Bel­gi­ens gol­de­ne Ge­ne­ra­ti­on wit­tert ih­re gro­ße Chan­ce

Die Presse am Sonntag - - Fussball-wm 2018 -

Die Ro­ten Teu­fel aus Bel­gi­en un­ter­mau­er­ten mit dem Sieg ge­gen Re­kord­welt­meis­ter Bra­si­li­en ih­re An­sprü­che. „Wir sind be­reit.“ Zum zwei­ten Mal nach 1986 steht Bel­gi­en im Halb­fi­na­le ei­ner Fuß­bal­lwelt­meis­ter­schaft. Nach dem Sieg im vor­weg­ge­nom­me­nen Fi­na­le ge­gen Bra­si­li­en träumt die „Gol­de­ne Ge­ne­ra­ti­on“der Ro­ten Teu­fel end­gül­tig vom Ti­tel. Schon mehr­mals bei Groß­er­eig­nis­sen zu­min­dest als Ge­heim­fa­vo­rit ge­han­delt, wer­den Eden Ha­zard und Co. die­ser Rol­le in Russ­land bis­her ge­recht. Ne­ben den Bel­gi­ern ist mit Kroa­ti­en (vor dem Vier­tel­fi­na­le) nur noch ein Team im Be­werb, das al­le Spie­le in Russ­land ge­won­nen hat. Der 2:1-Sieg ge­gen den fünf­ma­li­gen Cham­pi­on geht nicht zu­letzt auf ei­ne ge­lun­ge­ne Tak­tik von Robert Mar­ti­nez zu­rück.

„Ge­gen Bra­si­li­en spielt im­mer auch die psy­chi­sche Kom­po­nen­te mit. Die gel­ben Dres­sen, das Wis­sen um de­ren fünf Ti­tel. Da muss man tak­tisch schon sehr mu­tig auf­tre­ten“, gab der Te­am­chef der Bel­gi­er nach dem Spiel zu Pro­to­koll. Aus ei­ner sta­bi­len De­fen­si­ve her­aus such­te und fand Bel­gi­en das Glück im Kon­ter. „Es ist im­mer ris­kant, sei­ne Tak­tik um­zu­stel­len. Vor al­lem brauchst du Spie­ler, die dar­an glau­ben und das auch um­set­zen“, be­ton­te der Spa­ni­er. Zu­sätz­lich hat­ten die Bel­gi­er in den ent­schei­den­den Mo­men­ten auch das nö­ti­ge Glück auf ih­rer Seite.

Beim Stand von 0:0 traf Thia­go Sil­va nur die Stan­ge, das 1:0 re­sul­tier­te aus ei­nem Fer­nandin­ho-Ei­gen­tor und zehn Mi­nu­ten nach Sei­ten­wech­sel blieb ein fäl­li­ger Elf­me­ter­pfiff vom ser­bi­schen Schieds­rich­ter Mil­o­rad Ma­sic nach Rück­spra­che mit sei­nen Vi­deo­as­sis­ten­ten zu Un­recht aus.

Ne­ben der ef­fi­zi­en­ten Aus­beu­te – für die zwei To­re be­nö­tig­te man le­dig­lich drei Schüs­se auf das Tor – avan­cier­te vor al­lem nach dem An­schluss­tref­fer von Re­na­to Au­gus­to ei­ne Vier­tel­stun­de vor dem En­de auch Chel­sea-Tor­mann Thi­baut Cour­tois zum Match­win­ner. „Vie­le Leu­te ha­ben mir ge­sagt, dass wir ein gro­ßes Spiel von mir brau­chen wür­den, um auf­zu­stei­gen. Ich den­ke, das ist mir ge­lun­gen. Ich war auf den Punkt be­reit.“ His­to­risch. Nach dem Sieg in Ka­san, wo nach Deutsch­land (Grup­pen­pha­se) und Ar­gen­ti­ni­en (Ach­tel­fi­na­le) mit Bra­si­li­en schon für den drit­ten Fa­vo­ri­ten End­sta­ti­on ge­we­sen war, rich­te­te sich der Blick der „Ro­ten Teu­fel“be­reits auf das Nach­bar­schafts­du­ell ge­gen Frank­reich am Di­ens­tag in St. Pe­ters­burg.“Das ist ei­ne au­ßer­ge­wöhn­li­che Mann­schaft“, mein­te Ke­vin De Bruy­ne. Der Tor­schüt­ze zum vor­ent­schei­den­den 2:0 ge­gen Bra­si­li­en er­war­tet ein en­ges Match. „Der Un­ter­schied wird mi­ni­mal sein. Wir sind jetzt un­ter den bes­ten vier Na­tio­nen der Welt. Das pas­siert ei­nem vi­el­leicht ein- oder zwei­mal in der Kar­rie­re. Wir wer­den al­les ge­ben, auch die­ses Spiel zu ge­win­nen. Da­für müs­sen wir kör­per­lich und men­tal be­reit sein.“

Für die Bel­gi­er er­öff­net sich in der Tat ei­ne ein­ma­li­ge Chan­ce. Von den 23 Ka­der­spie­lern sind nur die Ab­wehr­spie­ler Thomas Ver­mae­len (ge­bo­ren im No­vem­ber 1985) und Vin­cent Kom­pa­ny (April 1986) beim bis­her ein­zi­gen WMHalb­fi­na­le (0:2 ge­gen Ar­gen­ti­ni­en am 25. Ju­ni 1986) schon auf der Welt ge­we­sen.

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