Ge­schich­te, Bio­lo­gie, Pop

Die Presse am Sonntag - - Lesenhören - THO­MAS KRAMAR

Pet Shop Boys: »The Pop Kids«. „Don’t know much about his­to­ry, don’t know much bio­lo­gy“, so be­gann Sam Coo­ke 1960 sei­nen Song „Won­der­ful World“. Bei den Pet Shop Boys sind die Prot­ago­nis­ten deut­lich ge­lehr­ter: Ei­ner hat Ge­schich­te stu­diert, der an­de­re Bio­lo­gie, da­mals in den frü­hen Neun­zi­ger­jah­ren. „We we­re young, but ima­gi­ned we we­re so so­phis­ti­ca­ted, tel­ling ever­yo­ne we knew that rock was over­ra­ted“, singt Neil Tennant. Pop ist klug, Rock ist dumm: Das war ge­nau die Hal­tung der Pet Shop Boys, als sie be­gan­nen, al­ler­dings war das ein Jahr­zehnt frü­her, in den frü­hen Acht­zi­gern. Ein ge­witz­tes Spiel mit Rea­li­tät und Fik­ti­on al­so, ty­pisch für gu­ten Pop, ty­pisch für die Pet Shop Boys. Dass sie mu­si­ka­lisch ih­rer er­prob­ten For­mel – war­me Klän­ge, kna­cki­ge Bäs­se, har­te Beats, Spiel mit dem Fre­quenz­spek­trum und den Ka­nä­len – nach 35 Jah­ren nichts mehr hin­zu­fü­gen, das kann man die­sen al­ten Pop Kids ver­zei­hen.

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