Mit Ohr­mar­ken und „Rei­se­pass“

Die Presse am Sonntag - - Ausland -

Rin­der­mäs­ter, Mut­ter­k­uh­hal­ter und Milch­bau­ern ha­ben nicht nur im Stall oder auf der Wei­de viel zu tun, son­dern auch im Bü­ro be­zie­hungs­wei­se am Com­pu­ter. Denn es geht um die Si­cher­heit und Nach­voll­zieh­bar­keit beim Fleisch. Und der Land­wirt ist der Ers­te in der lü­cken­lo­sen Ket­te der Rück­ver­folg­bar­keit von Rind­fleisch.

Die ers­ten Da­ten müs­sen gleich nach der Ge­burt ei­nes Kal­bes er­fasst wer­den: In­ner­halb von sie­ben Ta­gen be­kommt das Tier zwei gel­be Ohr­mar­ken. Die Num­mer auf die­sen Mar­ken muss ge­mein­sam mit dem Na­men des Be­trie­bes in die zen­tra­le Rin­der­da­ten­bank der AMA ge­mel­det wer­den. Wird das Tier wei­ter­ver­kauft, muss der Käu­fer dies eben­falls in der Da­ten­bank ver­mer­ken. Zu­dem führt je­der Bau­er ein Stall­buch.

Das ist noch nicht al­les: Ein Vieh­ver­kehrs­schein be­glei­tet das Tier wie ein Rei­se­pass. Er han­delt sich um ei­nen Lie­fer­schein, auf dem die Ohr­mar­ken­num­mer, die Na­men und Adres­sen der je­wei­li­gen Ver­käu­fer und Käu­fer ver­zeich­net sind. Über­dies ste­hen dar­in für den Trans­port re­le­van­te De­tails, et­wa der Zeit­punkt, an dem das Tier zu­letzt ge­füt­tert wur­de. Da­mit der Weg des Flei­sches auch auf al­len wei­te­ren Etappen – Schlacht­hof, Zer­le­ge- und Ver­ar­bei­tungs­be­trieb – trans­pa­rent bleibt, gibt es stren­ge Kon­trol­len. Im Schlacht­hof wird die Schlacht­num­mer auf den Schlacht­kör­per auf­ge­stem­pelt – auch zur Si­cher­heit bei ei­nem even­tu­el­len EDV-Aus­fall. Ent­schei­dend für den Kon­su­men­ten ist das Eti­kett auf der Wa­re im Han­del: Dar­auf ste­hen al­le wich­ti­gen Ver­brau­cher­infor­ma­tio­nen – Her­kunft, Ge­wicht, Ka­te­go­rie und Eu­rop-Klas­si­fi­zie­rung. Und auch, dass es sich um ein Pro­dukt aus ei­nem Qua­li­täts­pro­gramm wie dem AMA-Gü­te­sie­gel han­delt.

Bis spä­tes­tens sie­ben Ta­ge nach der Ge­burt müs­sen die Käl­ber die gel­ben Ohr­mar­ken er­hal­ten.

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