra­mo­pou­los. Zu­dem könn­ten die EU-Re­geln im Kampf ge­gen Geld­wä­sche um­gan­gen und auch Steu­ern hin­ter­zo­gen wer­den.

Auch fehlt es dem Be­richt zu­fol­ge an Trans­pa­renz. In­for­ma­tio­nen, wie die Pro­gram­me funk­tio­nie­ren, wie vie­le An­trag­stel­ler es gibt oder wie vie­le Rei­se­päs­se ver­ge­ben wer­den, gibt es nicht. Ein Aus­tausch un­ter den EU-Staa­ten - et­wa über ab­ge­lehn­te Be­wer­ber - fin­de nicht statt. Auch bei der Ver­ga­be „gol­de­ner Vi­sa“feh­le es an Trans­pa­renz, die Si­cher­heits­kon­trol­len sei­en un­zu­rei­chend.

Die mal­te­si­sche Re­gie­rung wies die Kri­tik aus Brüs­sel zu­rück. Vie­le der in die­sem Be­richt ge­nann­ten Schwach­stel­len sei­en be­reits an­ge­gan­ge­nen wor­den, teil­te die Re­gie­rung mit. Das Pro­gramm ha­be viel­mehr po­si­ti­ve Aus­wir­kun­gen auf das Land und lo­cke neue Ta­len­te und In­vest­ments aus der gan­zen Welt an.

Die Staats­bür­ger­schaft in ei­nem EU-Land ge­währt Be­we­gungs­frei­heit im ge­sam­ten Schen­gen-Raum so­wie Zu­gang zum Bin­nen­markt der EU. Die Auf­ent­halts­er­laub­nis bie­tet eben­falls Rei­se­frei­heit. In Mal­ta, Zy­pern und Bul­ga­ri­en gibt es die Staats­bür­ger­schaft der EU-Kom­mis­si­on zu­fol­ge für In­ves­ti­tio­nen zwi­schen 800.000 und zwei Mil­lio­nen Eu­ro. Ei­ne ech­te Ver­bin­dung zu dem Land brau­chen die Be­wer­ber da­für nicht.

Ob­wohl die EU-Staa­ten selbst ent­schei­den kön­nen, wem sie Rei­se­päs­se oder Vi­sa aus­stel­len, will die EU-Kom­mis­si­on künf­tig ge­nau­er hin­schau­en. Sie will zum Bei­spiel prü­fen, ob die Län­der al­le EU-Re­geln bei den Si­cher­heits­kon­trol­len oder im Kampf ge­gen Geld­wä­sche ein­hal­ten.

Zu­dem soll ei­ne Ex­per­ten­grup­pe mit Mit­glie­dern der EU-Staa­ten auf­ge­baut wer­den. Die­se soll da­für sor­gen, dass ein­heit­li­che Stan­dards ent­wi­ckelt und In­for­ma­tio­nen un­ter den EU-Staa­ten bes­ser aus­ge­tauscht wer­den.

Newspapers in German

Newspapers from USA

© PressReader. All rights reserved.