War­um hast du mich ver­las­sen?

Die Presse am Sonntag - - Lesenhören - THO­MAS KRAMAR

Weyes Blood: »Se­ven Words«. Sie­ben letz­te Wor­te Chris­ti am Kreuz sind über­lie­fert, das vier­te ist: „Mein Gott, mein Gott, war­um hast du mich ver­las­sen?“Ums Ver­las­sen­wer­den, frei­lich von ei­nem Men­schen, geht es auch in die­sem Song: „It’s star­ting to hurt“, singt Na­ta­lie Me­ring, wäh­rend das plötz­lich ein­set­zen­de Schlag­zeug die Zeit spür­bar macht, „I know you’ve mo­ved on.“Doch sie bleibt nicht bei der Kla­ge, die über­nimmt – just bei der Fra­ge „Who had the last word? – ei­ne ge­fasst trau­ern­de Sli­deGi­tar­re, am En­de steht die Vi­si­on, dass das En­de der Be­zie­hung auch ei­ne neue Frei­heit be­deu­ten könn­te: „It had to be se­ven words to set us free, now I face to­mor­row.“Wel­che sie­ben Wor­te sind das? Das bleibt of­fen, es blei­ben gro­ße Zei­len („I want you most­ly in the morning, when my soul is weak from drea­m­ing“) und zwi­schen Moll und Dur hän­gen­de Har­mo­ni­en, wie man sie von den spä­ten Beat­les kennt. Sub­ti­ler Song.

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