Wahn­sinn: Für Li­kes ge­gen die Wand

Was ha­ben ugen­bin­den mit Wasch­pul­ver­kap­seln und is­was­serk­ü­beln ge­mein­sam lle ste­hen im Mit­tel­punkt von bi­zar­ren Mut­pro­ben die im In­ter­net viel uro­re ge­macht ha­ben.

Amerika Woche - - Wir In Amerika -

Vie­le Men­schen set­zen sich in die­sen Ta­gen Au­gen­bin­den auf, ir­ren durch ih­re Woh­nun­gen und ver­brei­ten Vi­de­os da­von in den so­zia­len Me­di­en. War­um ma­chen Men­schen so et­was Blöd­sin­ni­ges? In­spi­riert zu der Mut­pro­be hat sie der Thriller „Bird Box“- Dreh­buch­au­tor Eric Heis­se­rer hat deut­sche Wur­zeln - des Strea­m­ing­diens­tes Net­flix, in dem San­dra Bul­lock mit ei­ner Au­gen­bin­de um den Kopf vor ei­ner dunk­len Macht flieht. Die Vi­de­os der Nach­ah­mer sam­meln sich auf Instagram, Twit­ter und Face­book un­ter dem Hash­tag #bird­box­chal­len­ge.

In ei­nem der Clips rennt ein Mann mit­samt zwei Kin­dern an sei­nen Hän­den blind durch ein Zim­mer - bis das klei­ne­re Kind ge­gen die Wand prallt. An­de­re Vi­de­os zei­gen Au­to­fah­rer hin­ter dem Steu­er mit ver­bun­de­nen Au­gen. Net­flix selbst sah sich nach der ers­ten Wel­le so­gar ge­nö­tigt, ei­ne Warnung aus­zu­spre­chen. „Ich kann nicht glau­ben, dass ich das sa­gen muss: Bit­te ver­letzt euch nicht bei die­ser „Bird Box“Chal­len­ge“, hieß es auf dem Twit­terAc­count des Strea­m­ing­an­bie­ters.

In­den­so­zia­len­Me­di­en­wird­ge­lobt, ge­liebt, ge­strit­ten und ge­hetzt. Und im­mer wie­der sind in­mit­ten die­ses Tru­bels in den ver­gan­ge­nen Jah­ren Mut­pro­ben ent­stan­den, die ei­nen un­ge­ahn­ten Bann ent­fal­tet ha­ben. Bei der „Ice Bu­cket Chal­len­ge“schüt­te­ten sich die Teil­neh­mer für den gu­ten Zweck Kü­bel mit eis­kal­tem Was­ser über den Kopf und spen­de­ten für die Er­for­schung der Ner ven­krank­heit ALS. Bei der „Plank Chal­len­ge“mach­ten Tau­sen­de an den un­ge­wöhn­lichs­ten Or­ten Fit­ness­übun­gen. Bei der „Cho­king Chal­len­ge“, die Me­dien­be­rich­ten zu­fol­ge so­gar To­des­op­fer for­der­te, fie­len sie ab­sicht­lich in Ohn­macht. All das ist auf Vi­deo fest­ge­hal­ten und für al­le sicht­bar ins Netz ge­stellt wor­den.

„Man macht dort mit, um zu zei­gen, dass man da­zu ge­hört“, er­klärt der Kom­mu­ni­ka­ti­ons­wis­sen­schaft­ler Jan-Hin­rik Schmidt. Ne­ben dem Ge­winn von In­for­ma­tio­nen sei­en Selbst­dar­stel­lung und Be­zie­hungs­pfle­ge die wich­tigs­ten Funk­tio­nen, die so­zia­le Me­di­en für ih­re Nut­zer er­fül­len.

Die von der deut­schen Lan­des­zen­tra­le für Me­di­en und Kom­mu­ni­ka­ti­on in Rhein­land-Pfalz ko­or­di­nier­te EUInitia­ti­ve „Klick­safe“rät, Bei­trä­ge von ri­si­ko­rei­chen Chal­len­ges nicht wei­ter­zu­ver­brei­ten. Das Glei­che gel­te auch für War­nun­gen vor den Ak­tio­nen - da auch die­se die Ver­brei­tung an­heiz­ten. „Das ist eben ein pop­kul­tu­rel­les Phä­no­men“, sagt Schmidt. Im Zwei­fel hilft nur: Ab­war­ten. Denn viel län­ger als ein paar Wo­chen hat sich noch kein Trend die­ser Art ge­hal­ten.

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