VIER FRA­GEN

Die Presse am Sonntag - - Leben -

Sind Band­schei­ben­vor­fäl­le häu­fi­ger als frü­her? Es wer­den mehr Band­schei­ben­vor­fäl­le dia­gnos­ti­ziert. Das liegt an der bes­se­ren Tech­nik, aber auch an der stei­gen­den Im­mo­bi­li­tät der Be­völ­ke­rung. Wer­den die Pa­ti­en­ten im­mer jün­ger? Kon­kre­te Zah­len gibt es nicht, aber im­mer mehr jun­ge Men­schen lei­den heu­te un­ter Rü­cken­be­schwer­den. Bei ei­ner ak­tu­el­len Stu­die in Mün­chen wur­den 900 Gym­na­si­as­ten hin­sicht­lich Kraft und Ko­or­di­na­ti­on un­ter­sucht. Bei je­dem Zwei­ten war das Ri­si­ko für ei­ne Wir­bel­säu­len­er­kran­kung er­höht. Hilft Aku­punk­tur? Bei leich­ten Fäl­len hilft Aku­punk­tur oft gut, sagt der deut­sche Rü­cken­spe­zia­list Martin Ma­ria­no­wicz. Kann man ei­nem Band­schei­ben­vor­fall vor­beu­gen? Ja, bis zu ei­nem ge­wis­sen Grad. Am bes­ten eig­net sich da­zu re­gel­mä­ßi­ge Be­we­gung. Al­ler­dings soll­te ex­tre­me Be­las­tung ver­mie­den wer­den, gut sind al­so Rad­fah­ren, Schwim­men, Wan­dern (al­les bes­ser als Jog­gen). Ei­ne band­schei­ben­freund­li­che Er­näh­rung gibt es nicht, aus­rei­chend Flüs­sig­keit tut ih­nen aber gut, sie hält sie prall und elas­tisch. We­ni­ger gut ist der häu­fi­ge Kon­sum von fet­tem Fleisch (dies stört die Auf­nah­me von Kal­zi­um), fet­te See­fi­sche wer­den emp­foh­len. Schäd­lich hin­ge­gen sind Rau­chen, über­mä­ßi­ger Ge­nuss von Al­ko­hol und phos­phat­hal­ti­gen Ge­trän­ken. in­nert sich Bir­git Suchomel. „Dr. Sa­jer hat mir ei­ne Schmerz­in­fu­si­on ver­ab­reicht, und dann ha­be ich es auf sein An­ra­ten ei­nen Tag lang mit Me­di­ka­men­ten pro­biert. Als das aber nichts ge­hol­fen hat, bin ich ins Spi­tal.“Ei­ne Ma­gnet­re­so­nanz-Un­ter­su­chung be­stä­tig­te Sa­jers Erst­dia­gno­se: ein klei­ner Band­schei­ben­vor­fall in der Len­den­wir­bel­säu­le mit Aus­strah­lung ins lin­ke Bein. In­tra­ve­nö­se Schmerz­the­ra­pie und Phy­sio­the­ra­pie hal­fen der sport­li­chen Frau bald. „Nach rund ei­ner Wo­che war ich wie­der zu Hau­se. Ich ha­be auch ge­ta­ped, Shi­atsu und Os­teo­pa­thie wa­ren eben­so hilf­reich.“Nach zwei Mo­na­ten be­gann Suchomel wie­der mit ih­rem Trai­ning, von ei­ner Ope­ra­ti­on war nie die Re­de ge­we­sen.

„Ope­ra­tio­nen sind nur in den sel­tens­ten Fäl­len not­wen­dig, bei mehr als 80 Pro­zent al­ler Be­trof­fe­nen heilt ein Band­schei­ben­vor­fall in­ner­halb von sechs Wo­chen spon­tan und von selbst“, be­tont Martin Ma­ria­no­wicz, ei­ner der füh­ren­den Wir­bel­säu­len­spe­zia­lis­ten Deutsch­lands. Ope­ra­tio­nen sind nur bei schwe­ren neu­ro­lo­gi­schen Aus­fäl-

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