Die Ver­gäng­li­chen, die im­mer wie­der­keh­ren

Ein­jäh­ri­ge Blü­ten­pflan­zen sind die ewi­gen Fe­en des Blu­men­gar­tens.

Die Presse am Sonntag - - Garten - VON UTE WOLTRON

Ein ver­nünf­tig an­ge­leg­ter Gar­ten be­steht ge­wöhn­lich aus ei­nem Grund­ge­rüst dau­er­haf­ter Pflan­zen, die ihm Struk­tur und Ori­en­tie­rung ge­ben. Bäu­me und Sträu­cher sind die Wän­de und Stüt­zen des Kon­strukts. Sie bil­den die Gar­ten­räu­me und struk­tu­rie­ren die Zo­nen. Die jähr­lich wie­der­keh­ren Blü­ten­stau­den da­zwi­schen fun­gie­ren als ver­läss­li­che und an ge­wohn­ter Stel­le an­zu­tref­fen­de Ein­rich­tungs­ge­gen­stän­de. Doch dann gibt es auch die Va­ria­blen im Sys­tem, und das sind die ein­jäh­ri­gen Blü­ten­pflan­zen.

Man kann sie, wenn man sich zur Ord­nung ge­trie­ben fühlt, was ei­ne sehr be­schwer­li­che und im Lauf des Gärt­ner­le­bens am bes­ten ab­zu­schüt­teln­de Ei­gen­schaft ist, ge­nau an je­ne Stel­len pflan­zen, wo man sie ha­ben will. Man kann sie aber auch ge­wäh­ren las­sen, in­dem man Ver­blüh­tes nicht ab­schnei­det, so­dass Sa­men aus­rei­fen, aus­fal­len und die Pflan­zen im Fol­ge­jahr ih­re ei­ge­nen Lieb­lings­plät­ze su­chen kön­nen. Das er­gibt oft hüb­sche und un­ver­mu­te­te Pflan­zen­kom­bi­na­tio­nen und birgt au­ßer­dem ein er­freu­li­ches Über­ra­schungs­mo­ment. Die zar­te Ni­gel­la.

Wir Be­que­men las­sen die Sa­men aus­fal­len und sä­en zu­dem manch Ein­jäh­ri­ge ein­fach di­rekt in die Bee­te da­zu. Er­fah­rungs­ge­mäß funk­tio­niert das oft bes­ser als das Vor­zie­hen, Pi­kie­ren, Aus­set­zen, da die­ser Pro­zess die klei­nen Pflan­zen im­mer wie­der ver­stört und im Wachs­tum zu­rück­wirft. Be­rech­tig­ter Ein­wand: Man­che Pflan­zen müs­sen auf­grund Ve­ge­ta­ti­ons­kür­ze und Schne­cken­fraß sehr wohl vor­ge­zo­gen wer­den, aber die sind heu­te nicht dran.

Ge­meint sind viel­mehr Gar­ten­geis­ter wie die zar­te Co­se­ma, auch Schmuck­körb­chen ge­nannt, von der man nie weiß, ob sie ro­sa, li­la oder weiß blü­hen wird. Ei­ne mäch­ti­ge Selbst­aus­säe­rin ist auch die Rin­gel­blu­me in all ih­ren Va­ri­an­ten. Eben­falls ge­nannt sei­en Ni­gel­la, Wi­cken, Son­nen­blu­men und Zin­ni­en. Letz­te­re al­ler­dings sind Lieb­lings­spei­se der Schne­cken.

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