Ver­fas­sungs­re­ge­lung soll Asy­l­ober­gren­ze si­chern

In­nen­mi­nis­ter So­bot­ka will den jähr­li­chen Höchst­wert für Asyl­an­trä­ge auch im Ge­setz fest­schrei­ben. Die SPÖ prüft den Ent­wurf erst.

Die Presse am Sonntag - - Nachrichten -

Wi­en. Die Asyl­not­ver­ord­nung ist noch nicht un­ter Dach und Fach, da gibt es be­reits zu­sätz­li­chen Zünd­stoff um die von SPÖ und ÖVP im Jän­ner ver­ein­bar­te Ober­gren­ze von 37.500 An­trä­gen für heu­er und die schritt­wei­se Re­duk­ti­on in den kom­men­den Jah­ren. In­nen­mi­nis­ter Wolf­gang So­bot­ka (ÖVP) hat dem Ko­ali­ti­ons­part­ner SPÖ den Ent­wurf für ei­ne Än­de­rung des Asyl­rechts über­mit­telt. Da­rin wird die Ober­gren­ze nun auch im Ge­setz fi­xiert. Das sind heu­er 37.500 An­trä­ge, 2017 sind 35.000 ge­plant, 2018 dann 30.000 und 2019 schließ­lich 25.000.

Es soll da­mit, wie der „Pres­se am Sonn­tag“im In­nen­mi­nis­te­ri­um er­läu­tert wur­de, ei­ne ver­fas­sungs­recht­li­che Grund­la­ge für die Ein­hal­tung der jähr­lich ge­plan­ten Asy­l­ober­gren­ze ge­schaf­fen wer­den. Al­ler­dings ist da­für ne­ben der Zu­stim­mung der SPÖ auch der Sank­tus von FPÖ oder Grü­nen not­wen­dig. Vor­erst muss So­bot­ka frei­lich das Ge­set­zes­vor­ha­ben mit dem Ko­ali­ti­ons­part­ner aus­han­deln. Bis­her gab es zwar die Ab­ma­chung vom Jän­ner über die Höchst­wer­te, ei­ne ge­setz­li­che Ver­an­ke­rung war aber nicht vor­ge­se­hen.

In der SPÖ gibt man sich zu­rück­hal­tend. So­bot­kas Ver­hand­lungs­part­ner, Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ter Hans Pe­ter Do­sko­zil, be­ginnt erst mit der Prü­fung des ge­sam­ten Ge­set­zes­pa­kets, das im Frem­den­recht auch Geld- und Haft­stra­fen bei Falsch­an­ga­ben von Asyl­wer­bern ge­gen­über Be­hör­den be­inhal­tet. WŻr­te­frist Żuf BeŻr­bei­tung. Mit Er­rei­chen der jähr­li­chen Asy­l­ober­gren­ze kön­nen Flücht­lin­ge an der Gren­ze nicht mehr nach Ös­ter­reich ein­rei­sen. Das Bun­des­asyl­amt wür­de on­li­ne das Er­rei­chen des Höchst­werts be­kannt ge­ben. Die ge­setz­li­che Fest­schrei­bung wür­de da­zu füh­ren, dass An­su­chen von Per­so­nen, die trotz der Son­der­ver­ord­nung ei­nen An­trag stel­len kön­nen – das sind Fa­mi­li­en­an­ge­hö­ri­ge so­wie Per­so­nen, die es be­reits nach Ös­ter­reich ge­schafft ha­ben und nicht in die Hei­mat ab­ge­scho­ben wer­den kön­nen –, bis zum Be­ginn des Fol­ge­jah­res nicht be­ar­bei­tet wer­den. Be­trof­fe­ne kön­nen je­doch wäh­rend die­ser Zeit in Ös­ter­reich blei­ben und wer­den auch in der Gr­und­ver­sor­gung be­treut. Ihr Asyl­an­trag wird aber in die­ser Pha­se nicht be­ar­bei­tet.

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