85 Jah­re Deut­scher Club of Clark

Amerika Woche - - Wir In Ame­ri­ka - Chris­ta K. Wim­mer

Clark, NJ (awj) - Am 30. Sep­tem­ber 1935 grün­de­te ei­ne Grup­pe von deut­schen Ge­schäfts­leu­ten ei­nen deut­schen Ver­ein, um ih­re Her­kunft und Kul­tur auf­recht zu er­hal­ten. Zu An­fang tra­fen sie sich in Nick Grün­wald’s De­li­ka­tes­sen­ge­schäft in Rah­way. Bald dar­auf fand die ers­te of fi­zi­el­le Ver­samm­lung im Gre­ven’s Ho­tel in Rah­way statt. Karl Kum­mer wur­de zum ers­ten Prä­si­dent ge­wählt und der Na­me “Deut­scher Club of Rah­way” wur­de ihm ver­lie­hen. Aus­ser Nick wa­ren fol­gen­de Her­ren an­we­send: Lud­wig Gass­mann, Wil­li­am De­gen­hardt, Her­mann Klen­ner, An­ton Hor­ling, Karl Kum­mer, Hu­go Mül­ler, Wil­li­am Tröb­ling und Jo­seph Rack. Ih­nen folg­ten Os­car Ro­dig, Ber­nard Hitz­ler und Lou­is Gru­bel. Nach kur­zer Zeit tra­ten ih­re Ehe­frau­en bei und die Zahl der Mit­glie­der er­reich­te 100. Ak­ti­vi­tä­ten,wie Os­te­rei­er­su­chen, und Weih­nachts­fei­ern mit Ge­schen­ken vom Ni­ko­laus für die Kin­der, Sil­ves­ter­fei­ern, Pick­nicks, Film­aben­de und Vor­trä­ge fan­den all­ge­mein Ge­fal­len.

Wäh­rend der ers­ten Jah­re von 1940 er­warb der Ver­ein die “Eag­le’s Hall” in Rah­way, um aus­rei­chend Raum für die stän­dig zu­neh­men­de Mit­glied­schaft zu tra­gen. Beim Aus­bruck des Zwei­ten Welt­krie­ges hat­ten zahl­rei­che Mit­glie­der noch nicht die ame­ri­ka­ni­sche Staats­bür­ger­schaft. John Bar­ger, Bür­ger­meis­ter von Rah­way, des­sen Gros­s­el­tern aus Deutsch­land über­sie­del­ten, er­hielt ver­dien­ten Dank für sei­ne Be­mü­hun­gen, ei­nen deut­schame­ri­ka­ni­schen Pa­trio­tis­mus, so­wie der För­de­rung ei­ner aus­ge­zeich­ne­ten Be­zie­hung zu der Ge­mein­de.

Der Ver­ein ent­schied sich in 1950 zum Kauf ei­nes Ver­eins­heims, um die sich stän­dig ver­meh­ren­de Mit­glie­der­zahl un­ter­zu­brin­gen. Sie hat­ten die klu­ge Vor­aus­sicht, ein al­tes Bau­ern­haus auf ei­nem gros­sen Land­stück mit zahl­rei­chen Bäu­men und ne­ben ei­nem Re­ser­voir zu wäh­len. Ihr Ein­satz, Kön­nen und har­te Ar­beit wan­del­te die­ses “Ole Hou­se” in ein herr­li­ches, ver­grös­ser­tes Ver­eins­heim mit ei­ner Woh­nung für den Ma­na­ger. Die Ar­bei­ten wur­den in 1969 fer­tig­ge­stellt, fi­nan­ziert durch den Ver­kauf von Schuld­schei­nen an die Mit­glie­der. Das An­we­sen er­hielt den Na­men “Wal­des­lust”. Das Ma­na­ger-Ehe­paar Gott­fried und Si­grid Monsch­ke, des­sen har­te Mit­ar­beit und Un­ter­stüt­zung war un­ge­mein ge­schätzt, be­zo­gen die Woh­nung.

Zu ei­ni­ger Zeit ver­füg­te der Ver­ein über ei­nen Ge­s­ang­ver­ein, Brief­mar­ken­samm­ler, Fuss­bal­ler, Ski­schus­sers, die in der heu­ti­gen Zeit al­le nicht mehr ak­tiv sind. Nur die Skat­spie­ler tref­fen sich seit 1980 je­de Wo­che und hiel­ten auch all­jähr­lich ein Skat­tur­nier. Ei­ni­ge Ge­s­ang­ver­ei­ne und Sport­clubs nen­nen heut­zu­ta­ge den Deut­schen Club of Clark ihr Heim.

Die in 1955 ge­grün­de­te La­dies Di­vi­si­on wur­de in 1979 wie­der ak­ti­viert, mit In­ge Kum­mer Ga­tes als ers­te Prä­si­den­tin. Die­se Grup­pe or­ga­ni­sier­te Kar­ten­spiel-Par­tys, Mo­de­schau­en, so­wie wei­te­re kul­tu­rel­len Pro­gram­me, wie Christ­kindl­markt und Floh­markt. Der Er­lös die­ser Ver­an­stal­tun­gen er­mög­lich­te den Da­men die Un­ter­stüt­zung und Auf­bes­se­rung des Ver­eins­lo­kals durch Spen­den zu gros­sen An­schaf­fun­gen. Die jet­zi­ge Prä­si­den­tin ist Si­grid Pa­ga­no.

