Der Ad­vent­markt macht das Wäh­len schwer

Die Wahl­wie­der­ho­lung kurz vor Ni­ko­lo stellt die Ge­mein­den vor or­ga­ni­sa­to­ri­sche Her­aus­for­de­run­gen.

Die Presse am Sonntag - - Inland - VON JU­LIA NEU­HAU­SER

„Die letz­ten Wahl­lo­ka­le schlie­ßen bei uns um 15 Uhr. Gott sei Dank. Denn dann kom­men die Klau­bauf, die Perch­ten – und glau­ben Sie mir, das ist kein Kin­der­ge­burts­tag.“Für den Bür­ger­meis­ter der Ge­mein­de Ma­trei in Ost­ti­rol, Andre­as Köll, ist der neue Ter­min für die Wie­der­ho­lung der Bun­des­prä­si­dent­schafts­wahl kein gro­ßes Pro­blem. Für an­de­re schon. Denn vie­ler­orts kol­li­diert die Wahl, die am 4. De­zem­ber und da­mit am zwei­ten Ad­vent­sonn­tag statt­fin­den wird, mit dem Ad­vent­markt.

Wur­de da­mals die Aus­sa­ge des In­nen­mi­nis­ters, Wolf­gang So­bot­ka (ÖVP), dass ein Wahl­ter­min „kurz vor Ni­ko­laus“un­güns­tig sei, noch be­lä­chelt, kla­gen heu­te so man­che Ge­mein­den über Schwie­rig­kei­ten. So et­wa die stei­ri­sche Markt­ge­mein­de Stai­n­ach-Pürgg. Durch den „Ad­vent auf der Pürgg“ist das Wäh­len im Orts­teil Pürgg an die­sem Ter­min näm­lich nicht mög­lich. Es muss aus­ge­wi­chen wer­den. „Der­zeit klä­ren wir das noch recht­lich ab“, sagt Bür­ger­meis­ter Ro­land Ra­nin­ger (ÖVP).

In der ober­ös­ter­rei­chi­schen Ge­mein­de Gars­ten hat man ein ähn­li­ches Pro­blem. „Er­freut sind wir über den Wahl­ter­min nicht“, sagt Amts­lei­ter Hel­mut Kel­lau­er. Zwei Wahl­lo­ka­le, je­nes im Pfarr­saal und das in der Volks­schu­le, sei­en durch die Aus­stel­lun­gen des Garst­ner Ad­vent­markts be­legt. Aus- weich­quar­tie­re gibt es zwar schon. Dort müs­se man nun aber noch Park­plät­ze für die Wäh­ler re­ser­vie­ren. Die sei­en in der Ad­vent­markt­zeit näm­lich stets rar. Gar nicht so ein­fach sei es au­ßer­dem, am zwei­ten Ad­vent­sonn­tag Wahl­bei­sit­zer zu fin­den. Auch die sei­en beim Ad­vent­markt im Ein­satz. Ver­bots­zo­ne um Wahl­lo­kal. In der Ost­ti­ro­ler Stadt Lienz be­fas­sen sich ge­ra­de die Ju­ris­ten mit dem Ad­vent­markt­pro­blem. Denn ab­ge­se­hen von den räum­li­chen und per­so­nel­len Schwie­rig­kei­ten gibt es auch ei­ne recht­li­che Her­aus­for­de­rung. Rund um die Wahl­lo­ka­le sind näm­lich so­ge­nann­te Ver­bots­zo­nen. Der § 58 der Na­tio­nal­rats­wahl­ord­nung ver­bie­tet nicht nur Pla­kat­wer­bun­gen rund um die Wahl­lo­ka­le, son­dern auch „je­de An­samm­lung“– und dar­un­ter fal­len, wie das In­nen­mi­nis­te­ri­um be­stä­tigt, auch Ad­vent­märk­te. Pro­ble­ma­tisch sei das nicht. Die Ge­mein­den, die den Um­fang der Ver­bots­zo­nen fest­le­gen, müs­sen die­se nun ein­fach klein hal­ten.

Et­was klei­ner ist am zwei­ten Ad­vent­sonn­tag auch der Ad­vent­markt im bur­gen­län­di­schen Rust. Die Aus­stel­lung im See­hof wird es nicht ge­ben. Auch dort wird ge­wählt. Bür­ger­meis­ter Ge­rold Stagl (SPÖ) sieht es prag­ma­tisch: „Die Aus­stel­ler sind nicht be­geis­tert. Aber die Wahl geht vor.“

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