Let’s Ma­ke Mo­ney

EMP­FEH­LUN­GEN FÜR ZEIT­GE­NOS­SEN, DIE AUF IHR GELD SCHAU­EN

Die Presse am Sonntag - - Mein Geld -

Der Ok­to­ber zieht ins Land – und so si­cher, wie um die­se Jah­res­zeit die Blät­ter fal­len, be­gin­nen Ana­lys­ten­spe­ku­la­tio­nen über die ob­li­ga­to­ri­sche Jah­res­en­dral­lye auf den Märk­ten. Dür­fen wir ei­ne sol­che er­war­ten?

Vie­le An­le­ger dürf­ten da­von aus­ge­hen. Die Ci­ti­group, die in Deutsch­land die In­vest­ment­stim­mung pri­va­ter und pro­fes­sio­nel­ler An­le­ger quar­tals­wei­se in ih­rem In­vest­ment­ba­ro­me­ter er­hebt, meldet je­den­falls ei­ne deut­lich Stim­mungs­auf­hel­lung: Dem­nach glaub­ten En­de Sep­tem­ber knapp 51 Pro­zent der be­frag­ten deut­schen An­le­ger, dass es mit den Kur­sen bis Jah­res­en­de berg­auf ge­hen wird. Drei Mo­na­te da­vor wa­ren es nur rund 36 Pro­zent ge­we­sen. Skep­ti­scher ge­wor­den sind die An­le­ger da­ge­gen bei Gold und Roh­öl.

Schön, aber wie passt das mit der Ent­wick­lung der wich­ti­gen In­di­zes zu­sam­men? Der deut­sche DAX bei­spiels­wei­se be­wegt sich schon seit Mo­na­ten in ei­nem re­la­tiv brei­ten Band seit­wärts da­hin. Ein Chart­bild, bei dem ge­ra­de für mit­tel­fris­tig ori­en­tier­te An­le­ger we­nig zu ge­win­nen ist. Dass die Kur­se auch nach un­ten re­la­tiv gut ab­ge­si­chert schei­nen, ist da ein schwa­cher Trost.

Grund­sätz­lich scheint der Druck nach oben der­zeit grö­ßer zu sein als der nach un­ten. So ge­se­hen könn­te es mit ei­ner klei­nen Jah­res­en­dral­lye schon noch et­was wer­den. Im­mer­hin zeigt die Sta­bi­li­sie­rung der ver­gan­ge­nen Mo­na­te, dass die Märk­te den Br­ex­it-Schock sehr schön weg­ge­steckt ha­ben. Al­ler­dings sor­gen ge­ra­de die Un­wäg­bar­kei­ten im Vor­feld des bri­ti­schen EU-Aus­tritts auch für ge­hö­ri­ge Ner­vo­si­tät, wie man am Flash-Crash des bri­ti­schen Pfunds in der ab­ge­lau­fe­nen Wo­che se­hen konn­te.

Fun­da­men­tal lie­gen aber ein paar Stol­per­stei­ne auf dem Weg zum Jah­res­en­de, die den Traum von der Jah­res­en­dral­lye schnell plat­zen las­sen könn­ten: Die US-Prä­si­den­ten­wahl bei­spiels­wei­se, die die Ak­ti­en­par­ty im Fall ei­nes Trump-Siegs wohl ge­hö­rig cras­hen las- sen wür­de. Für Un­si­cher­hei­ten wird auch das Re­fe­ren­dum in Ita­li­en sor­gen. Und die Fra­ge, ob die US-No­ten­bank Fed jetzt tat­säch­lich noch vor Jah­res­en­de die Zin­sen er­höht, bleibt an den Märk­ten eben­falls nicht un­dis­ku­tiert. Gu­te Aus­sich­ten al­so, die aber mit ge­hö­ri­gen Ris­ken ver­bun­den sind. Es emp­fiehlt sich aus­ge­wähl­tes Stock-Pi­cking bei gleich­zei­tig ge­nau­er Be­ob­ach­tung der po­li­ti­schen La­ge.

An­schau­en könn­te man sich bei­spiels­wei­se aus­ge­wähl­te Öl­wer­te. Die Kur­se der Bran­che ha­ben un­ter den nied­ri­gen Roh­öl­prei­sen über­pro­por­tio­nal ge­lit­ten und pro­fi­tie­ren des­halb auch über­pro­por­tio­nal von der Sta­bi­li­sie­rung der Öl­no­tie­run­gen. Pe­tro­bras-Chef Pe­dro Pa­ren­te: Sta­bi­li­sie­rung des Öl­prei­ses treibt den Ak­ti­en­kurs hoch.

Ei­nen Blick wert ist hier bei­spiels­wei­se das Pa­pier der bra­si­lia­ni­schen Pe­tro­bras (US71654V4086). Das wur­de vor­ges­tern von der ame­ri­ka­ni­schen Ci­ti­group von „Neu­tral“auf „Buy“hoch­ge­stuft. Das Kurs­ziel wur­de recht dras­tisch von 7,5 auf 12,3 Dol­lar hoch­ge­schraubt. Al­ler­dings sind die Ci­ti-Leu­te da schon ein biss­chen spät dran, denn die Ak­tie kennt seit der Opec-Ei­ni­gung auf Pro­duk­ti­ons­kür­zun­gen nur noch ei­ne Rich­tung und ist bin­nen ei­ner Wo­che um gut zehn Pro­zent auf un­ter­des­sen 10,6 Dol­lar hoch­ge­sprun­gen. Trotz­dem: Da geht noch mehr.

In­ter­es­sant könn­te auch sein, den Spu­ren der mit pral­len Brief­ta­schen aus­ge­stat­te­ten chi­ne­si­schen Fir­men­ein­käu­fern zu fol­gen, die sich der­zeit be­son­ders in Deutsch­land um­tun. Sie ha­ben vor al­lem ein Au­ge auf den LED-Her­stel­ler Os­ram (ISIN DE000LED4000) ge­wor­fen, des­sen Kurs in der ab­ge­lau­fe­nen Wo­che des­halb auch kräf­tig hoch­ge­schnellt ist. Ein Teil der Über­nah­me­fan­ta­sie ist da­mit zwar her­au­ßen. Wenn es aber stimmt, dass das chi­ne­si­sche An­ge­bot in der Ge­gend von 70 Eu­ro lie­gen wird, dann könn­te man auf Ba­sis des ak­tu­el­len Kur­ses von et­was über 57 Eu­ro noch nett ver­die­nen. Es ist halt ei­ne Spe­ku­la­ti­on, die auch da­ne­ben­ge­hen kann.

Ein De­al mit Raiff­ei­sen hat den Schein­wer­fer auf ei­ne im deut­schen TecDAX no­tier­te ös­ter­rei­chi­sche Ak­tie ge­rich­tet: Der Lin­zer IT-Kon­zern S+T (ISIN AT0000A0E9W5) über­nimmt Tei­le der IT-Toch­ter der ös­ter­rei­chi­schen Raiff­ei­sen-Grup­pe. Der De­al hat den Kurs zwar um ein paar Pro­zent ein­bre­chen las­sen. Aber das könn­te man durch­aus auch als Ein­stiegs­ge­le­gen­heit se­hen. Ana­lys­ten trau­en dem Wert näm­lich um die 15 Eu­ro zu, der­zeit liegt er bei 10,50. Vor al­lem: Der Kurs geht seit Jah­ren wie mit dem Li­ne­al ge­zo­gen nach oben. Wer vor drei Jah­ren ein­ge­stie­gen ist, steht schon bei 306 Pro­zent plus!

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