Be­son­ders er­wähnt wer­den soll­te der Blut­spen­de­tag des Ver­eins, wel­cher in den spä­ten 1960er Jah­ren ins Le­ben ge­ru­fen wur­de. Zwei­mal wäh­rend des Jah­res frischt die­ser Blut­spen­de­tag ei­ne Re­ser­ve für die Ver­eins­mit­glie­der und de­ren

Fa­mi­li­en.

Wäh­rend des Wald­fes­tes, wel­ches all­jähr­lich am Va­ter­tag im be­lieb­ten Hain statt­fin­det, wird ei­ne “Miss Deut­scher Club” er­wählt, wel­che bei ver­schie­de­nen An­läs­sen für den Club ver­tritt, be­son­ders bei der Steu­ben­pa­ra­de in New York Ci­ty. In letz­tem Jahr fiel die Wahl auf Al­lie Comp­ton - Miss Deut­scher Club wird am “Deut­scher Tag” ge­krönt.

Um zu­ver­sicht­lich und er­folg­reich in die Zu­kunft zu ge­lan­gen, sind stän­dig Ver­bes­se­run­gen an Ge­bäu­de und An­we­sen er­for­der­lich, um die Qua­li­tät des Ver­eins­heims, des Park­plat­zes er­for­der­lich, so­wie die In­stal­la­ti­on von Tep­pi­chen auf den Auf­gän­gen, dem Ball­saal und Rats­kel­ler. Die Kü­che er­fuhr ei­ne Mo­der­ni­sie­rung durch neue Uten­si­li­en zur Es­sens­zu­be­rei­tung, Ent­lüf­tungs­an­la­ge, Bo­den­be­lag, Spül­ma­schi­ne, Kühl­schrank, Kli­ma­an­la­ge und neue Fens­ter. Die obe­ren Ver­samm­lungs­räu­me er­hiel­ten ein neu­es Ge­sicht, ein­schliess­lich neu­er Fens­ter. An der Bar wur­den neue Bier­lei­tun­gen und Bier­tür­me in­stal­liert. Auch die Toi­let­ten wur­den nicht ver­ges­sen!

Seit 2008 ste­hen nebst den Sonn­tags-Fes­ti­vals auch Bier­gär­ten auf dem Pro­gramm, wel­che an be­stimm­ten Frei­tag­aben­den wäh­rend der Som­mer­mo­na­te in Ver­bin­dung mit Au­to­mo­bil-Shows be­inhal­ten. BMW, Mer­ce­des und Volks­wa­gen brin­gen Jung und Alt zu­sam­men, die auch ger­ne die “Ame­ri­can Clas­sics” be­stau­nen.

Gi­se­la Le­wis und ih­re kul­tu­rel­len Früh­jahrs- und Weih­nachts-Shows mit Stars aus Deutsch­land und Ös­ter­reich sind be­lieb­ten Ver­an­stal­tun­gen und brin­gen lie­be Grüs­se aus der al­ten Hei­mat.

Der Deut­scher Club of Clark, be­kannt als die ”Oa­se der Deut­schen in New Jer­sey”, fei­ert sein 85tes Be­ste­hen in die­sem Jahr. Der Vor­stand hält die deut­sche Kul­tur und Tra­di­ti­on auf­recht als ei­ne Stät­te, an der al­le Ge­ne­ra­tio­nen in Freund­schaft und Ge­müt­lich­keit ein­an­der tref­fen. Ne­u­mit­glie­der sind im­mer herz­lich will­kom­men!

“Mit­glie­der im Hain” ist ein zwang­lo­ses Tref­fen an be­stimm­ten Sams­tag­aben­den im Som­mer. Et­was Mu­sik, gu­te Un­ter­hal­tung, selbst­ver­ständ­lich ei­ne gu­te Mahl­zeit, so­wie Wein, Bier und Schnaps ge­hö­ren da­zu. Un­ser äl­tes­tes Mit­glied, Jo­seph Hor­ling, Sr. fei­ert An­fang Ok­to­ber sei­nen 100sten Ge­burts­tag

- er ist be­reits seit 75 Jah­ren Mit­glied! Das muss na­tür­lich ge­fei­ert wer­den - gu­te Ge­sund­heit dem Ge­burts­tags­kind!

In Dank­bar­keit er­in­nern wir uns an un­se­re Eh­ren­prä­si­den­ten: Max Schö­ne,. Lutz We­ber, Ro­land Schal­ler, Horst Sta­be­now, Hans Wei­landt, Kurt Fuchs, Wal­ter Leh­mann, Ur­su­la Weus­te, Si­grid Pa­ga­no und Chris Wa­gner.

Dank des gut an­ge­leg­ten Hai­nes “Wal­des­lust” geht das Ver­eins­le­ben wei­ter, aber die Hoff­nung be­steht, bal­di­ge Öff­nung des Ge­bäu­des, denn - der nächs­te Win­ter kommt be­stimmt.

So geht es in der Fest­hal­le des Deut­scher Club of Clark zu.

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