Kurz warnt vor Tür­kei-De­al

Eu­ro­pa dür­fe sich durch das Flücht­lings­Żb­kom­men nicht in »ei­ne ge­fähr­li­che Ab­hän­gig­keit« be­ge­ben, sagt Au­ßen­mi­nis­ter Kurz.

Die Presse am Sonntag - - Nachrichten -

Wi­en/Berlin. Au­ßen­mi­nis­ter Se­bas­ti­an Kurz (ÖVP) warnt da­vor, sich in der Flücht­lings­fra­ge auf ei­nen De­al mit der Tür­kei zu ver­las­sen. Wenn man das tue, be­ge­be man sich „in ei­ne ge­fähr­li­che Ab­hän­gig­keit“, so Kurz im ORF-Ra­dio.

Der De­al, durch den sich die Tür­kei u. a. da­zu ver­pflich­tet, in Grie­chen­land an­kom­men­de Flücht­lin­ge zu­rück­zu­neh­men, ha­be ge­mein­sam mit der Schlie­ßung der West­bal­kan-Rou­te „für ei­nen ge­wis­sen Rück­gang der Flücht­lings­zah­len“ge­sorgt. Al­ler­dings kön­ne es „je­der­zeit pas­sie­ren, dass die Tür­kei die Lust auf ei­ne Ko­ope­ra­ti­on ver­liert“. Des­halb sei der EU/Tür­kei-Flücht­lings­pakt le­dig­lich ein Plan B. Der Plan A Ei­ne Kin­des­ent­füh­rung dürf­te im Salz­bur­ger Stadt­teil Le­hen ver­hin­dert wor­den sein. Zwei Neun­jäh­ri­ge wa­ren von zwei Män­nern in ei­nem Park an­ge­spro­chen wor­den. Mit Chips woll­te man ein Kind zum Mit­kom­men auf­for­dern. Als das Mäd­chen ver­nein­te, pack­ten die Män­ner es am Arm und zerr­ten es weg. Ei­ne Pas­san­tin ging da­zwi­schen. Ei­ne so­fort ein­ge­lei­te­te Fahn­dung der Po­li­zei ver­lief oh­ne Er­folg. Schwe­re Ha­gel­un­wet­ter ha­ben Frei­tag­abend gro­ße Schä­den in der Land­wirt­schaft in Nie­der­ös­ter­reich und im Süd­bur­gen­land an­ge­rich­tet. Be­trof­fen wa­ren das Wald- und das In­dus­trie­vier­tel so­wie der Be­zirk Ober­wart. Die be­trof­fe­ne Flä­che be­trägt 4000 Hekt­ar, der Ge­samt­scha­den in der Land­wirt­schaft wur­de auf 1,2 Mil­lio­nen Eu­ro ge­schätzt. müs­se „ein star­kes Eu­ro­pa sein, das be­reit ist, sei­ne Au­ßen­gren­zen selbst zu schüt­zen“, sagt Kurz ge­gen­über dem deut­schen „Spie­gel“. Kei­ne Er­pres­sung. Der deut­sche Jus­tiz­mi­nis­ter, Hei­ko Maas (SPD), for­dert un­ter­des­sen ei­ne kon­se­quen­te Hal­tung ge­gen­über dem tür­ki­schen Prä­si­den­ten, Re­cep Tay­yip Er­do­gan.˘ „Wir wer­den uns nicht er­pres­sen las­sen“, sag­te Maas mit Blick auf das Flücht­lings­ab­kom­men in der „Neu­en Os­na­brü­cker Zei­tung“. Und: „Die Tür­kei muss lie­fern.“Erst wenn die Vor­aus­set­zun­gen er­füllt sind, ge­be es die von der Tür­kei an­ge­streb­te Vi­sa­frei­heit für Tür­ken in der EU.

Newspapers in German

Newspapers from Austria

© PressReader. All rights reserved.