WAL­TRAUD KLAS­NIC

Die Presse am Sonntag - - Leben -

auf die Fra­ge, ob sie in ih­rer Po­si­ti­on aus­rei­chend Dis­tanz zum ÖSV hat. Was tut man ge­gen „Vic­tim Blai­ming“? Wenn Frau­en, die se­xu­el­le Über­grif­fe schil­dern, (Mit)Schuld ge­ge­ben wird? Da heißt es dann gern, der Rock war zu kurz, der Aus­schnitt zu groß, die Schmin­ke zu stark, sie ist ja sel­ber schuld, dass ihr et­was pas­siert ist. Ich muss sa­gen, ich freu mich, wenn ich ei­ne jun­ge Frau se­he, die schö­ne Bei­ne hat. Auch als Frau schaue ich ger­ne schö­ne Bei­ne an. Ich glau­be, dass man für sich ver­ant­wort­lich ist, dass man sich wohl­fühlt. Aber ich will die Schuld nicht bei der Frau su­chen. Sie ha­ben als Stei­er­marks Lan­des­che­fin Wert dar­auf ge­legt, „Frau Lan­des­haupt­mann“ge­nannt zu wer­den. Wür­den Sie sich heu­te auch noch so nen­nen? Wür­de ich ge­nau­so. Ich bin da­mals an­ge­tre­ten, Lan­des­haupt­mann der Steiermark zu wer­den. Das war der of­fi­zi­el­le Ti­tel, die Ver­fas­sung sah kei­nen an­de­ren vor. Als Frau hat man die Frei­heit, sich Lan­des­haupt­mann oder Lan­des­haupt­frau zu nen­nen. Ein Mann hat die­se Wahl­mög­lich­keit nicht.

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