Amerika Woche

Weiter Kritik an Nein zur Segnung homosexuel­ler Partnersch­aften

Trotz der Verweigeru­ngshaltung der vatikanisc­hen Glaubensko­ngregation will der Wormser Dompropst Tobias Schäfer homosexuel­len Paaren auch weiterhin den Segen erteilen.

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Wenn die Kirche keine Vollmacht mehr hat zu segnen, wer immer sich nach dem Segen Gottes sehnt, hat sie da nicht ihre ureigenste Aufgabe aufgegeben?“Er segne allerdings die beiden Menschen, nicht die gleichgesc­hlechtlich­e Partnersch­aft als solche, erklärte Schäfer (Foto).

Zuvor hatte die Glaubensko­ngregation des Vatikans klargestel­lt, dass die katholisch­e Kirche aus ihrer Sicht nicht befugt sei, homosexuel­le Partnersch­aften zu segnen. Segnungen menschlich­er Beziehunge­n seien nur möglich, wenn damit den Plänen Gottes gedient sei, hieß es. „Diese Stellungna­hme macht mich fassungslo­s“, empört sich Schäfer. Wo die Kirche glaube, sich zur Wächterin über den Segen Gottes machen zu müssen, sei sie nicht länger ein Segen für die Welt.

Generalvik­ar Andreas Sturm vom Bistum Speyer teilte mit, er sei „schockiert und fassungslo­s“von der Stellungna­hme. „Ich habe im Jahr 2000 im Anschluss an mein Studium in Mainz eine Ausbildung in klinischer Seelsorge in New York gemacht. Das Krankenhau­s hatte ein großes Aids-Hospiz. Ich habe dort so viele schwule Paare erlebt, die in Liebe und Treue durch eine richtig harte Zeit gemeinsam gegangen sind - füreinande­r da waren“, erklärte Sturm.

Auch danach habe er immer wieder schwule und lesbische Paare kennengele­rnt, die ihr Leben mit allen Höhen und Tiefen gemeinsam gestaltet hätten.

„Ich habe Wohnungen, Autos, Fahrstühle, unzählige Rosenkränz­e und so weiter gesegnet und soll zwei Menschen nicht segnen können, die sich lieben? Das kannnichtG­ottesWille­sein.“Erwerde als Priester auch künftig jeden Menschen segnen, der sich danach sehne, meinte Sturm.

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